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Krise frisst BetriebeZahl der Firmenpleiten auf Rekordhoch – auch Deutschland betroffen

Firmenpleiten in Deutschland

Copyright: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Im vergangenen Jahr haben in Deutschland gut 24.000 Unternehmen Insolvenz angemeldet.

Rekord-Pleiten in Europa! Deutschland ist hart getroffen

Pleite-Welle rollt über Europa! Rekord an Firmen-Insolvenzen – Deutschland hart getroffen

Die Wirtschaftskrise trifft Westeuropa mit voller Wucht, für viele Betriebe hat sie existenzbedrohende Konsequenzen. Laut der Auskunftei Creditreform kletterte die Anzahl der Firmenpleiten im Vorjahr auf den höchsten Wert seit Beginn der Datenerfassung 2002. Für das Jahr 2025 wurden gut 197.610 Insolvenzen registriert – das ist ein Plus von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und bereits der vierte Anstieg in Serie.

„Die Krise ist nicht nur konjunkturell, sie ist strukturell. Ein schwacher Welthandel und geopolitische Risiken setzen Europas Unternehmen zu“, erklärt Patrik-Ludwig Hantzsch, der die Wirtschaftsforschung bei Creditreform leitet. Gleichzeitig würden teure Energie und überbordende Vorschriften die Konkurrenzfähigkeit zahlreicher Firmen lähmen, insbesondere gegenüber den Vereinigten Staaten und China. „Diese doppelte Belastung frisst sich tief in die Substanz vieler Betriebe.“ Für das laufende Jahr wird mit einem weiteren Anstieg der Fälle gerechnet.

Das aktuelle Niveau an Insolvenzen in Westeuropa übersteigt laut Hantzsch sogar das Ausmaß nach der globalen Finanzkrise von 2008/2009. In den zurückliegenden Jahren sind die Zahlen stark geklettert. Obwohl sich die Zunahme zuletzt etwas verlangsamte, schätzen Fachleute die Situation weiterhin als sehr angespannt ein.

Europa im Spagat: Die Kluft wird größer

Im letzten Jahr ist die Zahl der Unternehmenspleiten in der Mehrheit der westeuropäischen Staaten gewachsen. Ein besonders kräftiger Anstieg war in der Schweiz zu beobachten (+35,3 Prozent). Creditreform führt das hauptsächlich auf eine Gesetzesnovelle vom Anfang des Jahres 2025 zurück. Demnach wurde die Durchsetzung von Forderungen der öffentlichen Hand strenger gehandhabt, was die reale Schwelle für einen Bankrott senke.

Ein überproportional starkes Wachstum der Pleiten wurde 2025 auch in Griechenland (+24,4 Prozent), Finnland (+12,1 Prozent) sowie Deutschland (+8,8 Prozent) registriert. Hierzulande zählte man mehr als 24.000 solcher Fälle, was den höchsten Wert seit dem Jahr 2014 darstellt.

Dagegen konnte in sechs Staaten, zu denen die Niederlande, Irland und Norwegen gehören, jüngst eine Abnahme verzeichnet werden. „Europa entwickelt sich zunehmend auseinander, und die wirtschaftliche Schwäche der zentralen Industrieländer wirkt als Belastungsfaktor für den gesamten Kontinent“, kommentierte Hantzsch die Lage.

Bei den Pleiteraten ergibt sich eine differenzierte Situation. An der Spitze des Rankings steht Luxemburg mit 243 Pleiten pro 10.000 Firmen, danach kommen die Schweiz (197) und Dänemark (168). Die geringsten Raten weisen Griechenland (3) sowie die Niederlande (13) auf. Mit einem Wert von 77 befindet sich Deutschland im mittleren Bereich, wobei die Aussagefähigkeit dieser Zahlen eingeschränkt ist.

Service-Branche leidet am meisten

Die Daten lassen sich laut Creditreform nur eingeschränkt miteinander vergleichen. Die nationalen Gesetze zum Konkursrecht weichen teilweise stark voneinander ab und Geschäftsaufgaben werden nicht in jedem Land durch ein offizielles Insolvenzverfahren erfasst. Außerdem existieren oft diverse, sich widersprechende Erhebungen zur Anzahl der Firmen.

In den großen Wirtschaftssektoren zeigten die Pleiten jüngst eine unterschiedliche Entwicklung. Der Zuwachs der Fälle war bei den Dienstleistungsunternehmen (+8,7 Prozent) und in der Industrie (+3,6 Prozent) deutlicher als im Bereich Handel und Gastronomie (+3 Prozent) sowie auf dem Bau (+0,1 Prozent).

Der Experte Hantzsch betonte, die Misere sei keineswegs mehr nur auf die Industrie begrenzt. Geringe Kauflaune der Verbraucher und ein fortwährender Druck auf die Preise würden besonders Branchen treffen, die nah am Endkunden sind. Mit einem Anteil von über 43 Prozent fielen die häufigsten Unternehmenspleiten im Jahr 2025 wieder auf den Servicesektor. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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