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Rüsten für Europa Kessler über heißen Transfer-Sommer: „FC ist viel attraktiver geworden“

Thomas Kessler beim Interview mit EXPRESS.de

Thomas Kessler (hier am 18. Mai 2022) freut sich auf einen spannenden Transfer-Sommer beim 1. FC Köln.

Thomas Kessler leitet die sportlichen Geschicke beim 1. FC Köln. Mit Christian Keller steht ihm ein spannender Transfer-Sommer bevor. Im zweiten Teil des EXPRESS.de-Interviews spricht er über diese Herausforderung.

Thomas Kessler (36) hat seit genau einem Jahr das Amt des „Leiter Lizenzspieler-Abteilung“ beim 1. FC Köln inne. Gemeinsam mit dem neuen Sportboss Christian Keller (43) plant der Ex-Keeper den Köln-Kader für die Europapokal-Saison. Im zweiten Teil des EXPRESS.de-Interviews spricht „Kess“ über die Kölner Transfer-Pläne und die Zusammenarbeit mit seinem neuen Vorgesetzten.

Thomas Kessler, als Spieler hätten Sie inzwischen Urlaub gehabt, jetzt beginnt die herausforderndste Zeit des Jahres mit Blick auf die Kaderplanung. Wie groß ist die Anspannung?

Thomas Kessler: Erst mal ist jetzt die Spieltags-Anspannung weggefallen. Das ist eine Doppelbelastung, die man in so einer Position hat. Du hast immer den Wochenenddruck, mit der Mannschaft erfolgreich sein zu wollen. Auf der anderen Seite bereiten wir jetzt eine neue Spielzeit vor. Das bedeutet natürlich auch viel Arbeit. Viele Gespräche, viele Treffen. Das ist schon auch mit ein bisschen Reiserei verbunden. Aber grundsätzlich ist es das, was mir Spaß macht. Wir haben ein super Team. Wir ergänzen uns sehr gut, haben einen sehr guten Austausch.

Wie läuft eine Kader-Entscheidung ab? Ist das hierarchisch, hat Christian Keller das letzte Wort?

Kessler: Am Ende ist er der Hauptverantwortliche. Er ist unser Chef, er gibt den Weg vor. Aber Fußball funktioniert nicht mehr wie in der Vergangenheit, dass einer den Weg vorgibt und alle laufen hinterher. Es ist auf viele Schultern verteilt, und es funktioniert in einer sehr guten Teamarbeit bei uns. Das letzte Wort hat aber natürlich immer der Chef.

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Christian Keller hat die Transferplanungen klar umrissen: Einen Linksverteidiger, der auch innen spielen kann, noch einen Linksaußen und einen Stürmer. Ist das vorbehaltlich eventueller Abgänge?

Kessler: Wir haben schon ein paar Ideen und haben auch schon einige Gespräche geführt. Wir konnten nach der Saison Entwicklungsfelder im Kader identifizieren, an denen wir uns orientieren. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns nur mit Neuzugängen weiterentwickeln können. Wir haben in dieser Saison eindrucksvoll gesehen, was Steffen Baumgart und sein Trainerteam aus dieser Mannschaft herausholen können. Unsere Aufgabe ist es, ihm eine Mannschaft zur Verfügung zu stellen, die unsere Entwicklung weiter voranschreiten lässt. Die Abgabenseite steht allerdings mit Sicherheit im direkten Zusammenhang damit, wie viele Spieler dazukommen könnten.

Hat die verpasste Qualifikation für die Europa League Auswirkungen auf Gespräche mit potenziellen Neuen?

Kessler: Nein. Ich glaube, wir haben uns in diesem Jahr einen Status auf dem Transfermarkt erarbeitet, wo wir viel attraktiver für einige Spieler sind, als das im letzten Jahr der Fall war. Wir brauchen Spieler, die überzeugt sind, diesen Weg beim 1. FC Köln mitzugehen. Und wir haben einen klaren Plan, den wir potenziellen Spielern zeigen, die für uns infrage kommen. Am Ende ist es mir wichtig, dass die Spieler, die bei uns einen Vertrag unterschreiben, die absolute Überzeugung haben, dass wir der perfekte Partner für eine persönliche Weiterentwicklung sind. Wir wollen keine Spieler, die schon Großes erreicht haben und sich jetzt zurücklehnen, sondern die mit uns Großes erreichen wollen. Wir brauchen hier keinen, der wegen ein paar Euro mehr lieber woanders spielt. Wir wollen den haben, der weiß, was es bedeutet, einen Vertrag beim 1. FC Köln zu unterschreiben. Und ich glaube, da sind wir momentan auf einem vernünftigen Weg.

