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FC sauer nach Elfer-Rätsel Mainz-Führung irregulär – VAR-Boss erklärt Entscheidung

Der strittige Moment: Vor seinem Schuss könnte der Mainzer Marcus Ingvartsen den Ball mit seinem Standbein bereits minimal berührt haben.

Der strittige Moment: Vor seinem Schuss könnte der Mainzer Marcus Ingvartsen den Ball mit seinem Standbein bereits minimal berührt haben.

Beim Bundesliga-Gastspiel in Mainz blieb dem 1. FC Köln nichts erspart. Fünf Gegentore, ein vermeidbarer Platzverweis – und ein Elfmeter zur Mainzer Führung, der eigentlich nicht hätte zählen dürfen.

Was für ein gebrauchter Abend für den 1. FC Köln. Schon zur Pause lag das Team von Trainer Steffen Baumgart (50) in Mainz mit 0:3 hinten, war nach dem Platzverweis von Luca Kilian (23) in der 28. Minute früh einer weniger. Und auch Schiri-Glück hatte der FC bei der 0:5-Klatsche am Freitag (21. Oktober 2022) nicht.

Denn die Mainzer Führung durch ein frühes Elfmeter-Tor (11.) hätte nicht zählen dürfen! Wie Florian Kainz (29) im DFB-Pokal (Mitte Januar gegen den HSV) hatte Schütze Marcus Ingvartsen (26) den Ball bei der Ausführung doppelt berührt – zwar weniger eindeutig, per Lupe aber durchaus erkennbar.

1. FC Köln in Mainz im Elfmeter-Pech

Als Streamingdienst DAZN die Szene in der Halbzeitpause auflöste, legte sich Ex-Nationalstürmer Benny Lauth (41) fest. „Der Ball bewegt sich auf jeden Fall“, sagte der Experte, während Moderatorin Laura Wontorra (33) die Zeitlupe mehrfach in vergrößerter Auflösung einspielen ließ.

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Kölns Lizenzbereich-Leiter Thomas Kessler (36) erklärte nach Abpfiff angesäuert: „Ich will jetzt nicht als schlechter Verlierer hier stehen, aber da wird ein Elfmeter ausgeführt, wo der Schütze nachweislich den Ball zweimal berührt. Da frage ich mich ganz ehrlich, warum das in Köln nicht gesehen wird.“

Bei genauem Hingucken war ersichtlich: Mit dem rechten Standbein brachte Ingvartsen die Kugel ganz leicht in Bewegung, schob den Innenrist versehentlich hauchzart gegen den Ball, ehe er mit seinem starken linken Fuß aufs Tor schoss.

Kessler, dem das entsprechende Video kurz zuvor zugespielt worden war, suchte bereits in der Halbzeitpause das Gespräch mit Schiri Matthias Jöllenbeck (35). Der wusste zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts von der Szene. „Für ihn war das neu“, so der FC-Manager.

Kessler sah vor allem den VAR in der Pflicht: „Das ist kein Vorwurf an den Schiedsrichter, auf dem Spielfeld war es unglaublich schwer zu erkennen. Wenn es nicht kontrolliert wurde, dann muss man dazu mal ein klares Statement bekommen, weil dann habe ich ehrlicherweise kein Verständnis dafür.“

Als der Ex-Keeper nach Schlusspfiff erneut auf Jöllenbeck zuging, hielt sich dessen Einsicht offenbar in Grenzen. „War nicht zufriedenstellend“, raunte Kessler, bevor er in der Gäste-Umkleide verschwand.

Im DFB-Regelwerk heißt es zur Ausführung von Strafstößen: „Der Elfmeter ist abgeschlossen, wenn sich der Ball nicht mehr bewegt, er aus dem Spiel ist oder der Schiedsrichter das Spiel wegen eines Vergehens unterbricht. Der Elfmeterschütze darf den Ball kein zweites Mal spielen.“

Martin Schmidt: „Dann hätten wir 4:0 gewonnen“

Mit dem ersten Kontakt hatte Ingvartsen seinen Strafstoß regeltechnisch ausgeführt – und damit verschossen. Ermessensspielraum gibt es, ähnlich wie bei Zentimeter-Entscheidungen in Sachen Abseits, nicht.

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Der Linksschuss zum 1:0 hätte daher zurückgepfiffen werden müssen. Mainz-Sportdirektor Martin Schmidt (55) wollte sich von der Elfmeter-Diskussion derweil nicht die Sieger-Laune verderben lassen, scherzte: „Dann hätten wir 4:0 gewonnen.“

Mainz-Elfmeter gegen Köln: Rätsel um VAR-Check

Im Kölner Keller herrschte dennoch bis zuletzt Unklarheit. „Auch wir haben uns das in Köln hundertmal angeschaut“, sagte VAR-Chef Jochen Drees (52) nach dem Spiel bei DAZN: „Die Kollegen da haben das sehr akribisch gemacht und nachgeschaut und konnten nicht zweifelsfrei belegen, dass es wirklich so ist.“

Eine klare Fehlentscheidung habe man durch die Bilder nicht ausmachen können. „In einer Einstellung sieht es so aus, als wäre eine Bewegung vom Ball nachzuweisen, in der anderen Einstellung sieht es wieder nicht danach aus. Wir können nur korrigieren, wenn wir einen klaren Beleg dafür haben, der lag hier nicht vor“, so Drees. 

Allerdings: Nachdem der Ball im Netz gezappelt hatte, war die Partie nach nicht einmal 60 Sekunden schon wieder freigegeben. Ob in weniger als einer Minute tatsächlich alle Kamera-Einstellungen zurate gezogen wurden, blieb bei Drees' Einschätzung offen. Zumal Schiri Jöllenbeck, wie erwähnt, zur Pause nichts von der Szene wusste.

Steffen Baumgart fand Drees' Aussagen „interessant“, merkte an: „Den Eindruck, dass man da mit der Lupe draufgeguckt hat, habe ich nicht. Aber wir suchen keine Ausrede. Der Elfmeter war nicht die spielentscheidende Situation.“

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Weil der Doppel-Kontakt für Schiri Jöllenbeck auf dem Rasen kaum zu erkennen war, hätte sich in diesem Fall Video-Assistent Tobias Welz (45) aus dem Kölner Keller melden müssen. Doch ein Hinweis an den Referee, sich die Szene zumindest noch einmal selbst anzuschauen, blieb definitiv aus.

Zwar half der VAR dem FC im zweiten Durchgang zweimal, als beim Stand von 3:0 und 4:0 jeweils ein Mainzer Treffer wegen Handspiels und Abseits zurückgenommen wurde – entscheidend waren die Eingriffe zu diesem Zeitpunkt aber nicht mehr.

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