Ailton, Sanogo, Zidan und Co. Diese Fußballer spielten für Werder und den HSV

Bremens Sanogo schießt den Ball an Hamburgs Frank Rost vorbei.

Bremens Boubacar Sanogo überwindet den Hamburger Keeper Frank Rost am 1. Dezember 2007.

Nordderby zwischen Werder und dem HSV! Für die Fans ist es das emotionalste Duell überhaupt, manchen Profis war es hingegen in der Vergangenheit egal, von welchem der beiden Klubs sie ihr Gehalt beziehen.

Bremen/Hamburg. Am Samstagabend (18. September 2021, 20.30 Uhr, Sport1) kommt es zum heiß erwarteten Top-Spiel zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV. Die Partie versprüht Bundesliga-Flair – findet trotz der prestigeträchtigen Vereinsnamen allerdings diesmal in der 2. Bundesliga statt.

Vor dem siebten Spieltag steht Werder aktuell auf Tabellenplatz drei, der HSV belegt Platz neun. Beide Klubs und vor allem die Anhänger pflegen seit langen Jahren eine innige Rivalität. Jemals dem anderen Klub die Daumen zu drücken – und sei es auf internationalem Paket – kommt für die Fans nicht infrage.

Einige Profis waren da in der Vergangenheit allerdings weniger idealistisch unterwegs und schnürten die Schuhe für beide Vereine. Vorhang auf für die Überläufer der vergangenen drei Jahrzehnte:

Alte Liebe Rost-et

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Hamburgs Frank Rost fasst sich an den Kopf und brüllt herum.

HSV-Keeper Frank Rost fasst sich im Derby gegen Bremen am 20. Dezember 2009 vor Entsetzen an den Kopf.

  • Frank Rost (48). Der gebürtige Sachse spielte zwischen 1992 und 2002 bei Werder. Anschließend ging Rost zu Schalke, wo er wie auch schon bei Werder Oliver Reck im Tor beerbte. 2007 ging es wieder in den Norden. Allerdings zum Rivalen aus Hamburg. 2009 erreichte er mit dem HSV das Halbfinale des UEFA-Cups, 2009 ebenfalls das Halbfinale der neu erschaffenen Europa League.
  • Jaroslav Drobny (41). Wie Rost war Drobny ein ausgezeichneter Torwart, der in seinem Heimatland Tschechien jedoch stets im Schatten von Petr Cech stand. Bei Bochum, Hertha und Hamburg war er die Nummer eins. Er wechselte sogar direkt von dem einen Nord-Klub zum anderen: Nachdem er von 2010 bis 2016 bei Hamburg im Kasten stand, entschied er sich daraufhin zu einem Wechsel an die Weser. Bei Werder stand er dann bis 2019 unter Vertrag, war aber nicht zuletzt wegen mehrerer Verletzungen im hohen Alter nur noch Ersatzkeeper.
  • Dietmar Beiersdorfer (57). Didi Beiersdorfer wechselte 1992 direkt vom HSV zum SVW, nachdem er seit 1986 in Hamburg aktiv war. Danach blieb er vier Jahre lang, also bis 1996 in Bremen. Nach seinem Karriereende zog es ihn zurück nach Hamburg: Bei den Rothosen wurde Beiersdorfer Sportvorstand und lotste Stars wie Vincent Kompany oder Rafael van der Vaart an die Elbe.
  • Raphael Wicky (44). Seit 2020 ist Wicky Trainer bei MLS-Klub Chicago Fire. Also dem Verein, bei dem Bastian Schweinsteiger seine Karriere beendete. Als Aktiver kickte er zwischen 1997 und 2001 für Werder Bremen und von 2002 bis 2007 für den HSV. Für die Schweiz machte er 75 Länderspiele und erzielte dabei ein Tor.

Nur ein Hunt würde von Werder zum HSV gehen

Fabian Ernst im Trikot des HSV gestikuliert mit Ball im Arm.

Fabian Ernst im Trikot des HSV gestikuliert 18. Februar 2000.

