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Ex-Trainer dürfte sich ärgernKwasniok-Zahlen machen bei FC-Rettung stutzig

Aktualisiert:

Der 1. FC Köln hat den Klassenerhalt zwei Spieltage vor dem Saisonende sicher. René Wagner hat das Ziel also vorzeitig erreicht. Doch nach dem Trainerwechsel und dem Aus von Vorgänger Lukas Kwasniok machen einige Zahlen stutzig.

Lukas Kwasniok (44) wurde beim 1. FC Köln Ende März 2026 freigestellt. Der FC hatte unter ihm damals von 18 Spielen nur zwei gewinnen können. In seinen letzten beiden FC-Spielen gab es zwei Unentschieden – 1:1 beim Hamburger SV und 3:3 gegen Borussia Mönchengladbach. Die Leistung im Derby war ansehnlich, trotzdem musste Kwasniok gehen.

Er selbst konnte die Entscheidung nicht nachvollziehen. Nachdem der FC jetzt den Klassenerhalt geschafft hat, dürfte sich Kwasniok noch mehr ärgern, denn ein Blick auf die nackten Zahlen macht stutzig.

Ex-Trainer Lukas Kwasniok hätten drei Punkte für die Rettung gereicht

FC-Sportgeschäftsführer Thomas Kessler (40) feierte Trainer René Wagner für seine Arbeit nach dem 1:3 am Sonntag (10. Mai 2026): „Er hat in einer Situation übernommen, die für uns extrem brenzlig war. Wir lagen zwei Punkte über dem Strich. Da war es ja auch ein bisschen unruhig in Köln. Und er hat das sehr, sehr sachlich und sehr, sehr ruhig mit dieser Mannschaft geschafft, hat den ganzen Staff mitgenommen. Und das ist ein Erfolg, dass wir hier stehen und die Klasse gehalten haben – auch nach einem verlorenen Spiel gegen den 1. FC Heidenheim.“

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sich der FC hauptsächlich bei der schwachen Konkurrenz bedanken darf. Mit dem VfL Wolfsburg, Heidenheim und St. Pauli stehen drei Teams mit mageren 26 Punkten vor den letzten beiden Spieltagen am Tabellenende. Das gab es noch nie.

Zur Erinnerung: Als Kwasniok nach 27 Spieltagen freigestellt wurde, hatte der FC auch schon 26 Punkte auf dem Konto. Der ehemalige Trainer des FC hätte die Rettung also auch perfekt gemacht, wenn Köln unter ihm nach dem 32. Spieltag nur drei Zähler geholt hätte. Dank des wesentlich besseren Torverhältnisses wäre nichts mehr angebrannt.

Wagner hat in seinen sechs Partien als Cheftrainer zwei Niederlagen, einen Sieg und drei Unentschieden erreicht. Sechs Punkte machen einen Schnitt von einem Punkt pro Spiel. Diesen Schnitt hatte Kwasniok (inklusive Pokalspielen) beim FC ebenfalls. Und in der Hinrunde hatte Kwasniok in den Spielen gegen Frankfurt, Bremen, St. Pauli, Leverkusen, Union Berlin und Heidenheim drei Punkte geholt. Hätte er dies wiederholt, hätte es, wie schon erwähnt, auch zum Klassenerhalt gereicht.

Es bleibt also festzuhalten: Der FC hat mit Ach und Krach die Klasse gehalten – vor allem, weil die Konkurrenz so schwach war. In den vergangenen 13 Spielen unter Kwasniok und Wagner gab es nur einen Sieg! Egal, wie der FC nach der Saison auf der Trainerposition weitermacht: Diese Zahlen sollten allen Verantwortlichen klarmachen, dass einiges passieren muss, wenn der Klub auch in der kommenden Saison die Klasse halten will. Mit nur 32 Punkten dürfte es schwer werden …

Kölns Trainer René Wagner (r, 1. FC Köln) pfeift am Spielfeldrand.

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