Die Domstürmer gehören seit zwei Jahrzehnten fest zum Kölner Karneval. In dieser Session sind die Auftritte für Frontmann Micky Nauber besonders aufregend. Sein Sohn ist ganz in seiner Nähe.
Domstürmer-Frontmann aufgeregtMicky Nauber: „Hab fast einen Notarzt gebraucht“

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Frontmann Micky Nauber bringt mit seinen Domstürmern die Säle auch in dieser Session wieder zum Kochen.
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Als Frontmann der Domstürmer („Meine Liebe, meine Stadt, mein Verein“) flitzt Micky Nauber auch im Jubiläumsjahr Abend für Abend über die Bühnen. Sein Sohn ist genauso alt wie die Band – 20 Jahre.
Die ersten Schuhe von Nick, natürlich in „Rut un Wiess“, hängen als Glücksbringer seit Ewigkeiten am Mikrofonständer von Papa Micky. „Sie sagen mir immer wieder, dass das Leben ein Geschenk ist, auch wenn wir alle unser Päckchen zu tragen haben und nicht jeder Tag einfach ist“, sagt der Sänger im EXPRESS.de-Gespräch.
Domstürmer feiern 20. Jubiläum: Sänger Nauber hat seinen Sohn dabei
Naubers Sohn macht zurzeit eine Ausbildung zum Elektriker. Gleichzeitig begleitet er die Domstürmer durch die Session. Genau wie sein Papa lebt und liebt er die Band, mit der er groß geworden ist.
„Ich kenne jeden Song und jeden Ton der Domstürmer. Ich war schon mit drei Jahren im Studio dabei, wenn neue Lieder produziert wurden. Ferner hatte ich das Glück, dass mein Papa mir schon sehr früh ermöglicht hat, die Einzelspuren der Produktion selbst zu mischen oder mitzuspielen, denn ich spiele Gitarre, etwas Bass und Schlagzeug. Da bekommt man einen perfekten Eindruck, was in den Songs musikalisch passiert.“
Am 11. im 11. hat Nick erstmals den Ton der Domstürmer auf dem Heumarkt gemischt. Die zweite große Herausforderung war die WDR4-Hörfunksitzung im Gürzenich. „Wenn ich sehe, wie mein Sohn seinen Job macht und sich solchen Herausforderungen stellt, macht mich das unglaublich stolz und glücklich zugleich. Auf der Bühne im Gürzenich hätte ich jedoch fast einen Notarzt gebraucht. Ich war so aufgeregt, dass mein Blutdruck bestimmt über 180 war“, gesteht Micky Nauber.
Bereits in seiner Schulzeit hat Nick die Schulveranstaltungen technisch geleitet. „Das war ein richtig gutes Training. Und zu meinem Glück ist mein Papa ja nicht nur Sänger, sondern auch Produzent der Domstürmer. Außerdem habe ich von richtig guten Tonleuten gelernt, die seit Jahren mit den Stürmis arbeiten. Das ist mega und ich bin sehr dankbar für diese Chance“, sagt er.

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Micky Nauber (r.) und sein 20-jähriger Sohn Nick, der bei den Auftritten der Band den Ton mischt.
Und was für Nick wichtig ist: Er hört sich fast jede kölsche Band an. „Ich höre genau hin, was die so machen. Da sind echt coole Bands am Start“, so sein Urteil.
Während der Papa extrem aufgeregt ist, wenn der Sohnemann an den Reglern ist, sieht es Nick entspannter: „In dem Moment denke ich nicht darüber nach, ob es der Heumarkt oder die Hörfunksitzung ist. Man muss immer prüfen, was erforderlich ist, und mit den Teams vor Ort Hand in Hand arbeiten. Für mich ist eine gute Vorbereitung entscheidend. Durch meinen Papa habe ich früh gelernt, Verantwortung zu übernehmen und die Dinge nicht dem Zufall zu überlassen. Er sagt immer: Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe, warum etwas nicht funktioniert oder wer Schuld ist.“

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Micky Nauber hat bei den Auftritten mit seinen Domstürmern die Kinderschuhe seines Sohnes am Mikroständer hängen.
Wenn der Frontmann der Domstürmer sieht, wie sein Sohn seinen Weg geht, bestätigt das ihn in seinem Glauben. „Man muss jungen Menschen eine Chance geben, wenn sie für eine Sache brennen und mit Leidenschaft dabei sind. Sie dürfen auch Fehler machen. Das Entscheidende ist die Bereitschaft, zu lernen und zu wachsen. Übrigens lerne ich auch noch jeden Tag durch mein junges Team dazu.“
Die Zukunft hat Nick fest im Blick. „Meine Ausbildung zum Elektriker macht mir echt Spaß. Ich bin in einem super Betrieb mit echt gutem Klima.“ Während Nick schon immer begeistert von Technik und Elektrik war, sieht das bei Nauber Senior ganz anders aus. „Davon hat mein Vater überhaupt keinen Plan“, verrät der Junior.

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Die Domstürmer feiern in dieser Session ihr 20. Jubiläum. Am 18. Juli steigt das Open-Air-Jubiläumskonzert am Eltzhof.
„Ich will auf jeden Fall einen guten Abschluss machen und auch gerne im Job weitermachen. Super wäre weiterhin parallel die Mischung aus beiden Welten. Ich kann mir auch gut vorstellen, mich nach meiner Ausbildung in beiden Bereichen weiterzubilden.“
Jetzt freuen sich Vater und Sohn erst einmal auf den Sessions-Endspurt. „Wir geben jetzt noch einmal richtig Vollgas. Die Crew ist super, die Domstürmer hochmotiviert. Wir freuen uns auf alles, was da noch kommt.“

