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Schutz statt VerboteUmfrage zeigt, was Jugendliche wirklich über Social Media denken

Smartphone-Nutzung bei Jugendlichen

Copyright: Elisa Schu/dpa

Jugendliche fordern tendenziell statt Verboten eher besseren Schutz auf digitalen Plattformen.(Symbolbild)

Jugend will keinen Bann, sondern Schutz auf Social Media.

Deutschlands Jugend hat eine klare Botschaft, wenn es um Social Media geht: Verbote sind der falsche Weg! Viel wichtiger ist es, sie auf den Plattformen besser zu schützen. Das zeigt eine neue, repräsentative Studie von Unicef. Dafür hat das Sinus-Institut in den ersten beiden Aprilwochen online 1.072 junge Leute im Alter von 14 bis 16 Jahren befragt.

Die Ergebnisse offenbaren eine gespaltene Haltung: Auf die Frage, ob soziale Medien für unter 16-Jährige komplett tabu sein sollten, sagen nur 10 Prozent, das sei eine sehr gute Idee. 15 Prozent finden es eher gut und 28 Prozent teilweise. Demgegenüber stehen 24 Prozent, die so ein Verbot für wenig sinnvoll halten, und 22 Prozent, die es für totalen Quatsch halten.

Altersgrenze? Das denken die Jugendlichen wirklich

Ganz anders sieht es aus, wenn die Grenze bei 14 Jahren gezogen wird. Dann finden 30 Prozent ein Verbot absolut richtig und weitere 24 Prozent eher gut. Aber jetzt kommt der Hammer: Satte 88 Prozent sind überzeugt, dass die Kids solche Regeln sowieso austricksen würden. Sei es über die Handys der Eltern oder durch den Umzug auf Plattformen, wo keiner so genau hinschaut.

Die Vorteile von Social Media überwiegen für 38 Prozent der Teenager zwischen 14 und 16. Die größte Gruppe (46 Prozent) sieht ein Gleichgewicht zwischen Gut und Schlecht. Nur 16 Prozent finden, dass die negativen Seiten klar dominieren. Der größte Pluspunkt ist für die allermeisten die Verbindung zu anderen: Ganze 82 Prozent bleiben so mit Freunden und Familie im Austausch. Und 74 Prozent sagen, sie finden dort kreative Anregungen und frische Impulse.

Die dunkle Seite: Hass, Sucht und Fake News

Aber die jungen Leute sind nicht naiv und benennen die Probleme schonungslos. Ein riesiges Thema für 74 Prozent: Sie verlieren auf den Plattformen komplett das Zeitgefühl. Als die Top-Gefahren identifizieren sie ganz klar: Anfeindungen, Hetze und Mobbing (50 Prozent), das ewige Weiterscrollen, von dem man nicht loskommt (44 Prozent), und gezielte Falschmeldungen, auch Fake News genannt (42 Prozent).

Was muss also passieren? Die Jugendlichen haben da ganz konkrete Forderungen. Eine überwältigende Mehrheit – 84 Prozent – will bessere Filter für Inhalte und dass unpassender Kram schnell verschwindet. Automatisch eingeschaltete Schutzfunktionen, etwa private Profile oder Kontaktverbote für Fremde, finden 80 Prozent super. Und wer soll's richten? Hier ist die Meinung klar: 42 Prozent nehmen vor allem die Anbieter in die Pflicht. Nur 15 Prozent sehen die Politik oder den Staat am Zug, während 25 Prozent von einer gemeinsamen Anstrengung aller Beteiligten ausgehen.

Für Christian Schneider, den Geschäftsführer von Unicef Deutschland, belegt die Studie, dass die jungen Leute die Gefahren online genau einschätzen können. «Sie haben klare Vorstellungen davon, was helfen würde, diesen sicherer zu gestalten. Die Jugendlichen sagen uns: Verbote allein bringen gar nichts. Was sie sich wünschen, ist ein digitaler Raum, der sicher und altersgerecht ist.» Er nimmt die Betreiber der Plattformen in die Pflicht: Diese müssten mit voreingestellten Schutzoptionen, einer strikten Moderation von Inhalten und wirksamen Sicherheitsvorkehrungen endlich ihre Verantwortung wahrnehmen. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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