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„Kann Gefühle nicht verstecken“Geheimnisse um Kuckelkorns letzte „Pripro“ gelüftet

Christoph Kuckelkorn bei der Proklamation des Kölner Dreigestirns.

Für Christoph Kuckelkorn wird die Proklamation des Kölner Dreigestirns am Freitag (9. Januar 2026) ganz besonders. Letztmals führt er als Festkomitee-Präsident durch den Abend.

Aktualisiert

Im Gürzenich wird erneut das Dreigestirn des Kölner Karnevals proklamiert. Die Macher lüften exklusiv das Programm des Abends. Zudem blickt Moderator Christoph Kuckelkorn auf seinen Abschied.

Dieser Abend verspricht mehrmals höchst emotional zu werden. Die Proklamation des Kölner Dreigestirns ist ohnehin schon immer eins der wichtigsten Zusammentreffen der Kölner Stadtgesellschaft. In diesem Jahr bekommt der Abend eine weitere besondere Note.

Zum letzten Mal wird Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn (61) am Freitag (9. Januar 2026) durch das Programm im Gürzenich führen. Der Kölner Ober-Jeck tritt nach Aschermittwoch von seinem Amt zurück. Auch für ihn wird die „Pripro“ deshalb garantiert tränenreich.

Proklamation des Kölner Dreigestirns: 1400 Gäste sind im Gürzenich dabei

Ein neues Dreigestirn, ein neuer Oberbürgermeister, ein scheidender Moderator – diese Vorzeichen deuten auf einen Abend hin, über den anschließend lange gesprochen wird. Exklusiv für EXPRESS.de lüften die Verantwortlichen bereits im Vorfeld, was die 1400 Gäste im Saal und das TV-Publikum am Sonntag (11. Januar, 20.15 bis 22.30 Uhr im WDR) erleben werden.

Wie bereits in den Vorjahren wird sich der Abend erneut in drei Akte gliedern. Zu Beginn wird es klassisch und festlich. Dann werden Prinz Niklas I. (Niklas Jüngling), Bauer Clemens (Clemens von Blanckart) und Jungfrau Aenne (Stefan Blatt) proklamiert. Schließlich rundet ein Party-Teil die über vierstündige Veranstaltung ab.

Die „Pripro“ sei keine Karnevalssitzung, das ist Programmgestalter Ralf Schlegelmilch wichtig. „Es ist eine Gala-Veranstaltung.“ Und deshalb hat er wieder eine Revue mit vielen verschiedenen Elementen kreiert. Die Eröffnung bestreitet Matthias Heßeler mit seinem großen Orchester und einer Ouvertüre. Zahlreiche Tänzerinnen und Tänzer kommen dazu auf die Bühne.

Das „Herrengedeck“, bestehend aus den Star-Karnevalisten Volker Weininger alias „Der Sitzungspräsident“, Martin Schopps und JP Weber, übernehmen danach das Kommando. „Fastelovend-Komplott“ ist der Titel für den dann folgenden Auftritt. Das kölsche Streichquartett Kwartett Latäng sowie die Brassband Druckluft und das Orchester werden „Am Dom zo Kölle“ anstimmen.

Christoph Kuckelkorn und Ralf Schlegelmilch stehen nebeneinander.

Christoph Kuckelkorn mit seinem Programmgestalter Ralf Schlegelmilch (r.), der den Ablauf der Proklamation des Dreigestirns entworfen hat.

Natürlich darf auch der Sessionsknaller „Karnevalsmaus“ nicht fehlen. Dazu werden zahlreiche Tanzgruppen wie Zunftmüüs, Luftflotte, Kölsch Hänneschen, Kammerkätzchen und Die Winzer und Winzerinnen vun d'r Bottmüll durch den Saal ziehen. „Tanz im Karneval ist extrem wichtig und wird zu wenig wertgeschätzt. Deshalb heben wir die Gruppen so auf diese Plattform“, sagt Kuckelkorn.

Nach längerer Pause wird es wieder einmal eine Festrede geben. Der Domdechant des Kölner Doms, Monsignore Robert Kleine, wird mit seinen mal ernsten, mal lustigen Ausführungen zum Thema Ehrenamt anlässlich des Sessionsmottos „Alaaf – Mer dun et för Kölle“ das Herzstück des Abends bilden.

Das designierte Dreigestirn der Session 2026.

Um sie geht es bei der Proklamation: Das Kölner Dreigestirn der Session 2026 mit Jungfrau Aenne (Stefan Blatt), Prinz Niklas I. (Jüngling) und Bauer Clemens (von Blanckart).

