Wutausbrüche, Beleidigungen und legendäre TV-Momente: Diese elf Ausraster schrieben Fernsehgeschichte. Erinnerst du dich an alle?
Wut, Wahn und WortgefechteDie 11 größten TV-Ausraster der deutschen TV-Geschichte

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Bayern-Trainer Giovanni Trapattoni bei seiner legendären Pressekonferenz nach der Kritik an seiner Mannschaft. Mit Sätzen wie „Was erlauben Strunz?“ und „Flasche leer“ sorgte der Italiener für einen unvergessenen Auftritt. (Archivbild)

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Wutausbrüche, fliegende Gläser und legendäre Wortgefechte: Das deutsche Fernsehen hat immer wieder Momente hervorgebracht, in denen vor laufender Kamera die Nerven blank lagen. Prominente verloren die Beherrschung, beschimpften ihre Gegenüber, verließen wutentbrannt das Studio oder sorgten mit ihren Ausrastern für TV-Geschichte. Hier sind die elf denkwürdigsten TV-Ausraster Deutschlands, über die bis heute gesprochen wird. Erinnerst du dich an alle?
Rudi Völler und der Weizenbier-Waldi (2003)
Nach dem enttäuschenden 0:0 der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Island am 6. September 2003 platzte Teamchef Rudi Völler im ARD-Interview mit Waldemar Hartmann der Kragen. Völler wehrte sich gegen die Kritik an der Mannschaft und griff vor allem die Einschätzungen von Experten und Medien scharf an.
In seiner wütenden Abrechnung verteidigte er die Spieler, beklagte die ständige negative Berichterstattung und sorgte mit Sätzen wie „Ihr sitzt da oben, habt drei Weizen getrunken und seid schön locker“ für Aufsehen. Die „Wutrede“ nach dem Spiel wurde zu einem der bekanntesten Fußball-TV-Momente in Deutschland. 2026 sorgte Völler erneut mit dem Begriff „Scheißhausparolen“ für Schlagzeilen, als er sich gegen Kritik und Gerüchte rund um die Nationalmannschaft wehrte.
Karin Struck rastet in der NDR-Talkshow aus (1992)
In der „NDR Talk Show“ geriet die Schriftstellerin Karin Struck 1992 bei einer Debatte über Abtreibung mit der damaligen Familienministerin Angela Merkel aneinander. Struck, eine entschiedene Gegnerin von Schwangerschaftsabbrüchen, fiel Merkel und Moderator Wolf Schneider mehrfach ins Wort und reagierte zunehmend aufgebracht.
Als sie die Runde verlassen wollte, eskalierte die Situation: Beim Versuch, sich von der Mikrofonverkabelung zu lösen, zog sie ihr Kleid hoch, riss das Mikrofon samt Sender vom Körper und schleuderte es ins Publikum. Anschließend warf sie ein gefülltes Rotweinglas, das eine Zuschauerin traf, und verließ wütend das Studio.
Til Schweiger pöbelt gegen Andreas Scheuer bei „Maischberger“ (2015)
In der ARD-Talkshow „Maischberger“ gerieten Schauspieler Til Schweiger und der damalige CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer 2015 während einer Diskussion über die Flüchtlingspolitik aneinander. Schweiger war per Liveschalte zugeschaltet und forderte unter anderem mehr Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit sowie Unterstützung für Flüchtlingsunterkünfte.
Als Scheuer einen Vorschlag des Schauspielers als „albern“ bezeichnete, reagierte Schweiger verärgert. Er warf dem CSU-Politiker vor, ihn provozieren zu wollen, und sagte schließlich: „Sie gehen mir auf den Sack, echt!“ Nach dem Ausbruch beruhigte sich die Situation wieder. Schweiger entschuldigte sich noch während der Sendung bei Scheuer für seine Wortwahl, blieb aber bei seiner Kritik an der politischen Haltung des CSU-Politikers. 2026 legte Schweiger dann zur Abwechslung einen betont lustlosen Auftritt in einer ARD-Show hin.
Klaus Kinski legt sich mit Moderator bei „Je später der Abend“ an (1977)
Klaus Kinski war für seine impulsiven Auftritte bekannt und sorgte auch im Fernsehen mehrfach für Aufsehen. Besonders in Erinnerung blieb sein Auftritt in der WDR-Talkshow „Je später der Abend“ im Jahr 1977. Statt die Fragen von Moderator Reinhard Münchenhagen zu beantworten, wich der Schauspieler immer wieder aus und griff den Gastgeber verbal an.
Kinski bezeichnete ihn mehrfach als „Herr Münchhausen“ und geriet zunehmend in Rage. Als sich ein Zuschauer aus dem Publikum einmischte, beschimpfte Kinski auch ihn. Die Sendung entwickelte sich zu einer chaotischen Auseinandersetzung, in der ein normales Interview kaum noch möglich war.
Götz George gerät mit Thomas Gottschalk aneinander (1998)
Bei seinem Auftritt 1998 zur Vorstellung des Films „Solo für Klarinette“ sorgte Götz George für einen der frostigsten Momente in der Geschichte von „Wetten, dass..?“. Der Schauspieler war genervt, forderte Gottschalk auf, endlich über den Film zu sprechen, und wurde vom Publikum ausgebuht.
