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Solar-Ausbau gerät ins StockenWeniger neue Anlagen gebaut – Verband schlägt jetzt Alarm

Solaranlage auf einem Dach

Copyright: Rainer Jensen/dpa

Der Bau von neuen Solaranlagen stockt - vor allem im Privatbereich. (Archivbild)

Solar-Ausbau bricht ein: Wird der Strom jetzt teurer?

Hiobsbotschaft für Fans von Solarenergie: In Deutschland bricht der Ausbau neuer Anlagen ein. Ein besonders gefragter Sektor leidet massiv, was sich direkt auf Ihr Portemonnaie auswirken könnte.

Die Hoffnung auf billigen Strom vom eigenen Hausdach erleidet einen herben Rückschlag. Die Errichtung neuer Photovoltaik-Anlagen ist in Deutschland spürbar zurückgegangen. Eine Auswertung des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar), die auf Zahlen der Bundesnetzagentur beruht, zeigt für das erste Quartal einen Einbruch von sechs Prozent bei der neu geschaffenen Kapazität gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. In Summe wurden lediglich etwa 3,5 Gigawatt an maximaler Leistung neu angeschlossen.

Besonders hart trifft es den Sektor der Gebäudeinstallationen. Bei privaten Hausanlagen fiel die neu installierte Maximalkapazität um empfindliche 21 Prozent auf nur noch 0,85 Gigawatt. Die Lage im gewerblichen Bereich ist noch düsterer: Dort stürzten die Neuinstallationen auf Dächern um ganze 33 Prozent auf 0,6 Gigawatt ab.

Flaute auch bei den Mini-Anlagen

Sogar die kleinen und preiswerten Balkon-Module verzeichnen einen Dämpfer. Der Zuwachs in diesem Bereich ging um sechs Prozent auf 0,09 Gigawatt zurück. Das ist ein deutliches Signal, dass der Hype um die persönliche Energiewende fürs Erste abkühlt.

Ein noch heftigeres Minus in der Gesamtbilanz wurde nur durch einen positiven Trend bei den Solarparks auf freier Fläche verhindert. Die neu hinzugekommene Maximalkapazität bei diesen typischerweise sehr großen Projekten kletterte um 20 Prozent auf einen Wert von 1,97 Gigawatt.

Solar-Lobby ist alarmiert

Angesichts der Entwicklung spricht der BSW-Solar eine deutliche Warnung aus und stemmt sich gegen zusätzliche Förderkürzungen. Der Verband erwartet für die kommenden Wochen zwar eine „zumindest leichten Belebung der Nachfrage“, weil viele Menschen wegen der Energiekrise und aus Angst vor Fördereinschnitten noch schnell handeln wollen.

Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig stellt jedoch klar, dass dies keine stabilen Rahmenbedingungen für Investitionen ersetzen könne. Die wieder aufflammende Energiekrise mache deutlich, wie dringend Deutschland durch einen beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien und Speicher von kostspieligen Importen unabhängig werden müsse. Sein Appell ist unmissverständlich: „Wer bei der Solarenergie jetzt auf die Bremse tritt, schadet dem Wirtschaftsstandort und drosselt den beliebtesten Energiepreisdämpfer der Bürgerinnen und Bürger.“ (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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