„Das Thema Ehrenamt auf die Bühne zu bringen, ist extrem schwierig. Ein Feuerwehrmann ist für jeden ersichtlich. Aber wie soll ein Hospizmitarbeiter oder eine Lesemutter kenntlich gemacht werden? Deshalb wird das Thema in der Festrede dargestellt“, erklärt Kuckelkorn.

Anschließend präsentiert der Kölner Männer-Gesang-Verein ein Medley bekannter Hits, bevor der Proklamationsakt beginnt. Zum ersten Mal wird dieser in diesem Jahr durch Oberbürgermeister Torsten Burmester durchgeführt. Das Publikum erlebt dann die Weltpremiere des neuen Tanzes der Regimentstochter zu Ehren des Kölner Dreigestirns.

Volker Weininger, Martin Schopps und JP Weber stehen hinter einer Theke.

Das Herrengedeck mit „Sitzungspräsident“ Volker Weininger, Martin Schopps und JP Weber (v.l.) wird den Proklamations-Abend gewohnt lustig eröffnen.

Der Festkomitee-Präsident ist sich sicher, dass die Proklamation wieder ein einziger Jubelrausch wird. „Wir haben ein Dreigestirn mit einem Prinzen, der in vielen Gesellschaften sehr tief verwurzelt ist. Ich habe es in der Form noch nicht erlebt“, sagt Kuckelkorn zu EXPRESS.de.

„Niklas ist überall im Karneval durch seine zahlreichen Rollen, die er schon bekleidet hat, bekannt. Das wird man in der Proklamation garantiert spüren. Da dürften sich unter den 1400 Gästen nicht nur die von der Prinzen-Garde freuen.“

Stefan Knittler steht mit seiner Gitarre im Foyer.

Stefan Knittler feiert seine Proklamations-Premiere. Mit verschiedenen Gästen wird er drei Songs präsentieren.

Seine „Pripro“-Premiere feiert in diesem Jahr Sänger und Komponist Stefan Knittler. Der 58-Jährige kommt nicht allein. Unter dem Motto „Knittler und Freunde“ wird er zunächst mit Entertainer Linus singen, dann mit Kempes Feinest-Frontfrau Nici Kempermann. Schließlich kommen 70 Mitglieder des Chors Laut aber Schief sowie einige Überraschungsgäste auf die Bühne, um David Bowies Hit „Heroes“ op Kölsch zu präsentieren.

Zwischendurch wird es immer wieder besondere Momente im Programm geben, die auf den Abschied des Festkomitee-Präsidenten hinweisen. „Es wird nichts geben, was Christoph Kuckelkorn nicht in irgendeiner Weise anfasst“, verspricht Schlegelmilch. Den Abschluss vom offiziellen Programm bildet ein langer Auftritt von Cat Ballou, ehe im Foyer die Party mit einer Live-Band weitergeht.

Kuckelkorn versucht im Vorfeld möglichst gelassen an den Abend heranzugehen. „Eine Proklamation ist in Sachen Vorbereitung immer ziemlich anstrengend. Ich habe meine Rituale, bin bei allen Proben dabei, gehe immer zu Fuß zum Gürzenich, um noch mal alles in Ruhe im Kopf durchzugehen“, sagt er. „Ich mache mir keinen besonderen Stress, aber werde es noch einmal besonders genießen.“

Aus eigenen Stücken hat er seinen Abschied nach 21 Jahren in leitenden Funktionen verkündet. Seitdem ist jeder Termin davon gekennzeichnet. „Ich versuche schon mal Resümee zu ziehen und in meinen Reden noch ein wenig die Richtung vorzugeben. Ich bereite mich mit Lust darauf vor, kann das aber auch abschließen. Berufsbedingt bin ich ja Profi im Change-Management, indem ich in eine neue Lebenssituation überleite“, sagt der Bestatter.

Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester.

Auch für Kölns neuen Oberbürgermeister Torsten Burmester steht eine Premiere an. Erstmals proklamiert er ein Dreigestirn.

„Mein emotionalster Moment war die Nacht vor dem Präsidenten-Abend, als ich allein in den Festkomitee-Räumlichkeiten war. Seitdem fällt mir alles etwas leichter. Diese 21 Jahre habe ich sehr genossen und gut abgeschlossen. Ich falle in kein tiefes Loch, bin sehr ausgelastet. Da ich so viele Baustellen parallel hatte, war der Karneval nicht mein einziger Lebensinhalt.“

Dennoch wird dieser Gürzenich-Abend speziell. Erstmals ist seine komplette Familie samt Mutter und Kindern im Saal. „Ich bin ein sehr emotionaler Mensch und kann meine Gefühle nicht verstecken. Gut möglich, dass ein Tränchen fließen wird“, sagt er bereits im EXPRESS.de-Gespräch.