„Ein Trauerspiel“ Sieg gegen Island: Aber Hoeneß schießt heftig gegen den DFB

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Uli Hoeneß, Ex-Präsident des FC Bayern München, gab beim WM-Qualifikationsspiel des DFB-Teams gegen Island sein Debüt als TV-Experte.

Duisburg/Köln – Die Sommer-EM im Blick, Island vor der Brust: Für Joachim Löw (61) und das DFB-Team ging es am Donnerstagabend in Duisburg im ersten Länderspiel des Jahres um wichtige Punkte in der WM-Quali. Ein Debüt gab es aber schon im Vorfeld: Uli Hoeneß (69) – lange Jahre Anführer der „Abteilung Attacke“ beim Rekordmeister FC Bayern – gab an der Seite von Moderator Florian König (53) seinen Einstand als TV-Experte beim Sender RTL.

  • Deutschland in der WM-Quali gegen Island gefordert
  • Uli Hoeneß feiert Debüt als TV-Experte bei RTL
  • Ex-Präsident des FC Bayern schießt gegen DFB

Hoeneß und König führten aus dem RTL-Studio in Köln-Deutz durch den Abend. Und der Ex-Bayern-Macher gab dem scheidenden Bundestrainer Löw vor dem Anpfiff gleich einen klaren Wunsch mit auf den Weg: „Ich hoffe, dass die Mannschaft heute beginnt, an dich zurückzuzahlen“, meinte Hoeneß.

WM-Qualifikation: Uli Hoeneß gibt Debüt als TV-Experte

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Das tat das DFB-Team dann auch prompt, legte gegen die Isländer einen echten Blitzstart auf den Rasen – obwohl kurzfristig mit Jonas Hofmann (28) und Marcel Halstenberg (29) zwei DFB-Kicker corona-bedingt passen mussten. Am Ende stand ein ungefährdeter 3:0-Erfolg.

Zum immer wieder geäußerten Vorwurf, der Profi-Fußball würde bevorzugt, sagte Hoeneß: „Wenn bei Daimler oder BMW einer krank wird, geht auch nicht die komplette Belegschaft nach Hause. Wenn die Hygiene-Konzepte greifen und die Gesundheitsbehörden sie für gut befinden, dürfen sie auch spielen.“ Dennoch stellte der Ex-Bayern-Präsident klar: „Es darf keine Vorteile für den Fußball geben.“

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Experte Uli Hoeneß (l.) und Moderator Florian König führten bei RTL durch den Länderspielabend des DFB-Teams gegen Island.

Dennoch fiel auf: Hoeneß gab sich im Verlaufe des Abends zunächst ungewohnt zahm. Von wegen Attacke!

Auch zur Frage der Löw-Nachfolge hielt sich Hoeneß bedeckt. Er sagte lediglich: „Ich finde es sehr klug vom DFB, dass er sich mit der Entscheidung Zeit lässt.“ Der Experte glaubt: „Es gibt genug Zeit, um eine gute Lösung zu finden.“ Dennoch schränkte Hoeneß ein: „Dass der eine oder andere, den sie gern hätten, unter Vertrag steht, macht die Sache natürlich nicht einfacher.“ Zum Thema einer Übergangslösung sagte er: „Dafür bin ich überhaupt nicht. Es wird ja wohl auf der Welt einen sehr guten Trainer geben, der es machen kann.“

Über die gehandelten Jürgen Klopp (53, FC Liverpool) und Hansi Flick (56, FC Bayern) sagte er: „Sie haben beide Verträge und haben sich klar geäußert. Insofern ist das kein Thema.“ Zum aktuellen Bayern-Trainer meinte Hoeneß: „Karl-Heinz Rummenigge hat sich zu dem Thema festgelegt. Wenn dem so ist, ist die Lage eindeutig.“

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Coach Hansi Flick vom FC Bayern München wird als Nachfolger von Bundestrainer Joachim Löw gehandelt.

Und Lothar Matthäus (60)? „Der Lothar ist erstens ein fantastischer Fußball-Fachmann. Von den Fähigkeiten wäre er geeignet.“ Ein dickes Hoeneß-Lob also für den einstigen Weltfußballer, den er einst „nicht einmal als Greenkeeper“ beim FC Bayern haben wollte.

Live bei RTL: Uli Hoeneß läuft bei DFB-Frage heiß

Und nach dem Spiel lief Hoeneß dann doch noch so richtig heiß. Angesprochen auf die anhaltenden internen Probleme beim DFB forderte der Ex-Bayern-Präsident, „dass der DFB seine derzeitige Führungsstruktur überdenken muss. Es kann nicht sein, dass das, was sich da gerade abspielt, so weitergeht. Das ist ein Trauerspiel.“ Rums!

Jetzt erlebten die Fans vor den TV-Bildschirmen den „alten“ Hoeneß: DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius (45). „Für mich völlig überfordert“, sagte Hoeneß. Vize-Präsident Rainer Koch (62)? „Der glaubt ja auch, dass er selber der geeignete Präsident wäre.“ Von den Verbandsbossen seien in der Vergangenheit außerdem Entscheidungen nur mit dem Ziel getroffen worden, „damit sie so weiterwurschteln können, wie sie wollen“. Hoeneß weiter: „Es geht ja nicht mehr um Fußball, nur noch um Postenschacherei und um Machtspiele.“

Jetzt wurde es ein richtiger Rundumschlag: „Es müssen auf jeden Fall personelle Konsequenzen her. Es muss klar sein, wer der Chef ist“, forderte Hoeneß sichtlich emotional. DFB-Präsident Fritz Keller (63) bekomme seit seiner Wahl „ja nur Knüppel zwischen die Beine geworfen“. Es müsse sichergestellt werden, dass der DFB „vernünftig und ruhig arbeiten kann“.

Und auch um den Amateursport sorgt sich Hoeneß. Er forderte vom Verband: „Ich höre nix vom DFB. Jetzt müssten die Herrschaften mal anfangen, Konzepte zu entwickeln.“ Viele Jugendfußballer hätten sich in den Vereinen abgemeldet, „weil sie nicht mehr kicken und trainieren können“. Hoeneß knallhart: „Es gibt keine Konzepte!“

Beim DFB wird man den Hoeneß-Donnerhall sicherlich registriert haben... (kos)

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