Nach rassistischem Drohbrief Joachim Löw stärkt Bundestrainer Gislason den Rücken

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Der Handball-Bundestrainer Alfred Gislason, hier beim Spiel der Olympia-Qualifikation gegen Algerien am vergangenen Sonntag, wurde rassistsich bedroht.

Köln – Eine Drohung der ganz üblen Sorte hat Handball-Bundestrainer Alfred Gislason (61) am Dienstag (16. März) über Instagram veröffentlicht. Der Isländer postete ein Bild von einem rassistischen Brief, der in seinem Briefkasten landete. Neben dem Deutschem Handballbund (DHB), reagierten auch Stefan Kretzschmar und Fußball-Bundestrainer Joachim Löw auf die Drohung und stellten sich hinter Gislason.

  • Handball-Bundestrainer Alfred Gislaslon wird massiv rassistisch bedroht
  • Der Deutsche Handballbund (DHB) reagierte sofort
  • Stefan Kretzschmar und Joachim Löw stellen sich hinter Gislason

Gislason hatte zuvor einen an ihn adressierten anonymen Drohbrief per Post erhalten und diesen anschließend in den Sozialen Medien geteilt. „Wir sind alle deutsch und wünschen uns auch einen deutschen Trainer für die Handballmannschaft.“

Sollte der Bundestrainer sein Amt nicht niederlegen, werde man ihn auf seinem Grundstück aufsuchen. „Mal sehen was aus ihren Anwesen dann wird“, heißt es in dem von Rechtschreib- und Grammatikfehlern überhäuften Schreiben.

„Das ist eine große Enttäuschung für mich. So etwas habe ich in 30 Jahren, die ich inzwischen in Deutschland lebe, noch nie erlebt“, sagte Gislason: „Aber für mich ist auch klar, dass es ein Einzelfall ist.“

Drohbrief: Deutscher Handballbund leitet rechtliche Schritte ein

Es sei „sehr eigenartig“, so Gislason weiter, „dass jemand dieses Bedürfnis hat, dem Handball und auch mir persönlich zu schaden. Ich habe nie jemandem etwas getan. Dieser Vorfall schafft es nicht, mir Angst einzujagen.“

Unterstützung erhielt Gislason aus der Handballwelt, unter anderem von seinem Ex-Klub THW Kiel. Der DHB schrieb: „Wir stehen hinter dir, Alfred!“ Handball-Legende Stefan Kretzschmar (48) stellte ein Foto von sich und Gislason auf Facebook und schreib dazu „Mein Bundestrainer“.

Auch Fußball-Bundestrainer Joachim Löw stellte sich in einem Twitter-Posting des Deutschen Fußball Bundes (DFB) hinter Gislason: „Ich kann mir kaum vorstellen, was so eine Drohung in einem Menschen auslöst. Alfred, ich und viele Menschen stehen an Deiner Seite!“ Gislason sei „ein grandioser Bundestrainer, und wir sind stolz auf Dich und Deine Mannschaft“, hieß es in dem Post weiter.

Der DHB hat die massiven verbalen Drohungen „aufs Schärfste verurteilt. Wer ihn angreift, greift den gesamten deutschen Handball an“, sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning (53) und kündigte an, mit aller Vehemenz gegen den oder die Täter vorzugehen: „Wir werden auf jeden Fall rechtliche Schritte einleiten.“

In einem weiteren Post teilte der Bundestrainer den Umschlag, in dem ihn der Brief erreichte. Daraus wird ersichtlich, dass die Nachricht im „Briefzentrum 19“ abgestempelt wurde. Das wäre die Region in und um Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern.

Gislason betont, er habe sich „immer gut gefühlt in Deutschland und das wird sich nicht ändern. Man kann es ganz offensichtlich nicht allen Leuten recht machen.“ Alle weiteren Schritte werde er mit dem Verband besprechen. (sid/eha)

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