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Interview

Karnevalsmusik bei Olympia?Müller jagt mit Kölsch-Connection den großen Traum

Eishockey-Profi Moritz Müller (Kölner Haie) bei der Einkleidung vor den olympischen Winterspielen in Mailand.

Eishockey-Profi Moritz Müller (Kölner Haie) bei der Einkleidung vor den olympischen Winterspielen in Mailand. 

Er ist DER Eishockey-Vorzeigeprofi schlechthin! Moritz Müller (39, Kölner Haie) absolviert im Februar seine dritten Olympischen Spiele. Vor dem Turnier in Mailand gab er EXPRESS.de ein Interview.

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ist schon in Italien, genauer in Bozen. Am Mittwoch (4. Februar 2026) folgt der letzte Härtetest vor dem Olympia-Turnier in Mailand mit dem Testspiel gegen Italien (19.30 Uhr, live bei MagentaSport).

Ab Weiberfastnacht geht es für die Nationalmannschaft dann rund. In Gruppe C trifft Deutschland auf Dänemark (12. Februar), Lettland (14. Februar) und USA (15. Februar). Die drei Gruppensieger und der beste Gruppenzweite ziehen direkt ins Viertelfinale ein. Vier weitere Teams können in Qualifikationsspielen das Viertelfinale erreichen.

Moritz Müller bestreitet mit 39 Jahren sein drittes Olympia-Turnier

Besonderheit: In diesem Jahr sind zahlreiche NHL-Stars dabei. Für Deutschland bedeutet das: Mit Leon Draisaitl (Edmonton Oilers), Philipp Grubauer (Seattle Kraken), JJ Peterka (Utah Mammoth), Lukas Reichel (Vancouver Canucks), Moritz Seider (Detroit Red Wings), Joshua Samanski (Edmonton Oilers), Wojciech Stachowiak (Tampa Bay Lightning), Nico Sturm (Minnesota Wild) und Tim Stützle (Ottawa Senators) gibt es die wohl beste Nationalmannschaft der Historie. Die NHL-Profis stoßen kurz vor Turnierbeginn zum Team.

Moritz, wie groß ist die Vorfreude vor deinen dritten Spielen?

Moritz Müller: Die ist schon riesig. Mit 39 Jahren nochmal dabei zu sein, ist ja auch nicht selbstverständlich. Dann sind unsere NHL-Spieler dabei, was die Sache natürlich besonders macht. Und meine Frau Nadja ist mit unseren drei Kindern auch in Mailand, schaut zwei Vorrundenspiele. Das bedeutet mir wirklich sehr viel.

Die Spiele sind vielleicht auch dein letztes großes Hurra! 2018 gab es Olympia-Silber, 2023 WM-Silber. Wie gehst du das Turnier an? Steht der Genuss im Vordergrund oder machst du dir Druck, etwas gewinnen zu müssen?

Moritz: Ich will es natürlich so gut es geht aufsaugen und genießen. Aber wer mich kennt, der weiß, dass ich immer was gewinnen will. Wenn es dann losgeht, dann habe ich auch den Anspruch. zu gewinnen.

Wie siehst du die Chancen? Was sind realistische Ziele?

Moritz: Viele sprechen ja davon, dass wir die beste deutsche Mannschaft aller Zeiten haben. Aber das gilt bei den Gegnern auch. Wir wollen einfach gut in die Vorrunde reinkommen und sie überstehen. Im Turnierverlauf wachsen wir dann hoffentlich immer mehr zusammen und es entwickelt sich was. Das war 2018 und 2023 auch so, man wächst als Team mit den Aufgaben.

Ihr habt neun NHL-Stars dabei. Machen die jeden Einzelnen von euch besser? Oder hechelt man da im Training eher hinterher und ist froh, halbwegs mitzuhalten?

Müller lacht: Also so groß ist der Unterschied auch nicht. Wir können da alle mithalten. Was die NHL-Spieler besser macht, sind Kleinigkeiten, die sie konstant auf höchstem Niveau abrufen können. Das hebt sie auf ein anderes Level. Fakt ist, dass sie alle unsere Mannschaft stärker machen.

Ist die Lücke zwischen der DEL und der NHL in den vergangenen Jahren kleiner geworden?

Moritz: Ich würde schon sagen, dass die DEL viel besser geworden ist. Es gibt nicht mehr wenige Teams, die dominant sind. Es ist alles ausgeglichener und vom Niveau besser geworden.

Mit Frederik Tiffels und Leon Draisaitl sind zwei weitere Kölner im Kader dabei – da wird der Spaß im olympischen Dorf nicht zu kurz kommen, oder?

Moritz lacht: Ja, Spaß muss natürlich auch dabei sein. Wir lachen viel im Team, aber über Karnevalsmusik in der Kabine haben wir uns noch keine Gedanken gemacht.

Wenn du einen Tipp abgeben müsstest: Wer wird Olympiasieger?

Moritz: Boah, als Tippgeber bin ich raus. Es gibt viele gute Mannschaften wie Kanada, USA, Schweden, Finnland oder auch unser Team. Es wird spannend!

Wie nimmst du Bundestrainer Harold Kreis vor diesem historischen Turnier wahr?

Moritz: Er ist sehr erfahren und weiß, was auf uns alle zukommt. Er kann viele Dinge sehr gut einschätzen. Dabei strahlt er eine angenehme Gelassenheit aus. Er bereitet uns sehr gut vor.

Eine Frage noch zu den Kölner Haien: Du bist viermal Vizemeister mit dem KEC geworden, ein Titel fehlt dir noch. Wie viel ist die aktuelle Tabellenführung für dich wert beim Kampf um das große Ziel?

Moritz: Der Modus ist ja klar: In den Playoffs geht es von vorne los, dann zählt es und die Erfolge der Hauptrunde sind Geschichte und zählen nicht mehr. Ich denke, es sind in dieser Saison sechs bis sieben Mannschaften, die ein Wörtchen mitreden, wenn es um die Meisterschaft geht. Unsere gute Position wollen wir in den verbleibenden Spielen vor den Playoffs noch festigen. Es ist ein schönes Gefühl, jetzt oben zu stehen, mehr aber auch nicht.

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