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Mitten in der CityPöbel-Attacke gegen Kölner OB: Eine Frage bleibt

Erst beschimpft, dann bleibt er cool: OB Torsten Burmester reagierte gelassen auf die derbe Attacke. Jetzt äußert sich die Polizei zum möglichen Straftatbestand.

„Nichts guten Morgen – Sie Hurensohn.“ Mit diesen Worten pöbelte ein Mann am Mittwochmorgen (9. September) Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) an – mitten bei einem Pressetermin in der Innenstadt, bei dem der OB gemeinsam mit AWB-Chef Thomas Thalau die neue „Papierkorbgarage“ vorstellte.

Burmester hatte den brüllend heranlaufenden Mann zuvor freundlich gegrüßt und reagierte auch danach gelassen: „Das gehört auch zu Köln.“

Burmeister verbal angegriffen: Was war das für ein Straftatbestand?

Auf Instagram diskutieren seitdem viele: Was war das eigentlich für ein Straftatbestand? Hätte Burmester Anzeige erstatten müssen?

So heißt es in einem Kommentar: „Beleidigung zur Anzeige bringen. Hätte was mit Konsequenz zu tun. Niemand muss sich so beleidigen lassen.“ Ein anderer schreibt: „Mein Gott. Hier wird ein Mensch öffentlich beleidigt. Das geht gar nicht.“

Der Verdacht einer Beleidigung liege „mit Sicherheit“ vor, erklärte ein Polizeisprecher auf EXPRESS.de-Nachfrage am Donnerstag (10. September). Eine sogenannte Amts- oder Beamtenbeleidigung, wie sie umgangssprachlich oft genannt wird, existiere als eigener Straftatbestand dagegen gar nicht mehr.

Aufgrund der Kenntnis vom Tatverdacht müsse die Polizei dem nachgehen – die Kripo werde sich den Vorfall „anschauen und bewerten“, erklärt der Sprecher.

Bei vielen Instagram-Nutzern kommt unterdessen vor allem Burmesters Reaktion gut an. „Man kann von der Politik halten, was man will, aber diese Ruhe und Souveränität muss man einfach anerkennen. Sich mitten in so einer Situation nicht provozieren zu lassen und stattdessen freundlich ‚Guten Morgen‘ zu sagen – das ist echte Größe. Chapeau, Herr Burmester!“, heißt es beispielsweise.

Wer der Mann war, der Burmester anpöbelte, und was ihn trieb, ist weiter unklar. Nach dem Wortwechsel zog er einfach weiter.

Eine Bahn der Linie 19 hält an einer Haltestelle.
Vier Kölner Linien
Bahnstörung immer wieder verlängert – daran lag es