Kölner Multi-Talent Volker Struth Vom Schal-Erfinder zum Star-Berater

Gründete sein erstes Unternehmen bereits mit 25 Jahren: Volker Struth.

Gründete sein erstes Unternehmen bereits mit 25 Jahren: Volker Struth.

Köln  – Was schreibt man über einen Mann, der sich mit seinem Partner Dirk Hebel innerhalb von wenigen Jahren die begehrtesten deutschen Spieler angelte? Der an die Spitze der deutschen Berater stürmte und zu den mächtigsten und einflussreichsten Männern des deutschen Fußballs gehört?

Was ist das für ein Mann, in dessen Hände Fußball-Juwelen wie Mario Götze oder Tony Kroos liegen? Ein Spielerflüsterer? Volker Struth sitzt in seinem Büro in Köln-Ossendorf. Er trägt ein kariertes Hemd, Jeanshose und Lederschuhe. Kein gelackter Schlipsträger im Edelzwirn.

Das Telefon klingelt. Struth reißt die Glastür auf und verschwindet im Büro. Später sagt er: „Sorry, ein wichtiges Gespräch.“ Er schmunzelt, gießt sich Kaffee ein.

Wer hat ihn gerade angerufen? Völler, Rummenigge. Der Bundestrainer? Es gab auch mal Zeiten, da kannte Struth die Bosse des deutschen Fußballs nur aus dem Fernseher. Struth war gerade 25 Jahre alt, als er sein erstes Unternehmen gründete.

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„Ich stand um halb sechs morgens auf“, erzählt er, „dann ging ich in meine Garage, lud Büromaterial in einen kleinen Transporter und verkaufte es an die Kunden.“

Innerhalb von drei Jahren katapultierte er seine Firma unter die zehn umsatzstärksten Büromaterial-Unternehmen Deutschlands. Aber das war dem Selfmademann nicht genug. „Ich spürte, dass ich etwas anderes machen will.“ Er stürzte sich in das nächste Abenteuer.

Struth gründete die Merchandising- und Event-Agentur Köln-Total. Es ging Schlag auf Schlag. Er erfand den Motto-Schal. Als er das Münchner Oktoberfest besuchte, verpflanzte er das größte deutsche Volksfest einfach mal nach Köln. Wurde ein Hit! Wieder hatte er das richtige Näschen im richtigen Moment.

Die Erfolgsstory des gebürtigen Kölners, wohnhaft in Pulheim, hatte gerade erst angefangen. Für die WM in Deutschland ließ er in Asien Autofahnen anfertigen. Hunderttausende wurden europaweit verkauft. Struth feierte sein persönliches Sommermärchen. Wieder hatte er einen Volltreffer gelandet.

Dann lief ihm Reiner Calmund über den Weg. Alte Freunde. Seit 28 Jahren. Und zwei, die nicht lange fackeln, wenn man eine gute Idee hat. „Der Volker“, sagt das Manager-Idol, „ist ein Mann voller Tatendrang, ein Multi-Talent, „plötzlich stand er vor mir. Ich spürte sofort: Der Junge geht seinen Weg. Und ich kann ihn dabei begleiten.“ Und los ging es.

Struth übertrug Köln-Total an seinen damaligen Geschäftsführer Eric Bock und gründete die Agentur SportsTotal. „Wenn es diese Gespräche nicht gegeben hätte, würde ich heute nicht da stehen, wo ich stehe. Deshalb bin ich Reiner Calmund und Dirk Hebel heute sehr dankbar.“

Hebel und Struth gaben Gas! Eine Sitzung jagte die nächste. Konzepte wurden erarbeitet, Spieler wurden gesichtet. Schnell wurde klar: Struth und Hebel wollten junge, talentierte, unverbrauchte Spieler. Und er holte sie sich!

Der erste große Transfer schlug ein wie eine Bombe. Struth transferierte 2008 den Torjäger Mladen Petric von Borussia Dortmund zum HSV. Es war der erste Schlag auf der großen Bühne Bundesliga. In der Branche sprachen sich die Neuen herum.

Und weil SportsTotal in kürzester Zeit einen richtig guten Namen hatte, kamen immer neue Spieler hinzu. Benedikt Höwedes, Marcel Risse, Eren Derdiyok und Deutschlands Zauberboys Tony Kroos, Mario Götze und Marco Reus.

SportsTotal ist oben, angekommen in der Elite des deutschen Fußballs. Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsboss des Rekordmeisters Bayern München, hat einmal gesagt: „Wenn an einem Tag 30 Leute anrufen, müssen Sie zu den wenigen gehören, bei denen ich das Telefon abnehme.“ SportsTotal gehört dazu!

Oliver Bierhoff, Manager der deutschen Nationalmannschaft, sagt: „Herr Struth ist professionell und absolut zuverlässig. Auf ihn kann man sich verlassen.“ Kroos sagt: „Ich fühle mich bei SportsTotal sehr gut aufgehoben.“

Götze, den sämtliche Top-Klubs in Europa jagen, kann sich dank der Rundumbetreuung ganz auf das konzentrieren, was ihm Spaß macht: mit dem Ball zaubern. „Ich bin glücklich, dass ich Leute um mich habe, die mir alles neben dem Platz abnehmen und denen ich vertrauen kann.“

Über 60 Spieler sind in der Agentur. Und wie geht es weiter? „Wir wollen uns weiter intensiv um die Spieler kümmern“, sagt Struth, „die meisten Spieler sind sehr jung, stehen erst am Anfang ihrer Karriere und haben eine große Perspektive. Wir wollen ihren Weg begleiten. Damit sind wir zurzeit voll ausgelastet.“

Und so treiben Struth zwei Mottos weiter an. Erstens: „Du bekommst im Leben nichts geschenkt.“ Und zweitens: „Die Vernünftigen halten durch. Die Leidenschaftlichen leben.“

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