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Neue Macht gegen die USAEx-Nato-Chef plant neues Bündnis demokratischer Staaten

Anders Fogh Rasmussen und James Cameron

Copyright: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix/AP/dpa

Der frühere Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen (l) wirbt für einen Zusammenschluss der demokratischen Mittelmächte. Hier redet er mit dem ehemaligen britischen Premierminister James Cameron auf einem Demokratie-Gipfel in Kopenhagen. (Archivbild)

Ex-Nato-Chef warnt: Neue Allianz soll USA Paroli bieten

Eine deutliche Warnung vom ehemaligen Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen (73). Er plädiert für eine neue Vereinigung demokratischer Nationen, die im Ernstfall sogar den Vereinigten Staaten Paroli bieten könnte.

„Seit meiner Kindheit habe ich die USA bewundert und die Vereinigten Staaten als natürliche Führungskraft der freien Welt betrachtet“, sagte Rasmussen am Dienstag anlässlich des Copenhagen Democracy Summit. Diese Ära sei aber offenbar vorbei. Der Grund: US-Präsident Donald Trump ziehe sein Land aus dieser Verantwortung zurück. Seine unmissverständliche Forderung: „Deshalb brauchen wir eine neue Führungskraft der freien Welt“.

Neue Allianz „D7“ soll es richten

Als potenzielle Mitglieder für diese neue Allianz nennt der Däne neben der EU, Großbritannien, Japan und Kanada auch Australien, Neuseeland und Südkorea. In Anlehnung an die G7-Gruppe könnte das Bündnis D7 heißen – wobei das D für Demokratie steht.

„Wenn wir gemeinsam handeln, wenn wir unsere Kräfte bündeln und geschlossen auftreten, dann stellen wir eine beeindruckende Macht dar“, erklärte Rasmussen. Er war von 2009 bis 2014 Generalsekretär der Nato und zuvor dänischer Ministerpräsident (2001-2009).

Wirtschaftlicher „Artikel 5“ als Waffe gegen Druck

Ein zentraler Vorschlag ist ein ökonomischer Artikel 5, der sich an der bekannten Beistandsklausel der Nato orientiert. Das Prinzip: Ein wirtschaftlicher Angriff auf einen Partner wird als Attacke auf alle angesehen. Eine solche geschlossene Reaktion, so Rasmussen, würde in Peking oder im Fall der Fälle auch in Washington für Respekt sorgen.

Doch die Aufgaben der Allianz gingen weiter: Sie soll globale Normen für Zukunftstechnologien festschreiben, die Abhängigkeit von Rohstofflieferungen senken und im Globalen Süden als Alternative zu Investitionen aus China fungieren.

Besonders das Gebaren der Trump-Regierung bereitet Rasmussen Kopfzerbrechen. „Meine größte Sorge gilt derzeit dem unberechenbaren Verhalten der Trump-Regierung“, sagte der 73-Jährige. Einschüchterungsversuche wie im Streit um Grönland seien inakzeptabel. Ein derartiges Verhalten helfe letztlich nur autoritären Herrschern wie dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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