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In Kölner Rewe Sonnenblumenöl für 4,39 Euro verkauft: Experte hat Vermutung, die wütend macht

In eine Glasflasche abgefülltes Sonnenblumenöl steht neben einer Pfanne in einer Küche. Die Nachfrage nach Speiseöl und Mehl in Deutschland ist nach Beginn des Ukraine-Krieges zeitweise stark gestiegen.

Bei einer Rewe-Filiale in Köln-Riehl wird Sonnenblumenöl für 4,39 Euro die Flasche verkauft. Einsortiert und ausgeschildert wurde es als Rapsöl. Unser Symbolfoto vom 30.03.2022 aus Berlin zeigt in einer Glasflasche abgefülltes Sonnenblumenöl.

Egal ob Sonnenblumenöl oder Rapsöl – fast überall in Deutschland sind Speiseöle zurzeit rar oder ausverkauft, wie auch ein aktuelles Beispiel aus Köln zeigt. Wie Experten und Expertinnen das Phänomen erklären...

Kundinnen und Kunden sind verzweifelt. Denn: Wer aktuell in Köln auf der Suche nach Speiseöl ist, steht meist vor leeren Regalen. Kein Sonnenblumenöl, kein Rapsöl – alles ausverkauft.

Wer Glück hat und doch noch an eine Flasche mit Speiseöl kommt, muss meist tief in die Tasche greifen. Tatsächlich hat die Rewe-Filiale in Köln-Riehl eine kleine Ladung Sonnenblumenöl erhalten.

Allerdings nicht gerade zum Schnäppchenpreis. Eine 750-ml-Flasche kostete am Mittwochmorgen (13. April 2022) 4,39 Euro. Dabei handelt es sich um italienisches Sonnenblumenöl der Marke Salvadori. Der Liter-Preis liegt bei 5,85 Euro. Einsortiert wurde das Öl allerdings als Rapsöl.

Rewe in Köln verkauft Sonnenblumenöl für 4,39 Euro

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Das passt zur Inflationsrate, die am Dienstag das Statistische Bundesamt veröffentlicht hat. Die Inflation erreichte im März 7,3 Prozent und damit den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich um 6,2 Prozent im Jahresvergleich – und im Vergleich zum Februar um heftige 5,3 Prozent.

Verbraucherinnen und Verbraucher mussten für Sonnenblumen- oder Rapsöl 30 Prozent mehr als noch vor einem Jahr bezahlen.

Der Engpass an Speiseölen hat natürlich etwas mit dem Krieg in der Ukraine zu tun. Teilweise ist es aber auch ein typisches Hamsterproblem. Vor allem haben sich viele Kunden und Kundinnen mit Rapsöl eingedeckt. Und davon gibt es in Deutschland eigentlich genug. Allein die Rapsfläche in Nordrhein-Westfalen beträgt knapp 58.000 Hektar.

Speiseöl-Absatz in einer Woche um 123 Prozent gestiegen

Zahlen des Statistischen Bundesamtes verdeutlichen das Phänomen: Der Absatz von Speiseöl im Lebensmitteleinzelhandel war in der Woche vom 7. bis 13. März mit einem Plus von 123 Prozent mehr als doppelt so hoch wie im September 2021.

„Bei vielen dürfte der Keller jetzt gut gefüllt sein“, vermutet Maik Heunsch, Sprecher vom Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (Ovid). „Sicher haben die mehr, als sie eigentlich brauchen.“ Das erinnere ein bisschen an die Corona-Pandemie und das Bunkern von Toilettenpapier. So ganz verstehen könne er den Kauf-Wahnsinn nicht.

Wie sich der Speiseöl-Preis in den nächsten Wochen entwickelt, sei völlig unklar, erklärt eine Sprecherin von UFOP (Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen) auf EXPRESS.de-Nachfrage. Es seien einfach zu viele Unbekannte im Spiel. Die Entwicklung in der Ukraine und die Energiekosten seien nur zwei von vielen kleinen Rädchen.

Ukraine ist das wichtigste Importland der EU für Sonnenblumenkerne

Deutschland ist bei Sonnenblumenöl zu 90 Prozent auf Importe angewiesen. Das Öl wird vor allem als Speiseöl genutzt, etwa zum Braten und Frittieren.

Die Ukraine ist das wichtigste Importland der EU für Sonnenblumenkerne. Dort ist wegen des Kriegs nur noch auf 4,5 Millionen Hektar und damit auf zwei Dritteln der üblichen Fläche mit einer Aussaat zu rechnen. Ob die Blumen schließlich auch geerntet werden, ist unsicher.

Deutschland: Warum werden Sonnenblumen vor allem in Brandenburg angebaut?

Fast jede zweite Sonnenblume, die in Deutschland aus einem Samenkorn heranwachsen wird, steht nach Angaben des Brandenburger Bauernverbands auf einem märkischen Acker.

Auf 13.100 Hektar zwischen Oder und Elbe wird gesät, bundesweit sind der Kultur etwa 28.000 Hektar zugewiesen. „Gemessen an der Fläche, auf der in der Ukraine Sonnenblumen stehen, etwa 6,5 Millionen Hektar, sei Brandenburg aber „ein sehr kleines Licht“, betont Henrik Wendorff, Präsident des Brandenburger Landesbauernverbandes.

Aber warum eigentlich Brandenburg? Das Bundesland ist wegen seiner Sonnenscheindauer geeignet für den Anbau von Sonnenblumen. Außerdem braucht die Pflanze wenig Dünger. Trotzdem sei die Kultur nicht ohne. Sie mag vor allem keinen Frost. Für das Auslegen der Samenkörner und die Ernte ist zudem eine Spezialtechnik erforderlich. (mit dpa)

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