Formel-1-Gerücht Haas wollte Mick Schumacher rauswerfen – rettete Ferrari seine Karriere?

Günther Steiner schaut auf Mick Schumacher.

Günther Steiner (l., hier am 30. April) ist unzufrieden mit Mick Schumacher.

Mick Schumacher und Haas-Teamchef Günther Steiner sind nicht gut aufeinander zu sprechen. Der Zoff soll wohl soweit gegangen sein, dass Steiner den Deutschen rauswerfen wollte. Angeblich rettete ihn Ferrari davor.

Murmeltiertag für Mick Schumacher (23) in Montréal. Wieder kommt er zu einer neuen Strecke, wieder hofft er im Rennen (Sonntag, 20 Uhr, Sky) auf seinen ersten WM-Punkt und wieder muss er sich gegen negative Einflüsse behaupten.

Zu der Kritik an seiner Punktlos-Serie von 29 Rennen und den drei Unfällen in Jeddah, Miami und Monaco kommt nun das Gerücht, Haas-Teamchef Günther Steiner (57) habe ihn schon vor dem Baku-GP aussortieren wollen.

Zoff bei Haas: Rettet Ferrari Mick Schumacher vor dem Rausschmiss?

Das wäre der Hammer. Der gewöhnlich gut informierte Journalist Ralf Bach berichtet in seinem Blog „f1-insider.com“ von Gerüchten im Fahrerlager von Baku, wonach Steiner Mick Schumacher nach dem Unfall in Monaco sogar schon für das Rennen in Aserbaidschan auswechseln wollte.

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Doch angeblich habe Ferrari ein Veto eingelegt, den seit Anfang 2019 geförderten Sohn von Michael Schumacher (53) rauszuwerfen. Die Scuderia hat laut dem Kooperationsvertrag mit Haas das Recht, einen der beiden Fahrerplätze beim Kundenteam zu besetzen. Bis Ende der Saison scheine das Cockpit für Schumacher deshalb gesichert.

Der Vorgang wäre trotzdem ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Bruch zwischen Steiner und Mick nicht mehr zu kitten ist und der sich für 2023 ein neues Cockpit suchen müsste.

Mick Schumacher und Haas-Teamchef im Zoff

Aber gab es Steiners Rauswurf-Plan wirklich? EXPRESS.de fragte nach bei Haas, doch das US-Team wollte das kolportierte Szenario nicht kommentieren. EXPRESS.de fragte danach auch Bach, wie sicher seine Information sei. Er sagt: „Ich kann es nicht beweisen, aber es kommt aus mehreren seriösen Quellen. Wenn Haas es nicht kommentiert, ist das ja kein Dementi.“

Damit wäre die Zusammenarbeit von Mick und Steiner in den verbleibenden 14 Rennen natürlich extrem belastet. Der Südtiroler hatte Mick nach dessen Monaco-Crash öffentlich angezählt („Wir müssen sehen, wie wir von hier aus weitermachen“) und ihn in Baku auf die Frage nach der Verantwortung für den Misserfolg schlecht gemacht: „Wenn ich nach einem Rennen lese, was wir alles falsch gemacht haben. Ich habe für jede dieser Dinge zehn Sachen, wo Mick schlecht ist.“

Ralf Schumacher: „Mick darf keine Fehler machen und Haas muss ihn unterstützen“

Der konterte und listete nach seinem frustrierenden vorletzten Platz die Teamfehler in Training und Qualifying auf. Und er kritisierte Steiners Entscheidung, ein großes Auto-Update erst zum Frankreich-GP (24. Juli) zu bringen: „Wir wissen, dass unser Auto nicht weiterentwickelt worden ist, viele andere Autos schon, was uns nicht hilft, weil das Mittelfeld eng beieinander ist.“

Der Team-Zoff dürfte in Montréal wieder hochkochen. „Alles wurde gesagt, von beiden Seiten, und das ist auch richtig so“, betont Micks Onkel Ralf Schumacher (46) bei Sport1.

Allerdings warnt er auch: „Aber jetzt ist die Zeit, sich zusammenzuraufen und den Zeiger wieder auf Null zu stellen. Mick darf keine Fehler machen und Haas muss ihn unterstützen, damit er wieder zur Normalform zurückfindet. Gemeinsam müssen sie dafür sorgen, dass es schon am Wochenende in Kanada besser läuft für Mick. Sie müssen an einem Strang ziehen. Alles andere wäre schädlich für beide.“

Und was erwartet Mick in Montréal? „Ich kenne die Bahn bislang nur aus dem Rennsimulator, und sie ist aufregend. Das Gefühl ist jenes eines Straßenkurses, weil die Mauern so nahe sind“, sagt er über den Circuit Gilles Villeneuve, wo auch sein Vater Michael 1999 in die berüchtigte „Wall of Champions“ krachte. Mick: „Das ist einer der Gründe, wieso hier in den vergangenen Jahr viel Verrücktes passiert ist. Ich meine, wo sonst rennen Murmeltiere herum?“

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