14 Jahre Warten haben ein EndeKölns OB: „Die Stadt muss sich entschuldigen“

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Es war der Tag, auf den Köln anderthalb Jahrzehnte gewartet hat: Die Bühnen am Offenbachplatz sind wieder offen. OB Torsten Burmester bat um Entschuldigung, die Kölner feierten ausgelassen.

Nach 14 Jahren Bauzeit sind die Bühnen der Stadt Köln am Samstagmittag wieder für das Publikum geöffnet worden. Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) gab Oper, Schauspiel, Kinderoper und Kleines Haus auf einer Bühne am Offenbachplatz frei – und bat die Stadtgesellschaft um Verzeihung: „Wir wissen alle, dass es zu lange gedauert hat“, so Burmester. „Ich muss mich entschuldigen, die Stadt muss sich entschuldigen, weil wir Fehler gemacht haben.“

Ursprünglich sollte die Sanierung bereits 2015 fertig sein. Aus den zunächst veranschlagten 253 Millionen Euro wurden 798,6 Millionen Euro Baukosten; samt Krediten und Ausweichspielstätten summiert sich das Projekt auf rund 1,465 Milliarden Euro. Zeitweise stand sogar ein Abbruch der Arbeiten zur Debatte. Drei Oberbürgermeister begleiteten die Baustelle: Jürgen Roters (SPD), Henriette Reker (parteilos) und nun Burmester. Der offizielle Festakt folgt am kommenden Donnerstag – exakt 14 Jahre, drei Monate und 18 Tage nach Sanierungsbeginn.

„Ich bin verliebt in diese Gebäude“

Der Andrang war groß, lange Schlangen bildeten sich vor dem Opernhaus. Opernintendant Hein Mulders sprach von „wunderbaren Häusern“, die die Kölner nun besichtigen könnten: „Die Freude kann größer nicht sein.“ Und: „Das gehört Ihnen.“

Schauspielintendant Kay Voges erklärte: „Ich bin verliebt in diese Gebäude. Nach 14 Jahren Baustelle haben die Bürger den Offenbachplatz zurück.“ Rund 10.000 Interessierte hatten sich vorab für Führungen angemeldet, die Technikführungen waren rasch ausverkauft; die Stadt stellte weitere Kontingente für Kurzentschlossene in Aussicht.

Zahlreiche Menschen kamen zur Eröffnung der Kölner Oper.

Copyright: Jens Meifert

Zahlreiche Menschen kamen zur Eröffnung der Kölner Oper.

Bei den Rundgängen geht es auf die Hauptbühne der Oper, wo bereits Teile der Bühnenbilder für „Der Rosenkavalier“, „Rigoletto“ und „Kain und Abel“ stehen. Im Schauspielhaus gab es eine Technikshow mit Nebel, beweglicher Bühne und einem Roboterhund. Jörg Jung, einst Sprecher der Initiative „Mut zur Kultur“, kam mit jenem Bauhelm, mit dem er vor rund 15 Jahren für den Erhalt warb: „Mit dem Wissen um die Kostenexplosion hätte das niemand gefordert“ – das Erbe des Architekten Wilhelm Riphahn sei den Streit aber wert gewesen.

Auf Offenbachplatz und Dirk-Bach-Platz spielen zwei Open-Air-Bühnen, dazu Essens- und Getränkestände. Am Samstagabend treten Moka Efti („Babylon Berlin“) und um 21.30 Uhr der kanadische Pianist Chilly Gonzales auf, außerdem „Moor Mother“ aus den USA und das ukrainische Kollektiv „Dakh Daughters“. Der Sonntag startet um 11 Uhr mit dem Kölner Domchor und dem „Mädchenchor am Kölner Dom“; um 12.30 und 14.55 Uhr stellt sich Ralph Caspers der Frage „Besteht Ralph Caspers die Opernprüfung?“. (red)

Teilnehmer der Demonstration „Für körperliche Selbstbestimmung“ haben sich am Rande des Neumarkts versammelt. Sie demonstrieren gegen die Veranstaltung „Marsch für das Leben“, die zeitgleich auf dem Neumarkt stattfindet.
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