  • Fabian Ernst (42). Geboren 1979 in Hannover, spielte Ernst erst für 96, bevor es dann über das Volksparkstadion zum Weserstadion ging. Für den HSV absolvierte der defensive Mittelfeldspieler zwischen 1998 und 2000 48 Spiele, für Bremen von 2000 bis 2005 152 Spiele. Auch für das legendäre Team 2006 kam Ernst zu insgesamt drei Einsätzen. Nach seiner Station in Gelsenkirchen verabschiedete sich Ernst 2009 in die Türkei.
  • Aaron Hunt (35). Hunts Mutter ist Engländerin, sein Vater ist Deutscher. Mit nicht einmal 15 Jahren kam er zum SV Werder. Dort spielte er bis 2014 und wurde zur Vereinsikone. Daraufhin wechselte er zum VfL Wolfsburg, wo er aber bloß ein Jahr blieb. Er schloss sich dann 2015 dem HSV an. Bis zum Sommer diesen Jahres spielte er sechs Jahre mit der Raute auf der Brust. Den Legendenstatus hat sich Hunt bei den Werder-Fans wegen Fahnenflucht verspielt.
  • Rodolfo Esteban Cardoso (52). Über Homburg und Freiburg fand der Argentinier Cardoso 1995 nach Bremen. Dort verweilte der offensive Mittelfeldakteur ein Jahr, dann zog es ihn in die Hansestadt Hamburg. Mit kurzen Abstechern in seiner Heimat hielt er dem HSV bis zu seinem Karriereende im Jahr 2004 die Treue.
  • Dirk Weetendorf (48). Der Mittelstürmer traf für den HSV zwischen 1997 und 1999 in 23 Bundesligaspielen dreimal. Für den SVW kam zwischen 1999 und 2000 in sieben Spielen kein weiteres Bundesliga-Tor hinzu. 2003 beendete er wegen einer schweren Knieverletzung seine Karriere.
Bremens Aaron Hunt holt zum Schuss aus.

Werder Bremens Aaron Hunt zieht am 12. Februar 2005 aus der Distanz ab.

  • Martin Harnik (34). Ein Österreicher im hohen Norden: Als Sohn einer Hamburgerin und eines Österreichers wurde Harnik in Hamburg geboren. Sein erstes Bundesligaspiel bestritt der österreichische Nationalspieler aber nicht für seinen Heimatverein, sondern für die Grünen aus der verfeindeten Hansestadt. Über mehrere Umwege landete Harnik dann aber doch noch zwischen 2019 und 2020 per Leihe beim HSV.
  • Eljero Elia (34). Bei Hamburg glänzte der Niederländer, der zwischen 2009 und 2011 auf der Außenbahn für Furore sorgte. An der Weser stand er zwsichen 2012 und 2015 unter Vertrag – konnte die Erwartungen aber nicht erfüllen. 2010 wurde er Vize-Weltmeister, aktuell spielt der 1987 geborene Elia bei Utrecht.
  • Ailton (48). Kugelblitz Ailton spielte von 1998 bis 2004 bei Werder, und machte sich spätestens in der Saison 2003/2004 unsterblich, als er Bremen mit 28 Treffern zur Deutschen Meisterschaft schoss. Seinen Abgang zum FC Schalke konnten die Werderaner nicht so ganz nachvollziehen, den späteren Transfer zum verhassten HSV überhaupt nicht. Dort blieb der Brasilianer aber 2005 auch nur ein halbes Jahr. Trotz seiner Hamburger Vergangenheit ist Ailton eine lebende Legende in Bremen.
  • Bruno Labbadia (55). Ob Darmstadt, Hamburg (1989-1991), Kaiserslautern, Bayern, Köln, Bremen (1996-1998), Bielefeld, Karlsruhe: Bruno Labbadia ist als Spieler rumgekommen. Und nicht nur als Spieler: Als Trainer war er auch schon bei sieben verschiedenen Vereinen tätig, auch beim HSV.

Zidan statt Zidane

Zidan umkurvt die Hamburger Verteidiger.

Bremens Mohamed Zidan umkurvt die HSV-Abwehr am 1. August 2006.

  • Boubacar Sanogo (38). Der Mann von der Elfenbeinküste machte 2005 beim 1. FC Kaiserslautern auf sich aufmerksam und zog das Interesse des HSV auf sich. In Hamburg fasste Sanogo allerdings nie richtig Fuß, erzielte zwischen 2006 und 2007 nur magere vier Tore in 31 Bundesligaspielen  und verabschiedete sich schnell Richtung Bremen, wo er den zu Bayern abgewanderten Miro Klose ersetzen sollte. An der Weser schnürte er zwischen 2007 und 2009 seine Fußballschuhe.
  • Mohamed Zidan (39). Die Fans an der Weser machten im Jahr 2005 große Augen, als sie in den Zeitungen lasen, dass ihr Klub Zidan verpflichtet habe. Allerdings handelte es sich nicht um den Weltmeister Zinédine Zidane, sondern um den Ägypter Mohamed Zidan, dem nicht nur das „e“ am Ende seines Nachnamens fehlte, um an den französischen Weltklassespieler heranzukommen. 2007 war das Kapitel für den Angreifer in Bremen auch schon wieder beendet. Wie auch bei Werder konnte sich Zidan auch in seiner Zeit beim HSV zwischen 2007 und 2008 nicht durchsetzen. Bei Mainz hingegen war er der Liebling der Fans.
  • Felix Magath (68). Zugegeben: Er spielte nur für den HSV und nie für Werder, allerdings trainierte er beide Mannschaften. Zwischen 1995 und 1997 war „Quälix“ Cheftrainer bei seinen Rothosen, zwischen 1998 und 1999 am Osterdeich.

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