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Irrer Pakt mit RivalenElon Musk hilft KI-Firma, die er „menschenfeindlich“ nannte

KI-Firma Anthropic holt sich Rechenleistung vom Rivalen Musk

Copyright: Andrej Sokolow/dpa

Anthropic ist ein Rivale von Elon Musks KI-Firma xAI. (Archivbild)

KI-Hammer: Musk verbündet sich mit seinem Erzfeind.

Im erbitterten Wettrennen der KI-Macher sorgt eine Zusammenarbeit für eine riesige Überraschung. Ausgerechnet zwei Erzfeinde spannen zusammen: Die KI-Schmiede Anthropic erhält dringend notwendige Rechner-Power aus einem gewaltigen Datenzentrum von Elon Musk.

Was diesen Pakt so unfassbar macht: Anthropic ist ein direkter Wettbewerber von Musks KI-Firma xAI. Und der Tech-Milliardär selbst hatte den Gegner erst vor wenigen Monaten als „menschenfeindlich“ attackiert.

Nach Hass-Attacken: Musk macht plötzlich gemeinsame Sache

Ganz konkret wird Anthropic die vollständige Leistung des Datenzentrums Colossus 1 von Musks Weltraum-Unternehmen SpaceX beanspruchen, in dem mittlerweile auch xAI sitzt. Das bedeutet für die Firma den Zugang zu mehr als 220.000 extrem begehrten KI-Chips von Nvidia.

Noch im Februar hatte Musk auf seiner Plattform X geätzt, die KI von Anthropic hasse Weiße, Heterosexuelle und Männer. Sein Urteil damals: „menschenfeindlich und böse“. Doch jetzt schlägt der Milliardär ganz andere Töne an.

Er habe vergangene Woche ausgiebig Zeit mit dem Anthropic-Team verbracht und sei „beeindruckt“ davon, wie das Unternehmen sicherstelle, dass seine KI „gut für die Menschheit“ sei. Deshalb habe er zugestimmt, Colossus 1 an den Wettbewerber zu vermieten. Musks eigene KI-Forschung zieht währenddessen in das nächste Datenzentrum, Colossus 2, um.

Ein Krieg an allen Fronten

Der Deal ist Teil eines komplexen Machtspiels der Tech-Riesen. Bei Musks Firma xAI wird der Chatbot Grok entwickelt, der direkt gegen Anthropics KI-Software Claude antritt. Beide Konzerne sind wiederum Gegenspieler des ChatGPT-Entwicklers OpenAI, mit dem Musk seit Jahren eine immer härtere Fehde austrägt. Aktuell will er OpenAI-Chef Sam Altman sogar per Gerichtsprozess aus dem Amt jagen.

Und die Pläne werden immer verrückter: Laut SpaceX hat Anthropic auch Interesse an einer Zusammenarbeit bei Musks Plan, Datenzentren für KI im Weltall zu errichten. Musk behauptet, dass wegen Energieknappheit auf der Erde künftig genügend Rechner-Power nur noch im Orbit zu finden sei. Allerdings bestehen Zweifel, ob ein solches Vorhaben überhaupt profitabel umgesetzt werden kann.

KI als Cyberwaffe? Firma im Clinch mit dem Pentagon

Die Kooperation birgt auch erhebliche Gefahren. Anthropic stand zuletzt immer wieder im Fokus, weil die Firma sich weigerte, ihre KI-Modelle für autonome Waffensysteme oder zur Massenüberwachung in den USA freizugeben. Das Pentagon stufte das Unternehmen daraufhin als „Lieferketten-Risiko“ ein, was den Einsatz der Software in US-Behörden massiv erschwert. Anthropic klagt dagegen.

Wie mächtig die Technologie ist, demonstrierte die Firma aber selbst: Ein neues Modell namens Claude Mythos Preview kann teils jahrzehntealte Sicherheitslücken in Software aufspüren. In den falschen Händen wäre es eine brandgefährliche Cyberwaffe. Gleichzeitig könnte es der US-Regierung helfen, eigene Systeme zu schützen und mögliche Schwachstellen im Ausland für Spionage zu nutzen. Anthropic hat keine Absicht, dieses mächtige Werkzeug öffentlich zu machen. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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