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Imbiss-Krise Kölner Döner erheblich teurer – jetzt reagiert auch McDonald's

Ein Mitarbeiter bei der Zubereitung eines Döners. Döner wird in Köln teurer. Experten befürchten sogar ein Imbiss-Sterben.

Döner wird nicht nur in Köln teurer (hier ein undatiertes Symbolfoto). Experten und Expertinnen befürchten sogar ein Imbiss-Sterben.

Nicht nur der Döner von Lukas Podolski wird teurer – die ganze Imbiss-Branche ist betroffen. Ein Experte rechnet vor, was ein Döner eigentlich kosten müsste. Auch McDonald's reagiert.

Steigende Energiekosten, immer teurer werdende Lebensmittel – auch die Imbiss-Branche ist betroffen. Die beliebte Food-Kette von Lukas Podolski (36) und Metin Dag hat bereits reagiert und die Preise angehoben.

Ein Döner der Kette Mangal kostet nun 6,90 Euro. Zuvor belief sich der Preis für einen Döner auf sechs Euro. Ein Preisanstieg von 90 Cent. Zudem hat das Gaffel am Dom Pommes komplett von der Speisekarte verbannt, weil es kaum noch Speiseöl im Handel gibt.

Weitere Kölner Gastronomen und Gastronominnen sowie viele Imbiss-Besitzer und -Besitzerinnen haben die Preise bereits kräftig angezogen.

Kölner Döner von Lukas Podolski bereits teurer

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In den Supermärkten ist Sonnenblumenöl schon seit Wochen weitgehend ausverkauft. Längst trifft der Mangel aber auch große Unternehmen. „Wir nutzen zum Frittieren unserer Pommes eine Pflanzenölmischung – unter anderem aus Sonnenblumen- und Rapsöl – wobei Sonnenblumenöl nur einen kleineren Teil ausmacht“, sagt eine Sprecherin von McDonald's Deutschland in München. „Aufgrund der aktuell eingeschränkten Verfügbarkeiten werden wir diesen geringeren Anteil von Sonnenblumenöl vorübergehend weiter reduzieren.“ Die Kunden und Kundinnen können demnach nach wie vor Pommes „in gewohnter Qualität bei uns bekommen“.

Der Mangel an Sonnenblumenöl bedeutet also nicht, dass die Bürger und Bürgerinnen auf Pommes, Bratwurst, Berliner und andere frittierte Speisen verzichten müssten. Rapsöl ist ein geeigneter Ersatz, und anders als bei Sonnenblumenöl droht auch kein Mangel.

„Beim Raps gibt es kein Problem“, sagt ein Sprecher des Verbands der ölsaatenverarbeitenden Industrien (Ovid) in Berlin. Denn in Deutschland, Frankreich oder Polen wird Raps demnach auf jeweils einer knappen Million Hektar angebaut. Dass auch Rapsöl derzeit in vielen Supermärkten nicht oder nur schwer zu bekommen ist, liegt laut Verband sowohl an Hamsterkäufen als auch an Logistikproblemen. So fehlen Lkw-Fahrer aus der Ukraine, von denen viele bislang für polnische Speditionen arbeiteten.

Gastronomie und Lebensmittelindustrie spüren ebenso wie die Verbraucher und Verbraucherinnen, dass die Kosten für Speiseöl in die Höhe schießen. „Wir sehen auf jeden Fall, dass die Preise für Speiseöle drastisch angestiegen sind“, sagt ein Sprecher des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga). „Es ist durchaus vorstellbar, dass der ein oder andere Gastronom oder die ein oder andere Gastronomin die Rezeptur anpasst.“

Bei vielen Lebensmitteln und in der Gastronomie sind zudem in den kommenden Monaten weitere Preiserhöhungen absehbar, so auch an Imbissbuden. Speisen oder Getränke zum Mitnehmen, der Verzehr in Fastfood-Restaurants – das war nach Daten des Statistischen Bundesamts im März rund sechs Prozent teurer als vor einem Jahr. Die Kosten laufen den Betrieben dennoch davon, heißt es etwa in der Dönerbranche.

