Kein russisches Gas Gazprom macht Nord Stream 1 wieder dicht – schon ab Ende August

UEFA und Schalke äußern sich Politiker machen Druck: Champions-League-Finale soll verlegt werden

Blick in die Gazprom-Arena in St. Petersburg.

In der Gazprom-Arena in St. Petersburg (hier ein Motiv vom 22. September 2021) soll Ende Mai das Champions-League-Finale steigen.

Die Europäische Fußball-Union UEFA erwägt trotz großer Proteste „derzeit“ noch nicht, das in St. Petersburg geplante Finale der Champions League wegen des Ukraine-Konflikts an einen anderen Ort zu verlegen.

Die Welt blickt gebannt und in großer Sorge auf die Zuspitzung des Ukraine-Konflikts. Angesichts der russischen Aggressionen wird Russland und Machthaber Wladimir Putin (69) von den USA und der EU mit Sanktionen gedroht.

Welche Auswirkungen hat der NATO-Russland-Konflikt auf den Fußball? Am 24. März 2022 soll in Moskau das WM-Playoff-Spiel zwischen Russland und Polen ausgetragen werden. Sollte Russland Polen schlagen, würden sie am 29. März zu Hause auf den Sieger aus Schweden gegen die Tschechische Republik treffen. Zenit St. Petersburg sowie Spartak Moskau sind zudem noch in der Europa League aktiv.

Das weltweit größte Spiel im Vereinsfußball, das Finale der Champions League, ist aktuell für den 28. Mai 2022 in der Gazprom Arena in Putins Heimatstadt St. Petersburg angesetzt. Doch derzeit bleibt die Europäische Fußball-Union bei ihren Planungen für sämtliche Begegnungen – auch in den Krisenregionen.

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„Die UEFA beobachtet die Situation ständig und genau. Derzeit gibt es keine Pläne, den Veranstaltungsort zu wechseln“, teilte der Verband am Dienstag (22. Februar 2022) auf EXPRESS.de-Nachfrage mit. Gleichwohl räumte man ein, dass sich die Lage aufgrund der Entwicklungen ändern könne. Am Dienstag soll erneut beraten werden. Die UEFA stehe „in engem Kontakt mit den betroffenen Nationalverbänden und Vereinen“, hieß es: „Gegenwärtig werden alle Spiele wie geplant stattfinden. Wenn nötig, wird zu gegebener Zeit eine Entscheidung getroffen.“

Europa-Abgeordnete gegen Finale in St. Petersburg und Gazprom

Mitglieder des Europaparlaments in Straßburg forderten in einem Offenen Brief an die UEFA und ihren Präsidenten Aleksander Ceferin (54), dass der Verband Russland das Finale entziehen und die Kooperation mit Gazprom beenden solle. Die Zeiten, in denen man die Situation nur kontinuierlich beobachte, seien vorbei. „Die UEFA muss jetzt handeln“, wird in dem Schreiben betont.

„Wir fordern Sie auf, St. Petersburg und andere russische Städte nicht länger als Austragungsorte für internationale Fußballwettbewerbe in Betracht zu ziehen“, hieß es in dem Statement. Die UEFA sollte nun „als ersten und äußerst dringenden Schritt einen Alternativ-Austragungsort für das Champions-League-Finale am 28. Mai 2022 wählen.“

Von Fußball-Großsponsor Gazprom will die UEFA vorerst auch noch nicht abrücken. Der russische Gasgigant tritt seit 2012 als Sponsor der Champions League auf. Im vergangenen Jahr wurde die Partnerschaft auf die EM 2021, die Nations League und auch die EM 2024 in Deutschland ausgeweitet. Welche Summen für das Sponsoring fließen, will niemand verraten.

WM-Playoffs in Moskau, Champions League in St. Petersburg

Auch der britische Premierminister Boris Johnson (57) hat die UEFA zur Verlegung des Champions-League-Finales aus der russischen Großstadt St. Petersburg aufgefordert. „Keine Chance, Fußballturniere in einem Russland abzuhalten, das in souveräne Staaten einmarschiert“, sagte Johnson. Die BBC meldete bereits, dass nach ihren Informationen das Endspiel verlegt werde. EXPRESS.de kann diese Meldung nicht bestätigen.

Schalke-Fans laufen Sturm gegen Partnerschaft mit Gazprom

Ähnlich kritische Fragen muss sich nun auch Zweitligist FC Schalke 04 gefallen lassen. Die Königsblauen laufen seit 2007 mit dem Gazprom-Schriftzug auf dem Trikot auf. Mit Matthias Warnig (66), dem Vorsitzenden der Geschäftsleistung der Nord Stream 2 AG, sitzt ein Putin-Vertrauter im Aufsichtsrat.

Schalkes Simon Terodde beschwert sich.

Schalke-Stürmer Simon Terodde am 18. Februar 2022 mit dem Gazprom-Schriftzug auf dem Trikot.

Viele Schalke-Fans laufen deshalb Sturm gegen die Partnerschaft, die erst im Vorjahr bis 2025 verlängert wurde. „Wenn Russland in der Ukraine einmarschiert, muss der Verein qua Leitbild und Eigeninteresse unmittelbar handeln, die Sponsorings kündigen und sich vom Aufsichtsrat Matthias Warnig distanzieren“, schreibt Fan und Sport-Marketer Raphael Brinkert (44) bei Instagram. Der Agentur-Chef verhalf mit seiner Kampagne SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz (63) zum Wahlsieg.

Brinkert denkt an einen staatlichen Überbrückungskredit, sollten die Königsblauen den Vertrag sofort kündigen. Die Werbefläche könnte man lieber für eine Impf-Kommunikation nutzen. Der neue S04-Vorstandsvorsitzende Bernd Schröder (55) wich dem Thema zuletzt aus: „Gazprom Germania ist ein sehr verlässlicher Partner. Wir sind froh, dass wir ihn an unserer Seite haben.“

Schalke 04: „Werden die Entwicklung beobachten“

Am Dienstag gaben die Schalker aufgrund der vielen Nachfragen eine Stellungnahme ab. Man verfolge die jüngsten Entwicklungen „mit großer Sorge.“ Es stehe außer Frage, „dass sich der Verein für Frieden und ein friedliches Miteinander einsetzt, die Mitglieder haben die Gewaltfreiheit im Leitbild (§8) festgeschrieben. S04 hat diese Haltung auch in Gesprächen mit Gazprom Germania geäußert.“

Direkte Konsequenzen aufgrund der Eskalation in Osteuropa will der Zweitligist noch nicht ziehen. „Der FC Schalke 04 wird die weitere Entwicklung beobachten, bewerten und nachdrücklich zum Frieden appellieren – zum Schutz der von der Krise betroffenen Menschen.“

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