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„Stimmung war beschissen“ Matze Lehmann und Thomas Kessler über ihre schlimmste FC-Saison

Alex Iwobi im roten Arsenal-Trikot hat den Ball, Matthias Lehmann ist in seiner Nähe, verliert aber das Gleichgewicht. Im Hintergrund ist Marco Höger zu sehen.

Alex Iwobi vom FC Arsenal behauptet gegenüber Matthias Lehmann (r.) vom 1. FC Köln den Ball. Das Foto entstand beim Europa-League-Spiel am 14. September 2017 im Emirates Stadium.

In der kommenden Spielzeit darf sich der 1. FC Köln erstmals in der Conference League beweisen. Doch immer dann, wenn der FC in den vergangenen 30 Jahren europäisch spielte, lief es in der Bundesliga unterirdisch.

Beim 1. FC Köln ist in den vergangenen 30 Jahren ein klares Muster zu erkennen gewesen: Wenn die Geißböcke auf dem Feld eine grandiose Saison ablieferten und sich am Ende mit der Qualifikation für den Europapokal belohnten, folgte eine Horror-Saison.

Spielten sich die Geißböcke in der Saison 1991/92 noch auf Platz vier und damit in den UEFA-Cup, endete die Bundesliga-Saison 1992/1993 mit viel Glück auf Platz zwölf. Bitterer verhielt es sich in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre, als sich das Team mehrfach für den UI-Cup qualifizierte und im Sommer 1998 erstmals abstieg.

Auf den fünften Platz in der Saison 2016/17 folgte im Jahr darauf der krachende Abstieg – als Tabellenletzter mit 22 Punkten.

Auch in der nun anstehenden Spielzeit darf der 1. FC Köln wieder im internationalen Geschäft mitmischen – und sollte gewarnt sein!

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Ex-FC-Spieler Matthias Lehmann: „Die Stimmung war beschissen“

In der August-Ausgabe des Fußball-Magazins „11 Freunde“ berichten die Ex-Spieler Thomas Kessler (36) und Matthias „Matze“ Lehmann (39) über ihre Erfahrungen aus der Saison 2017/2018, als der 1. FC Köln in der Europa League zwar unter anderem gegen den FC Arsenal spielen durfte, in der Bundesliga aber kein Land sah.

Die Euphorie in der Stadt Köln sei nach der geglückten Europa-League-Quali wochenlang zu spüren gewesen, erklärt der ehemalige Torwart Kessler, der heute Leiter der FC-Lizenzspielerabteilung ist. Er habe in der Spielzeit 2016/2017 das „beste Gemeinschaftsgefühl“ in seiner aktiven Spielerkarriere erlebt. Doch in der folgenden Spielzeit folgte der Niedergang.

Torgarant Anthony Modeste (34) verließ den Verein Richtung China, viele FC-Spieler standen verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. Lehmann: „Alles, was in der Vorsaison super gelaufen war, ging schief. Ein Beispiel: Wir hatten in der Vorbereitung mehr trainiert als je zuvor, extrem viel Krafttraining gemacht, trotzdem fielen ständig Spieler aus. Die Jungs gaben sich beim Arzt regelrecht die Klinke in die Hand.“

Hinzu seien „diverse Nebengeräusche“ gekommen. „Manager Jörg Schmadtke und Trainer Peter Stöger waren auf einmal keine Einheit mehr“, schildert Lehmann. Der 39-jährige Ulmer weiter: „Erst trat der Manager zurück, dann wurde der Trainer entlassen. Es kam wirklich knüppeldick.“

„Sagen wir, wie es ist: Die Stimmung in der Kabine war gegen Ende der Saison absolut beschissen. Unterste Schublade“, offenbart Matthias Lehmann, der zwischen 2012 und 2019 beim FC unter Vertrag stand.

Thomas Kessler: „Geschichte wiederholt sich nicht“

Matthias Lehmann habe damals in der ganzen Stadt Köln „eine Niedergeschlagenheit“ gespürt. Trotzdem hebt Kessler die Fans positiv heraus: „Sie hatten ein unglaubliches Gespür für die Umstände“.

Auf die anstehende FC-Saison schaut Lehmann, der wie Thomas Kessler auch für den FC St. Pauli und Eintracht Frankfurt spielte, dennoch mit Zuversicht: „Die Mannschaft, die Stadt und der Verein sollten sich nicht mehr damit beschäftigen. Das ist Vergangenheit, und Geschichte wiederholt sich nicht.“

Die 40-Punkte-Marke muss aus Kesslers Sicht so schnell wie möglich geknackt werden: „Diesem Ziel werden wir alles unterordnen, ohne die Leistungen in der Conference League und im DFB-Pokal aus den Augen zu verlieren.“

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