Geht jetzt alles ganz schnell? Zustimmung in den Stuttgart-Gremien: Wehrles FC-Abschied rückt näher

Werner Wolf und Alexander Wehrle sehen das 0:2 des 1. FC Köln gegen den FC Augsburg.

Dieses Bild wird es nicht mehr oft geben: Alexander Wehrle (rechts) neben FC-Präsident Werner Wolf auf der Tribüne des Rhein-Energie-Stadions, hier beim Spiel gegen Augsburg am 10. Dezember 2021.

Alexander Wehrles Wechsel zum VfB Stuttgart wird immer konkreter. Die Geschäftsführer-Suche des 1. FC Köln geht damit in die nächste Runde.

Alexander Wehrles (46) vorzeitiger Abschied vom 1. FC Köln rückt näher. Die Tendenz geht klar Richtung Stuttgart-Wechsel – in den VfB-Gremien soll es nach EXPRESS.de-Informationen eine Zustimmung für Wehrle als neuen Vorstandsvorsitzenden geben. Unterschrieben ist bislang aber nichts, letzte Details müssen noch geklärt werden.

Alexander Wehrle will laufenden Vertrag nicht verlängern

Mittwoch (15. Dezember 2021) hatten die Geißböcke mit Philipp Türoff (45) ihren neuen kaufmännischen Geschäftsführer präsentiert. Die Pressemitteilung schloss mit einer kurzen, aber umso wichtigeren Information zu Wehrle ab, „der sich dazu entschlossen hat, seinen laufenden Vertrag nicht zu verlängern“, so der Wortlaut.

Passiert kein Wunder, wird der Geschäftsführer den FC weit vor Ende seines zum 30. Juni 2023 auslaufenden Arbeitspapieres verlassen – Richtung Stuttgart.

Eine Ablösezahlung ist nach EXPRESS.de-Informationen kein Thema, der konkrete Zeitpunkt offen: Einerseits sind schnelle Abschiede bei einem Wechsel zu einem direkten Konkurrenten durchaus üblich, andererseits muss Wehrle auch seinen Nachfolger einarbeiten.

Dann kehrt der gebürtige Bietigheimer zu seinen Wurzeln zurück. Von Juli 2003 an war Wehrle neuneinhalb Jahre lang Referent der Geschäftsführung beim VfB – als Vorstandsvorsitzender steht er bald an der Spitze seines Heimat-Klubs.

Alexander Wehrle übernahm 1. FC Köln nach Claus Horstmann

Vom VfB war er im Januar 2013 als kaufmännischer Geschäftsführer zum 1. FC Köln gewechselt, als Nachfolger von Claus Horstmann (57). Mit ihm als Finanzboss kamen die nach dem fünften Abstieg (2012) finanziell schwer angeschlagenen Geißböcke wieder auf die Beine, steigerten sich wirtschaftlich wie sportlich von Jahr zu Jahr – bis zum Einzug in die Europa League 2017.

Die Sportbosse wechselten, von Jörg Schmadtke (57) zu Armin Veh (60) und Horst Heldt (52), Wehrle blieb die Konstante in der Chefetage. Zwischenzeitlich (und auch aktuell) als alleiniger Geschäftsführer. In der Bundesliga gehört er zu den renommiertesten Machern, ist seit 2019 auch Mitglied im Präsidium der DFL.

Wehrles Abschied bedeutet gewiss eine Zäsur am Geißbockheim, aber kein Chaos oder Trümmerhaufen. Wer den 46-Jährigen kennt, der weiß, dass er mit einem sauberen Übergang selbst dazu beitragen will – allein, weil ihm der Klub extrem am Herzen liegt.

Zwischen Wehrle und dem Vorstand um Oberhaupt Werner Wolf (65) knirschte es – trotz öffentlicher Bekenntnisse zueinander – zuletzt aber gewaltig. Gründe dafür gab es viele. Wehrle passte beispielsweise der Heldt-Rauswurf einen Tag nach dem Relegationssieg in Kiel überhaupt nicht in den Kram, genau wie zuvor die Trennung von Medienchef Tobias Kaufmann.

Präsidium will 1. FC Köln personenunabhängiger aufstellen

Das Präsidium hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Klub personenunabhängiger aufzustellen. Wäre das mit Wehrle überhaupt möglich gewesen?

Nach neuneinhalb Jahren FC, mit seinen unbestrittenen Verdiensten für den Klub und seinem exzellenten Netzwerk in der Stadtgesellschaft hätte er wohl automatisch herausgestochen.

Der Vorstand unterbreitete Wehrle zuletzt zwar noch ein Angebot zur Vertragsverlängerung, hätte ihn damit zur Sprecher der künftig dreiköpfigen Geschäftsführung gemacht. Er empfand die Offerte jedoch nicht als Vertrauensbeweis – es handelte sich nur um eine Verlängerung um ein weiteres Jahr, also bis 2024. Lediglich eine Etappe auf dem FC-Matchplan des Vorstands, der für nachhaltigen Erfolg sorgen soll. Für Wehrle, der sich einen Verbleib unter anderen Umständen vorstellen konnte, zu wenig.

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Die Geschäftsführer-Suche geht für das Kölner Präsidium damit in die dritte Runde. Nach Sportboss Christian Keller (43, legt im April los) und Finanzfachmann Türoff (ab Januar) wird ein Experte für die Bereiche Unternehmensstrategie, Kommunikation, Marketing und Internationalisierung gesucht. (red)

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