Nach dem WM-Debakel sind Julian Nagelsmann und der DFB getrennte Wege gegangen. Die öffentliche Schelte gegen den ehemaligen Bundestrainer ging für Matthias Sammer jedoch zu weit.
„Ich schäme mich dafür“Sammer rechnet mit Fußball-Deutschland ab

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Matthias Sammer vor dem Spiel des FC Arsenal gegen Bayer Leverkusen.
Matthias Sammer nimmt kein Blatt vor den Mund! Der Europameister von 1996 hat bei einem Forum des Internationalen Trainerkongresses in Mainz deutliche Kritik an der öffentlichen Schelte für Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann nach dem desaströsen WM-Aus geäußert.
Zu Beginn sprach der 58-Jährige noch in Ruhe über die Schwierigkeiten bei der Ausbildung deutscher Spieler.
Nagelsmann als Sündenbock? Sammer kritisiert Umgang
Seine unmissverständliche Ansage: „Der deutsche Fußball braucht eine Priorisierung und der DFB ein ganzheitliches Spielsystem.“ Für Sammer ist entscheidend: „Die A-Note, also das Ergebnis, muss wieder wichtiger werden als die B-Note, wie man spielt.“ Das berichtet „Sport1“.
Der externe Berater von Borussia Dortmund erkennt außerdem ein grundsätzliches Dilemma hierzulande: Die Coaches müssten zu viel Last tragen. Aus diesem Grund schlug er vor, eine besondere Qualifikation für Sportdirektoren in Erwägung zu ziehen.
Er räumte zwar ein, sich selbst kritisch über Nagelsmann geäußert zu haben („manches war gut und manches war weniger gut“). Aber der Umgang mit dem Trainer nach dem Turnier passt ihm überhaupt nicht.
Sein vernichtendes Urteil lautet: „Dass Julian Nagelsmann hingestellt wird, als wäre er der Einzige, der das alles zu verantworten hat, ist auch ein Defizit unserer Nation. Ich schäme mich dafür.“ (red)
