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Bericht der „New York Times“Trump rastet aus, als Wahrheit ans Licht kommt

US-Präsident Donald Trump kurz vor seiner Abreise nach China am 12. Mai.

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US-Präsident Donald Trump kurz vor seiner Abreise nach China am 12. Mai.

Aktualisiert:

Ein Geheimdienstbericht widerlegt Trumps Iran-Kriegserzählung – und der dreht durch.

Die Wahrheit kommt ans Licht – und der US-Präsident wütet: Die „New York Times“ veröffentlichte am Dienstag einen Bericht, der auf geheimen US-Geheimdienstbewertungen basiert und die öffentlichen Behauptungen der Trump-Regierung über den Stand des Iran-Krieges fundamental infrage stellt.

US-Präsident Donald Trump (79) reagierte darauf mit einem wütenden Truth-Social-Post, in dem er Reportern „virtuellen Verrat“ vorwarf.

Bericht steht in direktem Widerspruch zu Trump-Aussagen

Der Kern des Berichts ist brisant: Trotz aller Siegesrhetorik aus dem Weißen Haus hat der Iran laut den Bewertungen, die Anfang Mai erstellt wurden, seine Raketenfähigkeiten weitgehend wiederhergestellt. Konkret soll der Iran wieder Zugang zu 30 seiner 33 Raketenstandorte entlang der Straße von Hormus haben, ebenso zu 70 Prozent seiner Raketenwerfer im gesamten Land, zu 70 Prozent seines Vorrats an Raketen sowie zu rund 90 Prozent der unterirdischen Raketenlager und Abschussanlagen, die als „teilweise oder vollständig einsatzbereit“ eingestuft werden.

Das steht in direktem Widerspruch zu dem, was Trump und sein Verteidigungsminister Pete Hegseth seit Wochen öffentlich verkünden.

Dieser Screenshot, der am 10. Mai 2026 aus einem Video aufgenommen wurde, das das US-Zentralkommando am 8. Mai 2026 auf seinem X-Account veröffentlicht hatte, soll einen US-Angriff auf einen unter iranischer Flagge fahrenden Tanker zeigen.

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Dieser Screenshot, der am 10. Mai 2026 aus einem Video aufgenommen wurde, das das US-Zentralkommando am 8. Mai 2026 auf seinem X-Account veröffentlicht hatte, soll einen US-Angriff auf einen unter iranischer Flagge fahrenden Tanker zeigen.

Trump erklärte am 1. Mai: „Sie haben keine Marine. Sie haben keine Luftwaffe. Sie haben keine Flugabwehr. Sie haben kein Radar. Sie haben keine Anführer.“ Hegseth hatte bereits am 8. April behauptet, die seit dem 28. Februar gemeinsam mit Israel durchgeführte „Operation Epic Fury“ habe Iran „für Jahre kampfunfähig gemacht“ und dessen Raketenprogramm sei „funktionell zerstört, Werfer, Produktionsanlagen und bestehende Vorräte erschöpft und dezimiert und fast vollständig wirkungslos“. Auch Irans Luftwaffe sei „ausgelöscht“.

Trump reagiert wütend auf Bericht

Diese Darstellung war bereits durch frühere Leaks widerlegt worden. Ein Bericht vom Anfang April hatte ergeben, dass die Hälfte von Irans Raketenwerfern intakt geblieben war und der Iran noch Zugang zu Tausenden von Angriffsdrohnen hatte. Eine CIA-Analyse, die Anfang Mai an politische Entscheidungsträger weitergegeben wurde, kam zu dem Schluss, dass der Iran eine US-Seeblockade mindestens drei bis vier Monate überstehen könne, bevor er erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten erleiden würde.

Ein US-Beamter schätzte die iranische Widerstandsfähigkeit gegenüber der „Washington Post“ sogar noch deutlich höher ein und fügte hinzu: „Die Führung ist radikaler, entschlossener und zunehmend zuversichtlich geworden, dass sie den politischen Willen der USA überdauern kann.“

So reagierte Trump via Truth Social auf den Bericht.

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So reagierte Trump via Truth Social auf den Bericht.

Trump reagierte auf den Bericht mit einem langen Truth-Social-Post: „Wenn die Fake News sagen, dass der iranische Feind militärisch gut dasteht, ist das virtueller Verrat, weil es eine so falsche und sogar absurde Behauptung ist. Sie helfen dem Feind! Es gibt dem Iran falsche Hoffnung, obwohl es keine geben sollte. Das sind amerikanische Feiglinge, die gegen ihr Land Partei ergreifen.“

„Jedes einzelne Schiff liegt jetzt auf dem Meeresgrund“

Und weiter: „Der Iran hatte 159 Schiffe in seiner Marine – jedes einzelne Schiff liegt jetzt auf dem Meeresgrund. Sie haben keine Marine, ihre Luftwaffe ist weg, alle Technologie ist weg, ihre ‚Anführer‘ weilen nicht mehr unter uns, und das Land befindet sich in einer wirtschaftlichen Katastrophe.“

Auch das Weiße Haus wies die Berichte als falsch zurück. Sprecherin Olivia Wales behauptete, Irans ballistische Raketen seien „zerstört“, seine Produktionsanlagen „demontiert“, seine Marine „versenkt“ und seine Stellvertreter „geschwächt“. Wer glaube, der Iran habe sein Militär wieder aufgebaut, sei „entweder wahnhaft oder ein Sprachrohr der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC)“. Der stellvertretende Pentagon-Sprecher nannte die Berichterstattung „schändlich“ und warf der Zeitung vor, als „PR-Agent des iranischen Regimes“ zu agieren. (mg)

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