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„City of Love“Heiratsantrag in ARD-Datingshow geht schief

Das könnte was werden: Martha (links) und Matt haben Gefallen aneinander gefunden. Lola Weippert freut's.  (Bild: SWR/ Screenshot)

Das könnte was werden: Martha (links) und Matt haben Gefallen aneinander gefunden. Lola Weippert freut's. (Bild: SWR/ Screenshot)

Für Datingshow-Fans, die von Knutsch-Spielen im Pool und Dauerzoff die Nase voll haben, könnte womöglich das neue Format „City of Love“ etwas sein. Die von SWR und hr produzierte Kuppel-Sendung mit Lola Weippert setzt auf langsames Kennenlernen, gepaart mit Sightseeing. Funktioniert das?

Die Datingshows der Privaten überbieten sich seit einiger Zeit mit immer abgedrehteren Paarungs-Konstellationen von Influencerinnen und Trash-TV-Muskelboys.

Mit der ARD- und ORF-Show „Herzblatt“ (1987-2005), oft „die Mutter aller Dating-Shows“ genannt, hat das bunte Treiben mittlerweile kaum noch was zu tun.

Nun möchten die öffentlich-rechtlichen Sender offenbar wieder mitmischen beim Verkuppeln paarungswillige Singles und schicken mit „City of Love“ eine Art „Slow Dating“-Format ins Rennen. Mit im Boot der von den ARD-Sendern SWR und hr produzierten Show: die ehemalige „Temptation Island“-Moderatorin Lola Weippert (29).

Funkt's beim Weißwurst-Zuzeln?

Pro Folge schickt diese je zwei Single-Paare auf einen Rikscha-Städtetrip. Dabei müssen die Liebeshungrigen „Challenges“ bestreiten - ein Mix, der laut Pressetext für „Spannung und Schmetterlinge“ sorgen soll.

Von RTL zur ARD: Lola Weippert will bei den Öffentlich-Rechtlichen Singles verkuppeln.  (Bild: SWR)

Von RTL zur ARD: Lola Weippert will bei den Öffentlich-Rechtlichen Singles verkuppeln. (Bild: SWR)

In der Münchner Auftakt-Folge hoffen zunächst die Leonbergerin Laura (37) und der Freiburger Andreas (40) auf neues Liebesglück. Beide haben je zwei Kinder und scheinen auch sonst einiges gemeinsam zu haben: „Das passt wie die Faust aufs Auge“, glaubt Lola.

Tatsächlich scheinen die beiden Spaß zu haben beim Meistern ihrer „Challenges“, die zunächst recht harmlos anmuten: Mit Seppl-Hut und Lebkuchenherz bewaffnet ein Touri-Foto am Marienplatz schießen oder auf dem Viktualienmarkt Weißwürste zuzeln - ja mei.

Wen hat man ihr ausgesucht? Laura ist gespannt.  (Bild: SWR/ Screenshot)

Wen hat man ihr ausgesucht? Laura ist gespannt. (Bild: SWR/ Screenshot)

Später aber geht's mit der Rikscha ab in den Olympiapark, wo sich beide an einer „Flying Fox“-Zipline vom Dach des Olympiastadions stürzen sollen. Andreas ist begeistert, Laura eher mulmig - sie springt allerdings trotzdem und Lola lobt ihren Mut.

Andreas ist kein Weißwurst-Profi, stellen er und Date-Partnerin Laura amüsiert fest.  (Bild: SWR/ Screenshot)

Andreas ist kein Weißwurst-Profi, stellen er und Date-Partnerin Laura amüsiert fest. (Bild: SWR/ Screenshot)

Die beiden anderen Singles der Show - der 37-jährige Matthew, genannt Matt, und die 29-jährige Martha, wohnen in München und dürfen hier Orte etwas abseits der traditionellen Hotspots erkunden - im hippen Werksviertel etwa absolvieren sie in sogenannten Hot Rods mit verbundenen Augen einen kleinen Parcours, bevor sie in den Mini-Autos sogar auf die Straße dürfen und schließlich zu einem „Heiratsantrag“ mit Apfelring „genötigt“ werden. Blöd nur, dass Matt die Süßigkeit ableckt, bevor er seine Aufgabe liest. Aber egal - er und Martha können drüber lachen.

Bei einem Paar prickelt's

Und auch für sie gibt's eine Kulinarik-Station: Beim „Verrückten Eismacher“ dürfen sie eine neue Sorte kreieren. Nach einer kleinen Diskussion über Lieblingsgeschmäcker einigt man sich auf Champagner-Mango-Chili-Eis. Prickeln, Süße, Schärfe - „das kulminiert irgendwo so den ganzen Tag in einer Schale“, findet Matt, und auch Martha wirkt angetan.

Bei Matt und Martha stimmt der Vibe.  (Bild: SWR/ Screenshot)

Bei Matt und Martha stimmt der Vibe. (Bild: SWR/ Screenshot)

Am Ende des Citytrips dürfen sich die Singles getrennt voneinander entscheiden, ob sie ihr Gegenüber wiedersehen wollen. Laura wäre willig, doch Andreas entscheidet sich gegen ein zweites Date, da ihm das Kribbeln gefehlt habe. Nichtsdestotrotz bescheinigt er seiner Blind-Date-Partnerin, eine „herzenswarme, supersympathische und auch 'ne ganz offene, einfühlsame Person“ zu sein. Die wirkt etwas enttäuscht, als Andreas nicht zum Treffpunkt auf dem Kabelsteg erscheint, aber nicht am Boden zerstört: „War ein schöner Tag“, lässt sie Lola wissen.

Mehr Glück hat Martha: Nicht nur sie, auch Matt hat die Option „Wiedersehen“ angeklickt und so bekommen beide nun einen Gutschein für ein Candle-Light-Dinner und dürfen auf der Brücke ein Liebesschloss anbringen. Der Beginn einer großen Liebe? Das bleibt leider offen.

Und was halten wir nun von dem neuen Format? Nun, wer etwas zum Aufregen und Lästern sucht, ist hier sicher falsch - zu sympathisch und „normal“ die Protagonistinnen und Protagonisten, zu zahm die „Challenges“ und der Erzählstil der Sendung. Alle, die einfach mal was Nettes zum Abschalten und Mitfreuen suchen, sind hier aber sicher gut aufgehoben. Bis zum nächsten Mal in Stuttgart, Frankfurt und Freiburg ... (Folge 1 läuft am Dienstag, 2. September, um 20.15 Uhr im hr. Schon jetzt sind jedoch alle Folgen in der ARD-Mediathek verfügbar.) (tsch)