Aldi, Rewe und Co. Statt Münze im Einkaufswagen: Neue Lösung für Supermärkte geplant

Leipheim – Für Millionen Deutsche ist es der rituelle Beginn des Großeinkaufs: Per Münze oder Chip wird vor den Ladentüren der Einkaufswagen entsperrt, erst danach geht es in den Supermarkt. Seit Jahrzehnten hat sich das simple Pfandsystem bei den Händlern bewährt, doch der Nachfolger steht offenbar schon in den Startlöchern.

  • Neue Lösung für Pfandsystem bei Einkaufswagen
  • Aldi, Rewe, Edeka und Co. könnten auf digitale Lösung setzen
  • Digitale Lösung für Einkaufswagen in der Testphase

Wie das Technik-Portal „Chip.de“ berichtet, hat sich der weltweit größte Einkaufswagen-Hersteller schon länger etwas einfallen lassen, um die Ausgabe der Einkaufswagen auf den neuesten Stand zu bringen. Die Firma Wanzl beliefert in Deutschland alle großen Supermarkt-Ketten mit ihren Wagen.

Einkaufswagen entsperren: Supermärkte könnten auf digitale Lösung vertrauen

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Weil Bargeld bei vielen Menschen inzwischen immer seltener zum Einsatz kommt, fällt auch die Suche nach der passenden Münze für den Einkaufswagen immer schwerer. Cent-Stücke sind in der Regel zu klein, das 2-Euro-Stück passt dagegen nicht in die Öffnung. Und vor dem Trick mit einem Schlüssel warnt beispielsweise Aldi ausdrücklich. Gäbe es da doch eine digitale Lösung…

Genau das treibt die Firma Wanzl aus Leipheim in Baden-Württemberg schon länger um. Das herkömmliche Pfandsystem gilt für viele als überholt, ganz ohne geht es aber auch nicht. Die Lösung könnte sich daher in einer Smartphone-App verstecken.

Entsperr-App für Einkaufswagen: NFC-Technik wird in Supermärkten bereits genutzt

Laut „Chip.de“ läuft bei Einkaufswagen-Giganten schon seit Jahren die Planung des sogenannten „Smart-Trolley“, eines intelligenten Einkaufswagens. Dieser könnte künftig mit einer neuen Schaltfläche versehen werden, an der ein Wagen nach kurzem Funk-Kontakt mit dem Handy entsperrt wird.

Die dafür benötigte Technik wird schon heute an anderer Stelle in vielen Supermärkten verwendet: beim Zahlen mit dem Handy. Über NFC- oder Bluetooth-Funksignale werden binnen weniger Augenblicke Informationen ausgetauscht. Das reicht, um die Zahlung an der Kasse freizugeben oder um den Einkaufswagen zu entsperren.

Doch nicht nur für Kunden könnte das neue Konzept von Vorteil sein, auch die Supermärkte profitieren womöglich vom digitalen Einkaufswagen. Die Entsperrung könnte bei jedem Händler über die hauseigene App laufen. So würden sich noch einmal deutlich mehr Leute die Apps von Aldi, Rewe, Edeka und Co. herunterladen, über die die Händler auch Sonderangebote und Rabatt-Aktionen bewerben.

Einkaufswagen im Supermarkt entsperren: Münze und Chip sollen weiter möglich bleiben

Noch befindet sich die digitale Entsperr-Funktion in der Testphase. „Wir wollen mit Testphasen erste Markterfahrungen sammeln und schauen, wie das insgesamt ankommt“, wird ein Mitarbeiter im Bericht zitiert. Die flächendeckende Ausbreitungen in Deutschlands Supermärkten könne sich noch Jahre hinziehen.

Rewe_Einkaufswagen

Auch Rewe setzt beim Pfandsystem seiner Einkaufswagen derzeit noch voll auf Münzen und Chips.

Ohnehin ist schon jetzt klar, dass kein Weg an einer Kombi-Lösung vorbeiführt. Bei einem rein digitalen Pfandsystem wären zwar nicht mehr die Leute ohne Bargeld aufgeschmissen, dafür aber alle ohne Handy. Um zum Beispiel älteren Menschen auch weiterhin das gewohnte System anzubieten, könnten die Einkaufswagen der Zukunft sowohl mit Münzen als auch per App entsperrt werden. (bc)

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