Für die Kölner Kneipe Bagatelle stand der Karneval auf dem Spiel. Grund dafür war eine gerichtliche Anordnung.
Kölner Kneipe kurz vor Party-Verbot„Verstehen Sie überhaupt, was Sie im Begriff waren zu tun?“

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Die Bagatelle in der Kölner Südstadt (Foto aus Juni 2021)
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Die Karnevalszeit ist für alle in der Gastro Stress pur: Bagatelle-Mitbetreiber Daniel Rabe musste allerdings zittern, ob er und seine Frau in der Kneipe überhaupt feiern dürfen. Die Hiobsbotschaft erhielten sie zwei Tage vor Weiberfastnacht, wenn in der Bagatelle regelmäßig die Post abgeht.
„Per Eilantrag sollte uns am Dienstag vor Gericht verboten werden, zu feiern“, hieß es am Dienstag (10. Februar) auf der Facebook-Seite der Bagatelle. Der Post sorgte für Verwirrung. Zumal viele Schlange gestanden hatten, um Tickets für Weiberfastnacht zu ergattern.
Weiberfastnacht in der Bagatelle stand auf der Kippe
Auf EXPRESS.de-Nachfrage deutete Daniel Rabe am Mittwoch (11. Februar) jedoch lediglich an, dass es sich um eine baurechtliche Sache gehandelt haben soll. Mehr wollte Rabe zu dem Eilantrag nicht sagen.
EXPRESS.de hakte beim Landgericht nach. „In einem einstweiligen Verfügungsverfahren ist ein Beschluss erlassen worden, wonach der Antragsgegnerin die Nutzung ihrer Räume für Tanzveranstaltungen untersagt wurde“, erklärte Sprecherin Diana Renk am Freitag (13. Februar).
Die Antragstellerin habe ausreichend und glaubhaft vorgetragen, dass ihr Eigentum beeinträchtigt werden könnte, heißt es im sperrigen Juristen-Deutsch.
Laut Gerichtssprecherin Diana Renk hätten die Parteien beidseitig versucht, eine Lösung zu finden. Das hat ganz offensichtlich auch geklappt. Denn direkt im Anschluss an den erlassenen Beschluss einigten sie sich außergerichtlich – somit konnte auch in der Bagatelle Weiberfastnacht gefeiert werden. Quasi Rettung in letzter Sekunde.
„Wir sind sehr froh, dass die Gerechtigkeit gesiegt hat und wir jetzt offiziell bestätigt feiern können“, so der weitere Post auf der Bagatelle-Facebookseite. „Ihr wisst gar nicht, was uns für ein Stein vom Herzen fällt.“
Userin reagiert auf Facebookpost der Bagatelle
Eine Kommentatorin lässt daraufhin Dampf ab, richtet sich offenbar direkt an den Bagatelle-Verantwortlichen: „Sie verstehen, dass die einstweilige Verfügung gegen Sie erlassen wurde und wir uns nur dazu entschlossen haben, nicht zu vollstrecken, weil Sie die Gefahrenquelle rechtzeitig beseitigen konnten, mit unserer Hilfe, richtig?“ Das bedeute, schreibt sie, dass das Gericht ein nicht hinnehmbares Risiko für Leib und Leben gesehen und interveniert habe.
„Verstehen Sie überhaupt, was Sie im Begriff waren zu tun? So richtig? Dass wir womöglich gerade eine kollektive Verantwortung für den Tod von vielen Menschen abgewendet haben?“, hakt sie nach.

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Raja und Daniel Rabe betreiben die Bagatelle in der Kölner Südstadt (Archivfoto)
Auf die Frage eines Facebook-Users, warum das Feiern in der Bagatelle verboten werden sollte, antwortet sie, dass das Haus 120 Jahre alt sei und die Decke laut Gutachten eine Tragkraft von 3kN (Kilonewton) habe. „Ausreichend für den Betrieb eines Restaurants, nicht ausreichend für mehrere 100 Menschen, die rhythmisch tanzen“, schreibt sie weiter.
Das Gericht sei eingeschritten und habe die Feier zunächst untersagt. „Die Bagatelle hat dann kurzfristig die Kellerdecke abgestützt und ein befreundeter Statiker hat ihr die Tragkraft von 5kN bestätigt – ausreichend für eine Karnevalsfeier. Hätt noch emmer joot jejange …“
Aufgrund des Kommentars bat EXPRESS.de Daniel Rabe am Freitagabend (13. Februar 2026) erneut um Stellungnahme. „Tatsächlich ist das, was die Dame sagt, falsch. Die Decke hält mehr. Das haben wir auch schriftlich bestätigt. Ob und, ja, wie es darum ging, darf ich tatsächlich nicht sagen. Aber die Aussage ist falsch“, erklärte Rabe.

