Es ist die entscheidende Woche für Lukas Kwasniok beim 1. FC Köln. Am Samstag muss im Derby gegen Borussia Mönchengladbach ein Sieg her. Ansonsten droht sein Aus als Chefcoach des FC. Welchen Weg gehen er und sein Sportchef Thomas Kessler?
Endspiel-WocheDrei Varianten – welchen Weg gehen Kwasniok und Kessler?

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Thomas Kessler (Sport-Geschäftsführer) und Kölns Trainer Lukas Kwasniok (l.).
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Die Lage spitzt sich zu! Und zwar nicht nur für den 1. FC Köln im Abstiegskampf, sondern auch für Trainer Lukas Kwasniok (44). Hat er eine längere Zukunft in Köln?
Mit dieser Frage geht Kwasniok in die heiße Derby-Woche. Am Samstag (21. März 2026) kommt es im heimischen Rhein-Energie-Stadion zum Duell mit dem Erzrivalen Borussia Mönchengladbach. Nach nur zwei Erfolgen aus den vergangenen 17 Spielen ist Kwasniok zum Siegen verdammt. Einige sprechen am Geißbockheim schon von einem Endspiel für den Trainer: Siegen oder fliegen!
1. FC Köln: Bei weiterer Niederlage – Funkel, Toppmöller oder Wagner?
Dabei spielt es offenbar keine Rolle mehr, dass der FC seit Wochen häufig gut mitspielt und sich die Mannschaft leidenschaftlich präsentiert. Jetzt zählen nur noch nackte Ergebnisse im Abstiegskampf. Welchen Weg gehen Kwasniok und Kessler?
Die Ausgangslage: Acht Spiele sind noch zu absolvieren. Der FC liegt mit 25 Punkten auf Rang 14 der Tabelle, hat einen Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz (St. Pauli, 24 Zähler) und vier Punkte Vorsprung auf den ersten direkten Abstiegsplatz 17 (Wolfsburg mit 21 Zählern). Die Mönchengladbacher haben auf Platz zwölf 28 Punkte. Mit einem Sieg kann sich Borussia absetzen.
Die Situation von FC-Trainer Lukas Kwasniok: Der Trainer arbeitet nach einer klaren Philosophie: beobachten, aufräumen, gestalten. In den ersten Wochen hat er sich am Geißbockheim alles angeschaut und bewertet. Danach fing er an, aufzuräumen. Die Ergebnisse stimmten. Intern fand er deutliche Worte, einige Spieler wie Eric Martel, Denis Huseinbasic, Florian Kainz oder Luca Waldschmidt wurden von ihm knallhart bewertet. Das sorgte auch im Innenleben für kontroverse Gespräche. In der Folge blieben die Ergebnisse aus. Im nächsten Schritt will Kwasniok gestalten, und zwar einen Kader nach seinen Wünschen. Ob er die Zeit bekommt, hängt jetzt von einem Sieg ab.
Die Situation von FC-Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler: Nach dem Aufstieg wurde er zum „Big Boss“ im sportlichen Bereich. Er holte Kwasniok als Trainer. Die Personalie war im Klub nicht unumstritten. Doch Kessler war von den sportlichen Qualitäten Kwasnioks überzeugt und stattete ihn mit einem Vertrag bis Juni 2028 aus. Trotz ausbleibender Ergebnisse hält er seit Wochen am Trainer fest. Zum einen gibt es Gründe für die sportlichen Probleme, wie den Ausfall von Führungsspieler Timo Hübers, zum anderen sieht Kessler gute Leistungen der Mannschaft. Kessler weiß aber auch, dass der Klassenerhalt über allem steht und es jetzt nur noch um Ergebnisse geht. Der Trainer und die Mannschaft MÜSSEN jetzt punkten.
Die Szenarien: Bei einem Sieg im Derby hat Kwasniok erst einmal Ruhe, wird aber weiter von Spiel zu Spiel von Kessler bewertet. Bei einer Niederlage wird Kessler wohl handeln, zumal ein neuer Coach in der Länderspielpause etwas Zeit hätte, sich einzuarbeiten. Auch ein Unentschieden könnte zu wenig sein. Weiter geht es erst am 5. April mit dem Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt.
Bei den Lösungen gibt es drei Varianten: Im Hintergrund sollen schon Gespräche für den Fall der Fälle geführt worden sein. Eine Lösung: Co-Trainer Rene Wagner rückt nach und übernimmt den Job. Der 37-Jährige hat große Ambitionen, will auf Sicht Cheftrainer im Profifußball werden. Die zweite Variante: Kessler holt einen Feuerwehrmann wie Friedhelm Funkel (72). Der Altmeister führte den FC schon in der vergangenen Saison in den letzten Spielen zurück in die Bundesliga. Oder es gibt einen Trainer mit Perspektive. Gehandelt wird Dino Toppmöller (45), der zuletzt bei Eintracht Frankfurt arbeitete. Er gilt als Coach, der etwas aufbauen will, könnte also zum FC passen.


