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Demo-Alarm in KölnPolizei im Großeinsatz – Störaktion an der Bühne

Aktualisiert:

Tausende Abtreibungsgegner zogen am Samstag durch Köln. Es gab auch eine Gegendemo. Bis auf eine Störaktion an der Rednerbühne blieb es friedlich.

Gegner von Abtreibungen organisierten am Samstag (19. September) zeitgleich in der Domstadt und in Berlin den sogenannten „Marsch für das Leben“. Es gab auch eine Gegendemo. Im Vorfeld waren bei der Polizei für die Demonstrationen jeweils 3.000 Teilnehmende angekündigt worden, doch laut Kölner Polizei fielen die Teilnehmerzahlen deutlich geringer aus.

Bis auf eine kleine Störaktion zu Beginn endete das Aufeinandertreffen der beiden Lager friedlich, wie die Kölner Polizei erklärte. Zum Start des „Marsch für das Leben“ um 13 Uhr war es einigen Aktivisten gelungen, in die Nähe der Rednerbühne zu gelangen und dort ein Protestbanner mit der Aufschrift „My body, my choice“ („Mein Körper, meine Entscheidung“) zu entrollen. Die Polizei musste eingreifen, unterband die Aktion.

Demo in der Innenstadt: Polizei mit Großaufgebot vor Ort

Die Veranstaltung wandte sich explizit gegen Schwangerschaftsabbrüche sowie Leihmutterschaft und Sterbehilfe. Die Demonstrierenden verlangen einen besseren Schutz für ungeborenes Leben und mehr Hilfe für Frauen, die sich in einer Notlage befinden.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Ein Sprecher der Kölner Polizei erklärte vor Ort: „Die Herausforderung für uns als Polizei ist der Interessenausgleich zwischen der Versammlungsfreiheit auf der einen Seite und den Rechten unbeteiligter Personen auf der anderen Seite.“

Man sei deshalb mit starken Kräften vor Ort im Einsatz, um die Versammlungsfreiheit zu gewährleisten, aber auch, um andere Rechte zu schützen, so der Sprecher weiter.

Blick auf die Demo am Rande des Neumarkts. Paragraf 218 des Strafgesetzbuches regelt den Schwangerschaftsabbruch in Deutschland.

Copyright: Christian Knieps/dpa

Blick auf die Demo am Rande des Neumarkts. Paragraf 218 des Strafgesetzbuches regelt den Schwangerschaftsabbruch in Deutschland.

Der Protestzug startete am Neumarkt. Von dort aus bewegte er sich durch die City und kehrte für eine Abschlussveranstaltung zum Ausgangspunkt zurück. Organisiert wurde das Ganze vom Bundesverband Lebensrecht (BVL) mit Sitz in Berlin, der Zuspruch von diversen Kirchenvertretern erhält. 

Die Gegenveranstaltung wurde unter anderem vom Bündnis „Pro Choice“ und von „Pro Familia“ organisiert. Dieser war für den Zeitraum von 11 bis 20 Uhr angesetzt – brisanterweise auf der identischen Wegstrecke wie der „Marsch für das Leben“

Die Kölner Polizei appellierte zuvor an alle Bürgerinnen und Bürger, das Auto am Samstag stehen zu lassen oder die City ganz zu meiden. Es müsse mit spontanen Straßensperrungen gerechnet werden. Die Lage wurde zusätzlich dadurch verschärft, dass aufgrund der Eröffnungszeremonie der Kölner Oper auch ein Abschnitt der Nord-Süd-Fahrt gesperrt war.

Demonstranten tragen eine Madonna auf ihren Schultern beim „Marsch für das Leben“ gegen Abtreibungen.

Copyright: Christian Knieps/dpa

Demonstranten tragen eine Madonna auf ihren Schultern beim „Marsch für das Leben“ gegen Abtreibungen.

Die Stimmung war angespannt, denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass es am Rande des Marsches zu Konflikten zwischen den beiden Lagern kommen kann. In früheren Jahren kam es zu Blockaden und Ausschreitungen.

In deutlich kleinerem Rahmen fand bereits am Freitag (18. September) ein Aufzug statt. Die Demo unter der Überschrift „AfD und Abtreibungsgegner raus aus dem Rathaus“ startete um 18 Uhr auf dem Neumarkt und zog von dort bis zum Theo-Burauen-Platz, wo sie um 21 Uhr enden sollte. Laut Polizei wurde sie von einer Privatperson mit 100 Teilnehmenden angemeldet. (red)

Seid ihr am Samstag bei der Demo dabei? Hier Fotos, Videos und Infos schnell und einfach hochladen.

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