So viel müsste ein Döner eigentlich kosten

„Ein Döner müsste eigentlich 7,30 Euro kosten“, sagte Gürsel Ülber, der Vorstandsvorsitzende des Vereins türkischer Dönerhersteller in Europa, der Deutschen Presse-Agentur. Für die Teigtasche mit Soße, Salat und Fleisch waren in Berlin für lange Zeit Preise um 3,50 Euro üblich. Nun seien es zwischen fünf und sechs Euro.

„Energiekosten wie bei Strom und Erdgas sind ein großer Preistreiber, bei anderen Rohstoffen wie zum Beispiel Rindfleisch fiel der Preisanstieg um 50 Prozent teilweise sogar noch stärker aus“, heißt es beim Bundesverband der Systemgastronomie, der Ketten wie Burger King und Nordsee vertritt. Getreide, Mehl, Gemüse – für alles müssen die Unternehmen mehr bezahlen.

Dönerproduzent Ülber sagt: „Es ist wegen der Konkurrenz schwer, die Preise vollständig weiterzugeben.“ Er zahle bei den Schlachthöfen und Zerlegebetrieben deutlich mehr. Wenn er seine Spieße entsprechend teurer an die Imbisse verkaufe, versorgten diese sich aber möglicherweise lieber bei anderen Anbietern oder Anbieterinnen. Ülber hält es für möglich, dass schon in zwei bis drei Monaten die ersten Döner-Imbisse aufgeben müssen. Für die übrigen stiegen dann spätestens im Herbst die Kosten weiter – wegen der Mindestlohnerhöhung auf zwölf Euro pro Stunde.

Preissteigerungen: Droht jetzt ein Imbiss-Sterben?

Auch die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) sieht Betriebe der Ernährungsindustrie durch die Kostenexplosionen in ihrer Existenz bedroht. Für die Lebensmittelindustrie sei es wichtig, die Preissteigerungen an den Handel und die Verbraucher und Verbraucherinnen weiterzugeben. „Dies wird den großen Konzernen gelingen. Doch viele Mittelständische in der Lebensmittelproduktion werden dies nicht schaffen“, sagte der NGG-Vorsitzende Guido Zeitler den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Die erhöhten Produktionskosten sind für sie existenzgefährdend, manche werden ihren Betrieb schließen müssen.“

Mit Blick auf die steigenden Preise forderte Zeitler mögliche weitere Hilfen für Geringverdiener und Geringverdienerinnen. „Wenn die Lebensmittelpreise weiter steigen, sollte der Staat über eine gezielte Unterstützung von ärmeren Haushalten und Hartz-IV-Empfängern und -Empfängerinnen nachdenken.“

McDonald's empfiehlt bereits Preisanpassungen für Burger und Pommes

McDonald's hat den Betreibern und Betreiberinnen seiner Restaurants bereits „Preisanpassungen“ für einige Gerichte auf der Speisekarte empfohlen. Und beim Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks heißt es: „Neben den gestiegenen Rohstoffpreisen bereiten den Bäckern und Bäckerinnen bereits seit Monaten die höheren Personal- und vor allem exorbitanten Energiekosten große Sorgen.“

Das Bäckerhandwerk sei ein großer Gasverbraucher in der Ernährungsindustrie, heißt es von NGG-Chef Zeitler. Der größte Gasverbraucher sei die Milchwirtschaft, gefolgt von der Fleischindustrie. Danach komme die Fett-, Öl-, Brot-, und Zuckerindustrie, aber auch das Bäcker- und Fleischhandwerk.

Zeitler warnte vor einem Stopp der Gaslieferungen aus Russland: Dieser hätte massive Auswirkungen auf die Nahrungsmittelherstellung. Wenn nicht mehr ausreichend Gas geliefert werde, könne auch nicht mehr produziert werden. „Wir würden zwar deshalb keinen Hunger leiden, aber es würde große Produktionsausfälle geben, die die Verbraucher und Verbraucherinnen in den Supermärkten spüren würden.“ (mt/dpa)

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