Mit ihrem Vorhaben, Anteil der WM an Investoren zu verkaufen, hat die Fifa am Dienstagabend für Riesen-Aufregung gesorgt. Jetzt droht die Uefa mit Konsequenzen!
WM ohne Deutschland?Uefa denkt wohl an Fifa-Boykott – was das für Folgen hätte
Droht jetzt der Super-Gau? Kaum waren die brisanten Vorhaben von Gianni Infantino zu möglichen Verkäufen von Anteilen an der WM bekannt geworden, schaukelt sich die Auseinandersetzung mit der Uefa hoch.
Die Nachrichtenagentur „Bloomberg“ meldet, dass der europäische Dachverband über einen radikalen Schritt nachdenkt: den Teilnahme-Boykott an allen Fifa-Turnieren. Das würde die Weltmeisterschaft und die Klub-WM betreffen.
Uefa über Fifa-Vorhaben: „Damit wird eine Grenze überschritten“
Für jeden Fußball-Anhänger wäre das ein Schock: Ein WM-Turnier ohne Uefa-Mitglieder wie Deutschland, den amtierenden Champion Spanien oder Frankreich? Undenkbar. Bei der letzten WM in Nordamerika (USA, Kanada und Mexiko) kamen sechs von acht Teams im Viertelfinale aus Europa, was die sportliche Dominanz des Kontinents belegt. Das berichtet „bild.de“.
Der Grund für die heftige Auseinandersetzung sind die Pläne von Fifa-Präsident Infantino. Sein Ziel ist es, die WM für Investoren aus der freien Wirtschaft zugänglich zu machen, was einem Verkauf des Turniers gleichkommt. Wie zu hören ist, wird im Inneren der Uefa schon beraten, auf welche Weise Klubs und nationale Verbände eine solche Verweigerungshaltung gegenüber Fifa-Events durchziehen könnten.
Die Uefa hatte sich schon mit einer deutlichen Ansage zu den Vorhaben gemeldet. „Damit wird eine Grenze überschritten, die die Führungsgremien des Fußballs niemals überschreiten sollten“, lautet die Kernaussage. Der Verband betont, die Angelegenheit sehr ernst zu nehmen und appelliert an sämtliche Akteure – von den Ligen über die Klubs und Profis bis zu den Anhängern – es ihnen gleichzutun.
Die Fifa bemüht sich unterdessen um Deeskalation. Es wird zugesichert, dass die Hoheit über die WM-Endrunde beim Weltverband verbleibt. Geldgeber könnten demzufolge lediglich Minderheitsbeteiligungen ohne Stimmrecht kaufen. Nach Angaben der Fifa brächten die Vorhaben den Mitgliedern signifikante Vorteile in wirtschaftlicher und infrastruktureller Hinsicht.
Eine offizielle Stellungnahme zu den Boykott-Überlegungen seitens der Uefa liegt bisher, auch auf Anfrage, nicht vor. Ebenso hat sich die Fifa zu diesem konkreten Thema noch nicht in der Öffentlichkeit geäußert. (red)
