Welche Antworten findet der 1. FC Köln in der Trainerfrage? Nach dem letzten Bundesligaspiel beim FC Bayern München soll darüber beraten werden, ob er Cheftrainer bleiben darf. Helfen kann ihm im Vorfeld nur die Mannschaft.
Letzte Chance für WagnerFC-Profis in der Pflicht: Gibt’s jetzt Taten statt Worte?

Bislang waren es nur Lippenbekenntnisse. Die Spieler des 1. FC Köln haben betont, dass sie sich nach dem Aus von Lukas Kwasniok (44) unter dem neuen Cheftrainer René Wagner richtig wohlfühlen.
Doch beim Heimspiel gegen Heidenheim hat kein Profi wirklich gezeigt, dass er sich für Wagner auf dem Platz zerreißt. Obwohl es um die Zukunft und die Trainerkarriere des 37‑Jährigen geht, der seinen ersten großen Vertrag als Chef bekommen kann, ließen sich die Kölner von Heidenheim phasenweise vorführen. Am Ende gab es nach dem 1:3 ein gellendes Pfeifkonzert.
Nach dem Spiel in München berät der 1. FC Köln über die Trainerfrage
Und die Wagner-Frage beim FC wurde erst einmal vertagt. Der Coach war vor der Partie noch davon ausgegangen, dass er am Montag mehr über seine Zukunft erfahren würde. Sportgeschäftsführer Thomas Kessler (40) wusste dann nach der peinlichen Niederlage nichts von einem Termin mit dem Trainer.
Der Sportboss sagte: „Wir haben viele Dinge in dieser Saison gesehen, die haben mir gut gefallen. Es gibt aber auch Themen, an denen wir arbeiten müssen. Aber das werden wir in Ruhe analysieren. Und dann kommt logischerweise die Trainerthematik auf den Tisch.“
Das Bayern-Spiel (Samstag, 16. Mai 2026, 15.30 Uhr, Sky und Liveticker auf EXPRESS.de) wird also die letzte Chance für Wagner. Kessler fordert dort ein anderes Auftreten der Mannschaft: „Wir sind hier nicht auf Abschiedstour.“ Wagner muss die Mannschaft jetzt heiß machen. Und die Spieler müssen den Worten auch Taten folgen lassen. Am Sonntag ließen sie ihren Coach jedenfalls im Stich!
Nach der Partie sprachen sich jedenfalls einige Spieler für den Trainer aus. Kapitän Marvin Schwäbe meinte: „Ich komme mit ihm super aus. Ich finde, er hat jetzt in den Wochen, in denen er da war, einfach eine klare und gute Arbeit geleistet. Er hat einen sehr, sehr guten Draht zur Mannschaft gefunden, hat an Stellschrauben gedreht, die nötig waren.“ Auf die Frage, ob er sich Wagner weiter als Trainer wünscht, meinte Schwäbe: „Ja, natürlich. Also für mich spricht jetzt wenig dagegen, ganz klar.“
Stürmer Marius Bülter meinte zum Wagner-Thema: „Er hat uns Stabilität und Struktur zurück ins Spiel gebracht. Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir uns nicht nach dem schlechten Spiel gegen Heidenheim die kompletten letzten Wochen oder die ganze Saison schlechtreden lassen.“
Und der scheidende Florian Kainz sagte über den Trainer: „Ich habe viel mit ihm erlebt. Er hat ein enormes taktisches Wissen und einen guten Zugang zur Mannschaft. Er erreicht mit seiner Art die Spieler.“ Gesehen hat man davon allerdings nicht viel beim 1:3!
Zu allem Überfluss hatte Verteidiger Jahmai Simpson-Pusey vor dem Spiel das Anschwitzen verpasst. Immerhin gab es Konsequenzen von Wagner, der gestand, dass der Umgang untereinander schon Thema war.
„Wir haben die ganzen Wochen zuvor bereits über Haltung gesprochen, wie wir miteinander umgehen wollen. Wenn dann am Spieltag ein Spieler bei einem Termin zu spät kommt, dann ist das auch ein Zeichen an die Mannschaft, dass wir in dem Moment konsequent sein müssen. Wir wollten eine klare Linie reinbekommen, das war uns wichtig. Für Jahmai tut es mir leid, aber er war einsichtig“, erklärte Wagner.
Für viele Kritiker und Fans ist klar: Wie wohl sich Profis unter einem Trainer fühlen, ist nicht unbedingt ein Gradmesser. Wenn man vor einer Kindergartengruppe steht, ist es vielleicht erstrebenswert, für gute Laune und gute Stimmung zu sorgen.
Bei einer Profimannschaft im Fußball geht es auch um Zusammenhalt und Stimmung, aber eben auch um gegenseitigen Respekt, Erfolgshunger, Biss, Willen, Engagement und vor allem Leistung. Dass Wagner und sein Team auch die letztgenannten Attribute erfüllen können, müssen sie am Samstag in München beweisen.

