Kölner Kultband Nach Sexismus-Zoff: Höhner spielen eigenen Song nicht mehr

Vier Band-Mitglieder der Höhner performen auf der Bühne beim Arsch-huh-Konzert in Köln.

Die Höhner, hier bei „Arsch Huh“ im November 2022 in Köln, setzen einen ihrer eigenen Songs auf den Index.

Die Höhner streichen einen eigenen Song aus dem Programm. Allerdings nicht den, über den nach dem Sexismus-Zoff aktuell diskutiert wird.

Selten hat ein Lied 44 Jahre nach der Veröffentlichung so hohe Wellen geschlagen! Der Sexismus-Zoff um den Höhner-Song „Blootwoosch, Kölsch un e lecker Mädche“ (von 1979) hat eine Debatte ausgelöst, die Köln seit Tagen beschäftigt.

Die Vorgeschichte: Weil an der hoteleigenen Bar „Veedelseck“ der Songtitel prangt, hat Dirk Metzner vom Lindner-Hotel (Magnusstraße) Post bekommen. Absenderin ist eine (zugezogene) Anwohnerin. Das Lied und damit der Spruch seien sexistisch, gerade der „Genuss“ von „lecker Mädche“ suggeriere, man(n) könne es sich dort mit minderjährigen Prostituierten gut gehen lassen.

Karneval: Höhner setzen eigenen Song aus dem Jahr 2001 auf den Index

Seither wird diskutiert: Ist der Song wirklich sexistisch? Auf EXPRESS.de haben etwa 96 Prozent der Menschen in einer Umfrage angegeben, die Aufregung nicht verstehen zu können. Am Wochenende fand sogar eine Demo vor dem Hotel statt.

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Aber: Was sagen eigentlich die Höhner selbst? Die Kölner Kultband hat sich nun im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ zu dem Zoff geäußert.

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Wie Sänger Patrick Lück sagte, werde die Band das Lied auch weiterhin spielen. Dafür werde ein anderer Song vorerst nicht mehr gespielt: „Immer freundlich lächeln“ aus dem Jahr 2001 – „das passt aktuell nicht so richtig in die Zeit“, so Lück zu dem Lied, in dem vor allen Chinesinnen und Chinesen aufs Korn genommen werden.

Der 21 Jahre alte Song transportiert die Botschaft, auch in schlimmen Situation den Frohsinn und Mut nicht zu verlieren. Unter anderem geht es um Kismet (Schicksal im Islam), Konfuzius (chinesischer Philosoph) oder Reime mit Namen („Alle kriegen'n Küsschen, außer Antwerpes, der hat Herpes“).

Klar ist: Die Entscheidung, das Lied zu streichen, fällt nicht leicht, ändert aber in der Gegenwart kaum etwas. Vereinzelt werden die alten Klassiker auch bei Auftritten in der aktuellen Session gespielt, allerdings gibt es davon viele. Dass die Höhner ihren eigenen Song also ruhen lassen, dürfte in den Sälen Kölns und darüber hinaus kaum auffallen. (tw)

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