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„Hat leider nicht funktioniert“FC-Edelfan über Kessler, Profis & Bayern-Duell

Zahlreiche Fans waren nach dem 1:3 des 1. FC Köln gegen Heidenheim enttäuscht, frustriert und sauer. EXPRESS.de sprach mit Kölns Edelfan Jonas Reckermann. Der Beachvolleyball-Olympiasieger hat klare Gedanken zum FC.

Der 1. FC Köln hat zwei Spieltage vor dem Saisonende die Klasse gehalten. Insgesamt kann die Spielzeit also als Erfolg verbucht werden. Doch zuletzt gab es Pfiffe beim 1:3 des FC gegen Heidenheim.

Im Stadion dabei war auch Edelfan Jonas Reckermann. Der 46-jährige ehemalige Beachvolleyballer gewann in seiner Karriere vier Europameisterschaften, wurde 2009 Weltmeister und feierte den Höhepunkt 2012 an der Seite von Julius Brink mit der Goldmedaille bei Olympia in London. Im EXPRESS.de-Interview spricht Reckermann vor dem letzten Saisonspiel beim FC Bayern (Samstag, 16. Mai 2026, 15.30 Uhr, Sky und Liveticker auf EXPRESS.de) über den 1. FC Köln.

Olympiasieger Reckermann setzt auf gute FC-Leistung bei den Bayern

Wie zufrieden bist du mit der zurückliegenden Saison?

Jonas Reckermann: „Ich war beim ersten Spiel in Mainz dabei. Da ging es ja gleich super los und es war gleich eine Euphorie da. Die ist aber relativ schnell wieder eingebrochen. Aber unter dem Strich ist das Ergebnis mit dem Klassenerhalt okay. Allerdings war die letzte Saisonhälfte nicht das, was man sich ergebnistechnisch vorgestellt hat.“

Du warst beim letzten Heimspiel gegen Heidenheim im Stadion. Wie hast du die FC-Leistung wahrgenommen beim 1:3?

Jonas: „Ich habe gehofft, dass es nicht so kommt, aber es war auch in gewisser Hinsicht menschlich. Bei den FC-Spielern war nach dem gesicherten Klassenerhalt einiges abgefallen und die Heidenheimer haben um den letzten Strohhalm gekämpft. Ich glaube, sie haben beim FC vieles dafür getan, dass man nicht die Spannung verliert, aber das hat leider nicht so ganz funktioniert. Und wenn dann fünf Prozent fehlen, wird es gegen jeden Gegner in der Liga schwer, dafür liegen die Teams zu eng beieinander. Selbst Bayern hat sich gegen Heidenheim beim 3:3 schwergetan und so gerade noch die Kurve bekommen mit dem Ausgleich kurz vor Schluss. Also, dass der FC etwas weniger investiert hat, war menschlich. Trotzdem war das kein so gutes Signal.“

Sollte der FC an Trainer René Wagner festhalten?

Jonas: „Ich finde Trainerdiskussionen immer schwierig, denn von außen weiß man gar nicht genau, was Sache ist. Was gibt Wagner der Mannschaft technisch und taktisch mit, wie ist seine Ansprache – das kann ich alles nicht beurteilen. Grundsätzlich hielte ich beim FC nach den letzten Jahren Konstanz für schön. Aber ob Wagner der Richtige ist, müssen jetzt die handelnden Personen beurteilen. Und das traue ich Thomas Kessler voll zu. Ich finde, er gibt eine sehr gute Figur ab in seiner ersten Saison als Sportchef. Was er auch nach Niederlagen sagt, hat immer Hand und Fuß und er bleibt ruhig und sachlich dabei. Das gefällt mir. Ich hoffe, dass er auch intern gute Lösungen findet.“

Wie wichtig ist denn jetzt das letzte Spiel beim FC Bayern München?

Jonas: „In München gut zu spielen, ist immer wichtig! Jetzt ist es zudem noch der letzte Eindruck, der hängen bleibt von der Saison. Mit einem Achtungserfolg und guter Einstellung kann der FC die negativen Emotionen nach dem Heidenheim-Spiel wieder etwas umdrehen. Danach könnte man dann mit einem guten Gefühl in die Sommerpause gehen. Vorführen lassen sollten sie sich definitiv nicht, sonst wird es schwierig, eine positive Grundstimmung mitzunehmen, wenn man Wagner behalten will.“

Fehlt dir beim Blick auf den FC-Kader manchmal auch der Biss oder Typen wie Granit Xhaka, die dazwischenhauen, wenn sich manche hängen lassen?

Jonas: „Natürlich braucht eine Mannschaft solche Typen, aber ich sehe beim FC kein Einstellungsproblem. Sie haben in dieser Saison oft sehr gut gegen Top-Mannschaften gespielt – haben sich nicht abschießen lassen – oder sind nach Rückständen zurückgekommen. Das zeugt von einem guten Willen und einer guten Einstellung. Nur gegen Heidenheim waren sie jetzt nicht bei 100 Prozent. Wenn Eric Martel gehen sollte – er ist ein solcher Typ Mentalitätsspieler –, müssen sie schon sehen, wie er ersetzt werden kann. So einen muss man im Team haben.“

Die Mannschaft des 1. FC Köln kommt angeführt von Deniz Aytekin auf den Platz.

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