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Kuriose Köln-StatistikenAytekin pfeift FC-Spiel zum Abschied

Gleich vier Spitzenschiedsrichter hören auf. Nun steht fest, welches besondere Bundesliga-Spiel der bekannteste von ihnen zum Abschluss bekommt. Auch die drei anderen wissen, wo sie pfeifen.

Deniz Aytekin pfeift zum Abschluss seiner Schiedsrichterkarriere in der Bundesliga das Spiel zwischen Meister Bayern München und Aufsteiger 1. FC Köln.

Der 47-Jährige aus Oberasbach wurde vom Deutschen Fußball-Bund für die Partie in der Allianz-Arena (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) eingeteilt, wie der DFB mitteilte. Die Münchner bekommen danach die Meisterschale überreicht.

Aytekin geht nach Bundesliga-Spiel Nummer 254 in den Ruhestand

Aytekin leitet dann sein 254. und letztes Spiel im Oberhaus. Seinen Abschied hatte der frühere Fifa-Schiedsrichter bereits vor dieser Saison bekannt gegeben; die früher praktizierte Altersgrenze von 47 Jahren gibt es beim DFB nicht mehr.

Der langjährige Referee wurde 2019, 2022 und 2024 vom DFB als Schiedsrichter des Jahres ausgezeichnet. Durch sein Auftreten, seine Empathie und sein Verständnis von Fairness und Respekt dem anderen gegenüber habe er weit über den Fußballplatz hinausgewirkt, sagte Präsident Christoph Kern vom Bayerischen Fußball-Verband über den gebürtigen Nürnberger.

„Deniz hat sich nie gescheut, diese Werte zu vertreten und sich immer klar zu positionieren. Er ist ein absolutes Vorbild für alle Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter.“

Im Laufe seiner Karriere wurde die Leitung von FC-Spielen regelrecht zur Routine für Aytekin, der schon 31 Mal die Begegnungen der Kölner leitete. Die Bilanz fällt mit elf Siegen, sechs Remis und 14 Niederlagen ausgeglichen aus.

Der Blick in Aytekins FC-Historie fördert gleich zwei Kuriositäten zutage: Zum einen gab es in den bisherigen 31 Spielen lediglich einen einzigen Platzverweis - ausgerechnet bei Aytekins Köln-Debüt am 22. November 2008 gegen die TSG Hoffenheim (1:3). Damals musste Verteidiger Kevin McKenna wegen groben Foulspiels vom Feld. Anschließend gab es 65 Verwarnungen, weiter musste der Schiri aber nicht gehen.

Zum anderen ist die Quote der von Aytekin verhängten Elfmeter bei FC-Spielen außergewöhnlich schlecht: Nur sieben von 15 Strafstößen wurden auch verwandelt, was einer Quote von 46,7 Prozent entspricht. Der Schnitt der laufenden Bundesliga-Saison liegt mit 80 Prozent deutlich darüber.

Das Aytekin-Spiel, an das sich FC-Fans wohl noch am besten erinnern können: Am 29. Mai 2021 leitete er das Relegations-Rückspiel gegen Holstein Kiel, bei dem die Kölner sich durch ein furioses 5:1 noch den Bundesliga-Klassenerhalt sicherten. In der laufenden Saison war er lediglich für das FC-Derby bei Borussia Mönchengladbach (1:3) angesetzt.

Über Jahre gehörte Aytekin zu den bekanntesten Unparteiischen der Liga, auch seine Auftritte in TV-Produktionen wie einer Schiedsrichter-Dokumentation steigerten den Bekanntheitsgrad abseits des Rasens. Neben Aytekin beenden auch seine Bundesliga-Kollegen Patrick Ittrich (Hamburg), Tobias Welz (Wiesbaden) und Frank Willenborg (Osnabrück) ihre Karrieren.

Ittrich amtiert am Samstag beim Spiel des 1. FC Union Berlin gegen den FC Augsburg. Welz bekam die Leitung der Partie zwischen Eintracht Frankfurt und dem VfB Stuttgart übertragen. Willenborg ist bei der Begegnung von Borussia Mönchengladbach gegen die TSG Hoffenheim im Einsatz. (dpa/bc)

Christian Eichner, Trainer des Karlsruher SC, hockt am Spielfeldrand.

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