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Ist die vergangene Transferperiode da schon das beste Beispiel, wie es gehen kann? Kaum Ablösen zu zahlen…

Kessler: Es ist immer ein Mittelweg. Natürlich sind wir in einer schwierigen finanziellen Situation, daher müssen wir unsere Ressourcen gezielt einsetzen. Da muss man kreative Lösungen finden. Es wird eine Mischung sein aus Spielern, die vielleicht schon mal unter Beweis gestellt haben, dass sie es können, dann aber vielleicht schon mal eine Delle erlebt haben. Und aus Spielern, die der ein oder andere noch gar nicht kennt, außer er spielt sehr eifrig Fußballmanager (lacht). Ich glaube, dass wir keine Transfers machen werden, wo die Leute mit der Polonaise durch die Innenstadt rennen und sich freuen, dass sie endlich das Trikot dieses Spielers bekommen. Wir möchten die Spieler gerne so entwickeln, dass die Menschen irgendwann mit eben jenem Trikot über die Ringe rennen und sich freuen, dass er bei uns spielt.

Was ist das für ein Gefühl, Ex-Kollegen wie Louis Schaub oder Jannes Horn wegzuschicken?

Kessler: Es ist Profifußball, wir bewegen uns an der Spitze des Eisberges. Dann ist es klar, dass auch Entscheidungen fallen, die nicht für alle schön und nicht für alle nachvollziehbar sind. Natürlich ist das ungewöhnlich, dass man solche Entscheidungen trifft für jemanden, mit dem man vorher auch noch zusammengespielt hat. Louis und Jannes haben aber sehr früh schon die Tendenz von uns bekommen. Wir haben ihnen auch die Gründe genannt. Wir sind immer noch in einer wirtschaftlich extrem angespannten Situation, in der man auch mal harte Entscheidungen treffen muss. Es geht an Ende nur um den Klub. Das steht über allem.

Bei der Zukunft von Jonas Hector oder Anthony Modeste ist ebenfalls Fingerspitzengefühl gefragt.

Kessler: Wir sind sehr froh, dass beide unsere Spieler sind. Sie waren ein wichtiger Baustein unserer erfolgreichen Saison. Ich bin mir sicher, dass bei beiden der Hunger auf die neue Saison groß ist. Wie es danach weitergeht, wird die Zeit zeigen. Wichtig ist, dass wir mit allen Spielern ehrlich und offen die Situationen kommunizieren.

Es gab eine Situation, wo Sie Anthony Modeste öffentlich gebremst haben, als er meinte, dass er frühzeitig Klarheit haben will. Wie haben Sie das wahrgenommen?

Kessler: Ich bin mit Tony in einem offenen Austausch. Wir kennen uns lange und haben ein Vertrauensverhältnis zueinander. Deshalb darf man aber auch unterschiedlicher Meinung sein. Es ist mir sehr wichtig – und ich weiß auch, dass Christian Keller genauso denkt – dass wir offen und klar mit unseren Spielern kommunizieren.

Es war zu hören, dass es Überlegungen gibt, Jonas Hector einzubinden.

Kessler: Ich kann noch nicht beurteilen, wie lange Jonas noch die Fußballschuhe schnüren möchte. Ich glaube, dass Jonas insgesamt einfach ein Charakter ist, der ein absolutes Vorbild für unsere Nachwuchsspieler ist. Wenn ein so verdienter Spieler bereit ist, irgendwann auch mal für unseren Klub zu arbeiten, dann ist für ihn die Tür immer offen. So wie ich Jonas kenne, wird er das Leben nach dem Sport erst mal mit seiner Familie genießen.

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