Fünf Jahre später folgte die überraschende Fortsetzung: Gemeinsam mit Christiane Hörbiger lieferte sich George erneut ein scheinbares Wortgefecht mit Gottschalk – diesmal stellte sich der Streit als gespielter TV-Scherz heraus.
Giovanni Trapattoni hat „Flasche leer“ (1998)
Nach einer Niederlagenserie des FC Bayern München platzte Trainer Giovanni Trapattoni am 10. März 1998 auf einer Pressekonferenz der Kragen. Zwei Tage nach der 0:1-Pleite gegen Schalke 04 rechnete der Italiener mit Teilen seiner Mannschaft ab und kritisierte unter anderem Mario Basler, Mehmet Scholl und Thomas Strunz. In einer dreieinhalbminütigen Wutrede im gebrochenen Deutsch machte Trapattoni seinem Ärger Luft.
Vor allem seine Ausrufe „Was erlauben Strunz?“, „Diese Spieler waren schwach wie eine Flasche leer“ und „Ich habe fertig“ blieben hängen. Die ungewöhnlichen Formulierungen des Bayern-Trainers wurden zu geflügelten Worten und werden bis heute zitiert.
Nikel Pallat zerschlägt den Tisch beim WDR-Talk (1971)
Während einer Diskussion über die Musikindustrie in der WDR-Sendung „Ende offen – der Musikladen“ sorgte Nikel Pallat, Manager der Politrockband Ton Steine Scherben, für einen spektakulären Eklat. Im Gespräch über die Abhängigkeit von Künstlern und die Macht der Plattenindustrie wurde die Stimmung zunehmend angespannt.
Plötzlich holte Pallat eine Axt hervor und schlug damit auf den Studiotisch ein, um seinen Protest gegen die bestehenden Strukturen zu verdeutlichen. Anschließend nahm er ein Mikrofon samt Technik an sich und verließ die Sendung.
Nina Hagen beschimpft Jutta Ditfurth bei „Maischberger“ (2005)
In der ARD-Talkshow „Maischberger“ gerieten Punk-Sängerin Nina Hagen und die Publizistin Jutta Ditfurth heftig aneinander. Auslöser war eine Diskussion über Hagens spirituelle Überzeugungen, die Ditfurth als esoterisch kritisierte. Hagen reagierte empört, unterbrach ihre Gesprächspartnerin mehrfach und rief ihr entgegen: „Du kennst mich doch gar nicht!“
Sie warf Ditfurth vor, sie falsch darzustellen und ihre Ansichten nicht zu verstehen. Der Streit eskalierte weiter: Hagen beschimpfte Ditfurth vor laufender Kamera als „blöde Kuh“ und griff sie in ihrer Wut auch persönlich an, indem sie sie als „dicke Frau“ bezeichnete.
Kurt Krömer bricht „Chez Krömer“ mit Faisal Kawusi ab (2022)
In seiner rbb-Sendung „Chez Krömer“ geriet Kurt Krömer mit dem Comedian Faisal Kawusi in eine hitzige Auseinandersetzung. Thema waren unter anderem kontroverse Aussagen Kawusis und die öffentliche Kritik daran. Während des Gesprächs wurde die Stimmung zunehmend angespannt, immer wieder kam es zu Streit über die jeweiligen Positionen.
Schließlich zog Krömer die Konsequenz: Er beendete das Gespräch vorzeitig, stand auf und verließ das Studio. Die ungewöhnliche Szene wurde nach der Ausstrahlung intensiv diskutiert.
Katrin Sass geht auf Peer Kusmagk bei „Markus Lanz“ los (2013)
In der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ eskalierte eine Diskussion über das Dschungelcamp zwischen Katrin Sass und dem ehemaligen Dschungelkönig Peer Kusmagk. Als Kusmagk seine Teilnahme an „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ verteidigte, verlor die Schauspielerin die Fassung.
Sie warf ihm vor, nur wegen der 50.000 Euro in den Dschungel gegangen zu sein, und wetterte: „Wie blöd muss man denn sein?“ Als Kusmagk sich gegen die Attacken wehrte, legte Sass nach: „Das wird aber auch mal Zeit, mein Junge.“ Moderator Markus Lanz musste mehrfach eingreifen, um die Situation zu beruhigen.
Joachim Bublath verlässt wegen Nina Hagen die Show „Maischberger“ (2007)
Sandra Maischberger hatte offenbar nichts aus dem ersten Eklat gelernt und lud Nina Hagen erneut in ihre Sendung ein. In der ARD-Talkshow „Maischberger“ zum Thema „Ufos, Engel, Außerirdische – sind wir nicht allein?“ kam es 2007 wieder zu einer heftigen Auseinandersetzung. Hagen schilderte ihre Überzeugung von außerirdischem Leben und geriet mit dem Wissenschaftsjournalisten Joachim Bublath aneinander, der ihre Aussagen wissenschaftlich einordnen wollte.
Sie unterbrach ihn mehrfach, kritisierte seine Haltung und bezeichnete ihn schließlich als „Alien-Geschöpf“. Bublath reagierte verärgert, erklärte, er fühle sich wie in einem „Kuriositäten-Kabinett“, und verließ vor Ende der Sendung das Studio. Sandra Maischberger zog die Reißleine und lud Nina Hagen nie wieder ein. Auch Joachim Bublath kehrte danach nicht mehr in die Talkshow zurück.
