Die Lust in Deutschland sinkt weiter: Der Bier-Absatz ist im vergangenen Jahr in der Bundesrepublik so stark gesunken wie nie zuvor! Auch in Köln ist die Lage herausfordernd.
Lust lässt immer weiter nachKölner Brauerei-Verband zeigt sich „besorgt“

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Die Lust auf Bier in Deutschland sinkt – auch Köln verzeichnet einen Rückgang des Kölsch-Absatzes.
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Im Sommer am Rhein, nach dem Feierabend in der Altstadt, vor der Party am Büdchen und an Karneval sowieso: Kölsch gehört zu Köln wie der Dom oder der Rhein. Doch der Markt steht unter Druck – so wie in ganz Deutschland. Die Lust auf Kölsch hat nachgelassen.
Minus sechs Prozent – so viel weniger haben die Brauereien in der Bundesrepublik im vergangenen Jahr abgesetzt, insgesamt nur noch rund 7,8 Milliarden Liter Bier. Das teilte das Statistische Bundesamt am Montag (2. Februar) mit. Ein trauriger Rekordwert, es ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe 1993. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren setzten die deutschen Brauereien noch fast zwei Milliarden Liter mehr Bier ab.
Bessere Zahlen in Köln als im Rest von Deutschland
Und in Köln, der Heimat des Kölsch? Christian Kerner, Chef des Kölner Brauerei-Verbands, erklärt auf EXPRESS.de-Nachfrage, dass auch der Kölsch-Biermarkt diese heftigen Auswirkungen spürt. Darüber sei der Verband „besorgt“. Immerhin: Köln kann bessere Zahlen als der bundesweite Durchschnitt aufweisen. Der Rückgang im Kölsch-Markt lag bei uns bei rund 5,1 Prozent – ein Unterschied von fast einem Prozentpunkt.
„Das liegt zum einen an der starken regionalen Verwurzelung von Kölsch und der Besonderheit als regionale Spezialität nach EU-Recht“, erklärt Kerner. Dennoch bleibe die Lage weiterhin „herausfordernd“, so der Verbandschef weiter. „Steigende Kosten und eine hohe Konsumzurückhaltung prägen den Alltag.“
Brauereien stehen auch in Köln unter Druck
Die Gründe für den Rückgang sind vielfältig. Da wäre zum einen das Konsumklima. Brauereien bekommen – ähnlich wie auch der Handel und die Gaststätten – die massive Konsumzurückhaltung der Verbraucher zu spüren. Auch die gestiegenen Energiepreise seien neben den Löhnen laut Deutschem Brauerei Bund die größten Kostentreiber. Brauereien sind eben energieintensive Betriebe. Der Brauerei-Bund fordert schon länger entschlossenere Anstrengungen in der Energiepolitik und beim Bürokratieabbau.
Doch es gibt auch eine gute Nachricht: In der Statistik sind alkoholfreie Biere nicht enthalten – und gerade die sind neben Biermischgetränken die am schnellsten wachsenden Sorten: 2025 haben sie beim Umsatz im Handel erstmals die 10-Prozent-Marke überschritten. Auch in Köln gibt es Erfolge, nämlich im Bereich Fassbier: Hohe Umsätze gibt es traditionell in den ersten Monaten des Jahres um Karneval sowie im Sommer.
Insgesamt aber ist der Umsatz signifikant zurückgegangen – und dem will der Kölner Brauerei-Verband entgegenwirken. „Kölsch verbindet“ heißt die Kampagne des Verbands, „die die kölsche Lebensart sichtbar macht und für eine Absatzbelebung sorgt“, betont Kerner.
Sie setzt auf Emotionen, auf die Köln-Verbundenheit vom Kölsch – und das kölsche „Wir“-Gefühl. Schließlich ist und bleibt Kölsch die Sprache, die man auch trinken kann. Prost!

