Das Partyverbot kurz vor Weiberfastnacht hat Daniel Rabe und seiner Frau Nerven gekostet. Zwar konnte es abgewendet werden, doch das Bagatelle-Paar will jetzt Konsequenzen ziehen.
„Hat Spuren hinterlassen“Kölner Gastro-Team zieht nach Karnevals-Zoff die Reißleine

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Das Betreiber-Paar der Bagatelle in der Kölner Südstadt will die Konsequenzen aus einem Zoff ziehen.
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Was für ein Nerven-Horror: Wenige Tage vor Weiberfastnacht stand für die Südstadtkneipe Bagatelle plötzlich Karneval auf der Kippe. Per einstweiliger Verfügung war erstmal vorläufig die Nutzung der Kneipenräume für Tanzveranstaltungen untersagt worden.
„Für uns hat das Spuren hinterlassen“, erklärte Mitbetreiber Daniel Rabe jetzt gegenüber EXPRESS.de. Er und seine Frau wollen nun die Konsequenzen ziehen.
Kölner Südstadtkneipe: Bagatelle äußert sich zu Plänen
„Pläne für die Zukunft sind, umzuziehen in ein anderes Objekt. Wir möchten mit diesen Nachbarn nicht mehr zusammenleben“, so Rabe. Konkrete Pläne gebe es aber noch nicht.
Was ist da los? Offenbar gibt es Zoff innerhalb des Hauses, in dem sich die Bagatelle befindet. Einige Parteien der Eigentümergemeinschaft wollten das Feiern in der Kneipe wegen Statikproblemen gerichtlich verbieten lassen.
Wie EXPRESS.de berichtete, hatte das Kölner Landgericht am 10. Februar 2026 einen entsprechenden Beschluss erlassen: Keine Tanzveranstaltungen mehr in der Bagatelle, weil, so das Gericht, die Antragstellerin glaubhaft vorgetragen habe, dass ihr Eigentum beeinträchtigt werden könnte.
Laut Daniel Rabe kam das Ganze per Eilantrag. Erst am Mittwoch vor Weiberfastnacht sei um 15.45 Uhr klar gewesen, dass sie doch öffnen durften. „Weil wir belegen konnten, dass es falsch war, was uns vorgeworfen wurde“, behauptet er gegenüber EXPRESS.de. Vom Landgericht hieß es jedoch, dass beide Parteien außergerichtlich eine Lösung gefunden hätten.
Rabe bestätigt aber, dass im Keller Stützen angebracht wurden. „Aber nur für ein paar Tage und weil wir zu nett sind. Die Decke hält genug aus, es hätte sie nicht gebraucht“, meint er. „Im Keller sieht es top aus.“ Mehr wollte er nicht dazu sagen.

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Raja und Daniel Rabe betreiben die Bagatelle in der Kölner Südstadt (Archivfoto).
In einem Kommentar auf der Facebookseite der Bagatelle (der Betrag wurde inzwischen gelöscht) stellte eine Frau, laut EXPRESS.de-Informationen eine Wohnungseigentümerin, die Sache deutlich dramatischer dar. Demnach habe die Decke in dem 120 Jahre alten Haus lediglich eine Tragkraft von 3kN (Kilonewton) gehabt.
„Ausreichend für den Betrieb eines Restaurants, nicht ausreichend für mehrere 100 Menschen, die rhythmisch tanzen“, schrieb sie. Nur, weil die Bagatelle die Kellerdecke kurzfristig abgestützt und ein befreundeter Statiker ihr die Tragkraft von 5kN bestätigt hätte, habe eine Karnevalsfeier stattfinden können.
Bagatelle-Fall: Stadt Köln nicht involviert
Die Stadt war nicht in den Fall involviert. „Gaststätten dürfen kurzfristig ihre Betriebsart ohne neue Genehmigung verändern, wie zum Beispiel zu Karneval. Wenn ein Restaurant für eine Karnevalsfeier die Bestuhlung wegräumt, können sich mehr Menschen zum Tanzen im Innenraum befinden als im regulären Restaurantbetrieb und in der Baugenehmigung festgelegt. Eine neue Baugenehmigung muss dafür nicht eingeholt werden und es wird auch nicht durch das Bauaufsichtsamt geprüft“, erklärt Robert Baumanns vom städtischen Presseamt.
Ungeachtet dessen, so Baumanns seiter, bleibe der Betreiber in der Pflicht: „Er muss eigenverantwortlich sämtliche öffentlich-rechtlichen Vorgaben erfüllen, die für die jeweilige Räumlichkeit im Zuge der neuen, zeitlich befristeten Nutzung gelten.“
Da der Betreiber an Karneval ohne Einholung einer neuen Baugenehmigung verfahren wollte, sei er verpflichtet gewesen, die Sicherheit ohne Amtseinschaltung eigenständig zu klären.
Robert Baumanns: „Da offenbar andere Personen in Eigentumsrechten davon berührt waren, sind diese rechtlich korrekt über den privaten Gerichtsweg (Landgericht) vorgegangen. So wurde Rechtsschutz auf anderem Weg angegangen. Das Bauaufsichtsamt war nicht involviert.“

