Zoff um den Iran-KriegDeutscher Außenminister stellt bei G7-Treffen klare Forderung

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Ringen mit Rubio um gemeinsame Iran-Linie.
Dicke Luft bei den G7! In Frankreich zoffen sich die Außenminister der großen Industrienationen um den richtigen Weg für ein Ende des Iran-Konflikts. Besonders knirscht es zwischen Deutschland und den USA: Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) verlangt von seinem US-Kollegen Marco Rubio, Europa endlich in die Pläne Washingtons einzuweihen. Rubio wiederum verteidigt, wie die dpa meldet, vor seiner Abreise die Kritik von Präsident Donald Trump, wonach die Nato-Partner Teheran im Stich gelassen hätten, als Amerika um Beistand bat.
Laut Rubio habe Trump darauf hingewiesen, dass Amerika immer wieder um Beistand in Konflikten ersucht wurde und auch zur Stelle war. Als Washington jedoch selbst um Hilfe bat, habe es vom Bündnis eine Abfuhr erhalten. Die Gefährdung des weltweiten Seeverkehrs durch Teheran sei ein klarer Bruch des Völkerrechts. Alle Staaten, die dieses Recht hochhalten, müssten nun handeln.
Mitglieder der „Gruppe der Sieben“ sind neben der Bundesrepublik auch Frankreich, das Vereinigte Königreich, Italien, Japan, Kanada sowie die Vereinigten Staaten. Die Zusammenkunft in einem ehemaligen Kloster bei Paris markiert das erste offizielle Gipfeltreffen der G7-Außenminister seit Ausbruch des Iran-Konflikts vor einem Monat.
Wadephul erwartet Infos über Bedingungen für Kriegsende
Im TV-Sender RTL machte der Bundesaußenminister seinem Ärger Luft: „Wir als Europäer müssen natürlich einbezogen werden jetzt in die Gedankenwelt der USA, wie dieser Krieg beendet werden kann.“ Der Konflikt habe massive Auswirkungen auf die Konjunktur und die Energiekosten in Deutschland und ganz Europa.
„Deswegen müssen wir natürlich wissen, wann und unter welchen Bedingungen dieser Krieg beendet werden kann, wann die Ziele erreicht werden können.“ Diese Dringlichkeit, so Wadephul, wolle er bei der Zusammenkunft in Vaux-de-Cernay seinem Kollegen Rubio verdeutlichen. Trotz des Zoffs stehe Deutschland aber an der Seite der USA und Israels, „weil wir ein gemeinsames Interesse haben, dass keine Gefahr mehr vom Iran ausgeht“.
Europa sieht hohe Eskalationsgefahr
Was genau Europa seinem US-Kollegen für eine Beendigung des Krieges anbieten will, ließ der französische Außenminister und Gastgeber Jean-Noel Barrot am Abend im Vagen. Er sprach lediglich davon, dass Paris sich um einen Geleitschutz für Schiffe durch die von Teheran fast komplett abgeriegelte Straße von Hormus bemühe. Der Haken an der Sache: Im Gegensatz zur Forderung Washingtons soll es dabei um eine Eskorte gehen, nachdem die heiße Phase des Konflikts beendet ist.

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Wadephul erwartet Infos über Bedingungen für Kriegsende.
Wadephul will abgestimmtes Vorgehen gegenüber Moskau
Der deutsche Außenminister machte schon zu Beginn des Gipfels klar, dass er von Washington ebenfalls eine koordinierte Haltung gegenüber Moskau bei den Gesprächen über ein Ende des Ukraine-Krieges erwarte, der seit über vier Jahren wütet. Die Interessen Europas müssten dabei einfließen. Die temporäre Aufweichung von US-Sanktionen gegen russische Ölexporte brandmarkte er als „auf jeden Fall eine falsche Maßnahme“.
In Vaux-de-Cernay wollen die Europäer Rubio zudem die unmissverständliche Nachricht überbringen, dass sie Druck auf die Ukraine für nicht hinnehmbar halten. Kiew solle nicht gezwungen werden, russische Forderungen wie die Abtretung von Gebieten zu akzeptieren.
Für den echten „Wie bitte?!“-Moment sorgte dann die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas. Sie konfrontierte die USA damit, dass Moskau dem Iran mit Geheimdienst-Infos und Drohnen unter die Arme greift. Ihre glasklare Ansage: „Wenn Amerika will, dass der Krieg im Mittleren Osten aufhört, dass Iran aufhört, sie anzugreifen, sollten sie auch Druck auf Russland ausüben, sodass die denen nicht dabei helfen können.“(red)
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