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Löw-Team glänzt mehrfach Viele starke Signale beim Neustart ins EM-Jahr

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Kai Havertz zieht ab und erzielt mit diesem Schuss das 2:0 gegen Island.

Duisburg – War das jetzt der Jogi-Effekt? Spiel eins nach der Ankündigung, dass der Bundestrainer im Sommer sein Amt niederlegt, machte endlich wieder einmal Spaß. Beim 3:0-Sieg zum Start in die WM-Qualifikation am Donnerstag (25. März) in Duisburg zeigte die Löw-Truppe Spielfreude, Einsatz und tolle Tore. Das waren 90 Minuten Wiedergutmachung für die 0:6-Schmach in Sevilla.

  • Deutschland siegt zum Start in die WM-Qualifikation gegen Island
  • Die Mannschaft von Joachim Löw mit Blitz-Führung
  • Vor allem die Bayern-Spieler prägen das deutsche Spiel

In der deutschen Kabine hing eine klare Botschaft an der Wand: „Auf geht’s 2021!“ In diesem Jahr soll alles besser werden bei der Nationalmannschaft. Nach dem bitteren Jahresabschluss 2020 in Spanien will das DFB-Team die Länderspiel-Müdigkeit bei den deutschen Fans beseitigen und ein erfolgreiches EM-Turnier spielen.

„Wir müssen die Kritiker und Menschen draußen wieder für uns gewinnen. Das geht nur, indem wir guten und attraktiven Fußball spielen, eine gewisse Euphorie entfachen können – spätestens zur EM“, sagte Joshua Kimmich vor der Partie: „Wir brauchen das Land hinter uns.“

Und siehe da: In Duisburg wurden gleich mehrere starke Zeichen für ein hoffentlich erfreulicheres Länderspiel-Jahr gesetzt.

Starkes Signal: Vor dem Anstoß bildeten die Spieler den Schriftzug „Human Rights“. Ein klarer Hinweis Richtung Katar, wo 2022 die WM stattfindet – in einem Land, in dem Menschenrechte nicht so viel zählen. Sicherlich war das Motiv von Neuer & Co. erst mal nur ein Foto – aber besser als nichts.

Starker Look: Die erstmals getragenen neuen schwarzen Trikots machen was her. Die „schwarzen Bestien“ präsentierten sich sofort hungrig und gierig. In der dritten Minute schlug Leon Goretzka zu, in der siebten Kai Havertz. Island wurde direkt überrumpelt. „Man hat gesehen, dass da elf Jungs auf dem Platz stehen, die von Anfang an richtig Bock haben“, sagte Leon Goretzka.

Starker Start: Es war die früheste Zwei-Tore-Führung für Deutschland in einem Pflichtspiel seit 52 Jahren. Im Mai 1969 brauchten Gerd Müller und Wolfgang Overath in der WM-Quali gegen Zypern nur fünf Minuten. „Größtenteils bin ich schon zufrieden. Wir wollten gleich ein Zeichen setzen. Die Mannschaft ist von Anfang an mit der richtigen Einstellung ins Spiel gegangen“, sagte Löw.

Schnellste Zwei-Tore-Führung fürs DFB-Team seit 52 Jahren

Starke Zentrale: Der verletzungsbedingte Ausfall von Toni Kroos (Adduktorenprobleme) mag Joachim Löw zwar ärgern. Aber das Dreiermittelfeld mit Leon Goretzka, Joshua Kimmich und Ilkay Gündogan zeigte so viel Spielfreude und Biss, dass der Madrid-Profi nicht wirklich vermisst wurde.

Starke Bayern: Der Rekordmeister wird bei der EM das Herzstück des Teams bilden. Gegen Island begannen fünf Münchner. Und wie zum Beweis war gleich das 1:0 ein Meisterwerk: Sané, Kimmich, Gnabry, Goretzka – Tor. Eine echte Bayern-Produktion wie aus einem Guss.

Jogi-Maske

Joachim Löw stand zunächst mit doppeltem Mundschutz an der Seitenlinie, später legte er die Masken ab.

Starke England-Legionäre: Ilkay Gündogan ist derzeit Deutschlands erfolgreichster Torschütze in den europäischen Top-Ligen. Diese Treffsicherheit brachte er auch mit nach Duisburg. Der City-Profi platzt vor Selbstbewusstsein. Auch Chelseas Kai Havertz erlebt unter Thomas Tuchel einen Aufschwung, der ihm auch bei Löw hilft. Timo Werner ist erst mal außen vor.

Nur Corona-Probleme trübten den Tag aus deutscher Sicht

So blieb am Ende dieses gelungenen Auftakt-Abends in die WM-Qualifikation nur der Corona-Frust. Neben Kroos, Robin Gosens (Adduktorenprobleme) und Niklas Süle (Oberschenkelzerrung) musste Löw Corona-bedingt auch auf Jonas Hofmann (28) und Marcel Halstenberg (29) verzichten. Der Gladbacher wurde am Spieltag positiv auf Corona getestet, der Leipziger hatte am Abend zuvor „ein blödes Backgammon-Spiel“ (O-Ton Oliver Bierhoff) mit ihm gespielt. Auch er musste abreisen und in häusliche Quarantäne.

„Die Allgemeinsituation ist für uns alle schwierig, nicht nur für uns Fußballer, sondern für die gesamte Bevölkerung. Diese Situation tut niemandem gut. Wir wünschen uns natürlich, möglichst bald ins normale Leben zurückkehren zu können. Aber wir sind natürlich privilegiert“, sagte Gündogan.

Löw nerven diese Corona-Rückschläge. „Wir mussten wieder improvisieren“, haderte er. Und aus Angst vor einer eigenen Ansteckung griff der Bundestrainer zum Doppel-Schutz. Über einer OP-Maske trug er noch eine FFP-Maske. Aber trotz Improvisation lief das Spiel von Beginn an rund.

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