FC-Sturm Wechselgedanken, Fitness, Erfahrung: „Sehr gutes Angebot“, aber auch viele offene Fragen

Die FC-Angreifer Anthony Modeste (l.) und Sebastian Andersson jubeln mit Kingsley Schindler (r.) beim Testspiel gegen den TuS Mondorf am 1. Juli 2022.

Die FC-Angreifer Anthony Modeste (l.) und Sebastian Andersson mit Kingsley Schindler (r.) beim Testspiel gegen den TuS Mondorf am 1. Juli 2022

Der 1. FC Köln hat seinen Sturm verstärkt. Stand jetzt verfügt Trainer Steffen Baumgart über reichlich Offensiv-Optionen. Es bleiben allerdings noch Fragezeichen.

Mit neuer Offensiv-Power in die Europa-Saison. Der 1. FC Köln hat auf dem Transfermarkt nachgelegt, will seine Liga-Tore auf mehr Sturm-Schultern verteilen. Viel Auswahl für Trainer Steffen Baumgart (50) – aber auch noch viele offene Fragen.

Anthony Modeste (34), Sebastian Andersson (31) und Steffen Tigges (23) als Stoßstürmer. Dazu mit Sargis Adamyan (29) und Jan Thielmann (19) quirlige Optionen sowie die Youngsters Tim Lemperle (20), Florian Dietz (23) und Maximilian Schmid (19).

Baumgart: „Müssen daran arbeiten, mehrere Torschützen zu haben“

„Wir haben immer gesagt, dass wir daran arbeiten müssen, mehrere Torschützen zu haben“, sagt Steffen Baumgart zu EXPRESS.de über seinen neuen Sturm. Vergangene Saison klaffte hinter Top-Torjäger Modeste (20 Liga-Treffer) bekanntlich eine riesige Lücke. Das soll sich ändern und „dafür haben wir nun ein qualitativ sehr gutes Angebot“, findet der FC-Coach: „Jetzt müssen wir alle Schritt für Schritt dahin entwickeln, ihr Potenzial auf Bundesliga-Niveau abzurufen.“

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Aber: Ob Wechselgedanken, Fitness-Rückstände oder kaum Profi-Erfahrung – noch steht hinter jedem seiner Angreifer ein mehr oder weniger großes Fragezeichen…

Bleiben Modeste und Andersson? Anthony Modeste hat im Trainingslager keinen Hehl daraus gemacht, dass er den FC bei einem passenden Angebot verlassen würde: „Wenn etwas kommt, wo ich noch zwei oder drei Jahre spielen kann, muss ich mit dem Verein reden.“

Für Sebastian Andersson gab es bereits erste Anfragen, so hat sich offenbar Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig mit dem Schweden beschäftigt – vergeblich. In der Vorbereitung konnte er bislang nicht glänzen, blieb als einziger eingesetzter Stürmer ohne Testspiel-Tor.

Steffen Baumgart: Kein Zeitdruck
für Steffen Tigges

Wie fit sind die Neuen? Sargis Adamyan ist erst mit seinem Köln-Wechsel in Donaueschingen in die Saison-Vorbereitung eingestiegen. Der Ex-Hoffenheimer, der intern als Königstransfer angesehen wird und im Test-Kracher gegen Milan (Samstag, 19 Uhr) sein Debüt feiern soll, braucht folglich noch Zeit, um auf seine 100 Prozent zu kommen.

Sargis Adamyan, hier am Training am 14. Juli 2022, soll im Milan-Testspiel erstmals für den 1. FC Köln auflaufen.

Sargis Adamyan, hier beim Training am 14. Juli 2022, soll gegen den AC Mailand erstmals für den 1. FC Köln auflaufen.

Das gilt erst recht für Jan Thielmann (nach Bänderverletzung) und Steffen Tigges, der aufgrund seines Sprunggelenksbruchs zuletzt im Februar spielte. Baumgarts Prognose: „Ich gehe davon aus, dass er nächste Woche endgültig im Mannschaftstraining dabei und zum Anfang der Saison gesund ist. Wir machen da aber keinen Zeitdruck. Uns nützt es nichts, wenn er jetzt spielt und trainiert und dann ausfällt. Wir wollen ihn so weit haben, dass er uns langfristig helfen kann.“

Steffen Baumgart: „Bei Tim sieht man, dass er ganz viel Talent hat“

Wie weit sind die Youngster? Tim Lemperle, Florian Dietz und Maximilian Schmid scharren mit den Hufen, wollen sich im Bundesliga-Team beweisen. Gewiss braucht das Trio noch Zeit, um sich zu entwickeln. Im Falle von Schmid und Dietz über die U21 und (womöglich) eine Leihe. Doch gerade Lemperle, der seine 134 Bundesliga-Minuten der Vorsaison für zwei Tore nutzte, ist heiß auf den nächsten Schritt.

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Der U21-Nationalspieler erklärte im EXPRESS.de-Interview: „Ich denke schon, dass ich der Mannschaft helfen kann. Es gab vergangene Saison ein paar Spiele, in denen ich das nach meiner Einwechslung zeigen konnte. Es bleibt mein Ziel, mich genau über solche Einsätze zu empfehlen, um dann auch mal ein Spiel von Anfang an zu machen.“

Baumgart sagt seinen Youngsters: „Als ich 17 war, habe ich in der zweiten DDR-Liga gespielt, und bis 22 in der Oberliga in Aurich. Danach bin ich als Amateur in einen Bundesliga-Kader gekommen und habe noch 14 Jahre Bundesliga gespielt. Nicht jeder muss als 18-Jähriger immer direkt Stammspieler in der Bundesliga sein, das stört mich. Eine Karriere ist nicht mit 22 vorbei.“

Bezüglich Lemperle ergänzt der FC-Coach: „Bei Tim sieht man, dass er ganz viel Talent hat und ganz viel umsetzen kann, aber eben noch am Anfang seiner Entwicklung steht. Wir geben ihm die Zeit dafür, und er muss die Geduld haben. Auch Jan (Thielmann) und Steffen (Tigges) haben noch einen Weg vor sich.“

Trotz aller offenen Fragen: Baumgart darf sich über mehr Sturm-Optionen freuen – und berechtige Hoffnungen haben, dass sein zweitbester Torschütze dieses Mal mehr als fünf Treffer markiert.

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