Rudi Völler redet Tacheles: Der Sportdirektor des DFB nimmt Julian Nagelsmann mit scharfen Worten in Schutz.
„Scheißhausparolen“Völler-Wutrede gegen Ex-Spieler
Rudi Völler springt dem früheren Bundestrainer Julian Nagelsmann zur Seite und stellt sich gegen aus seiner Sicht überzogene Vorwürfe nach dem WM-Aus.
Der DFB-Sportdirektor erklärte beim „Internationalen Trainer-Kongress“ in Mainz: „Das hat er nicht verdient. Teilweise war es zu hart und einfach auch ungerecht.“ Völler gestand zugleich ein, dass er die Lage falsch bewertet hatte: „Das habe ich ehrlich gesagt lange unterschätzt, das war mein großer Fehler.“
Völler glaubt weiter an Nagelsmann: „Große Trainerkarriere“
Für den weiteren Weg von Nagelsmann hat Völler eine eindeutige Voraussage. Er nannte ihn einen „Top-Charakter, ein Top-Junge, der eine ganz große Trainerkarriere vor sich hat“. Völler ist überzeugt: „Ich bin mir sicher, dass es nicht lange dauern wird, bis er wieder bei einem Topverein ist. Da wette ich sehr viel drauf.“ Das berichtet „Sport1“.
Besonders verärgert äußerte sich Völler über manche Experten und Ex-Profis. Unglückliche Bilder, die Angehörige im WM-Camp zeigten, seien nicht die Ursache für das frühe Aus gewesen.
„Dass wir ausgeschieden sind, lag nicht daran, dass Lena Nagelsmann beim Radfahren fotografiert wurde“, machte Völler deutlich. Er setzte noch einen drauf: „Solche Dinge spielen für die Mannschaft doch gar keine Rolle. Und auch was über Stimmung und Quartier teilweise verbreitet wurde, waren Scheißhausparolen.“
Vor einigen Wochen hatte Völler zu den Fotos der Nagelsmann-Partnerin in einer Medienrunde allerdings noch selbst eingeräumt: „Fotos haben einfach eine Wucht. Das ominöse Foto mit Lena auf dem Fahrrad hat der Sache sicherlich nicht gutgetan. Das war nicht optimal, ist aber nicht mehr zu lösen.“
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Laut Völler habe Nagelsmann bei Medien und Anhängern den notwendigen Rückhalt verloren. Fast jeder seiner Schritte sei negativ bewertet worden. Bei aller leidenschaftlichen Fürsprache gestand Völler jedoch auch ein, dass Nagelsmann kommunikativ „den ein oder anderen Fehler gemacht hat, da müssen wir nicht um den heißen Brei rumreden“.
Schon im Vorfeld und auch während der Weltmeisterschaft, bei der die deutsche Auswahl zum dritten Mal in Folge das Achtelfinale verpasste, hatte Völler sich wiederholt hinter Nagelsmann gestellt. (red)
