„Würde ich wissen“Saudi-Teams in der Champions League? Das sagt Leverkusen-Boss Carro

Leverkusens Geschäftsführer FernandoCarro blickt in die Kamera.

Aus Italien hatte es Gerüchte gegeben, dass Klubs aus Saudi-Arabien bald an der europäischen Champions League teilnehmen wollen. ECA-Mitglied Fernando Carro kann sich das nicht vorstellen.

Klub-Chef Fernando Carro (59) vom Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen hält eine Teilnahme von Klubs aus Saudi-Arabien in der europäischen Champions League für bloße Gerüchte.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Uefa ihnen einen Platz anbietet. Und da ich in dem einen oder anderen Gremium ja vertreten bin, würde ich es wissen“, sagte der Spanier, der im Board der Europäischen Klub-Vereinigung ECA sitzt, der Deutschen Presse-Agentur: „Wenn es irgendwann zur Sprache kommen sollte, werde ich mich zu 100 Prozent dagegenstemmen. Aber ich kann mir momentan nicht mal vorstellen, dass es überhaupt auf den Tisch kommt.“

Zukünftig Champions-League-Wildcard für saudischen Meister?

Zuvor hatte die italienische Zeitung „Calcio E Finanza“ vermeldet, dass die Saudi Pro League mit dem Gedanken spielen soll, ihrem Meister ab der Spielzeit 2024/25 mittels einer Wildcard eine Teilnahme an der Champions League zu ermöglichen. Damit könnten Profis wie Cristiano Ronaldo (38) oder Karim Benzema (35) wieder auf der höchsten Stufe des europäischen Vereinsfußballs aufspielen.

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Es soll dem Bericht zufolge bereits erste Gespräche zwischen der Union of Arab Football Associations (Uafa) und der Uefa gegeben haben. Die Saudis erhoffen sich von ihrem Champions-League-Plan die „ultimative Herausforderung“ und dadurch „mehr internationales Prestige“.

Die Uefa äußerte sich bereits zu den Gerüchten und dementierte das angebliche Vorhaben. Der technische Direktor der Uefa, Zvonimir Boban (54), verwies dabei auf Aussagen von Uefa-Chef Aleksander Ceferin (55): „Die Champions League wird, wie alle Uefa-Wettbewerbe, nur von europäischen Vereinen bestritten, das hat Präsident Ceferin schon hundertmal gesagt.“

Ob diese Aussagen sich langfristig als wahr entpuppen, bleibt allerdings abzuwarten. Viele Fans haben beispielsweise aufgrund der Champions-League-Reform Bedenken bezüglich der langfristigen Integrität der europäischen Wettbewerbe.

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Saudi-Arabien investiert besonders seit dieser Transferphase verstärkt in Spieler aus Europa, die den Fußball im Land in neue Sphären heben sollen. 

Für Carro aber ist die saudische Liga auch nach dem Aufrüsten durch zahlreiche Multi-Millionen-Transfers von Stars wie Cristiano Ronaldo oder Neymar nicht reizvoll. „Ich würde als Spieler nicht dort hingehen. Und als Funktionär auch nicht. Für kein Geld der Welt“, stellte Carro klar.

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Carro, der Anfang September in Berlin aller Voraussicht nach wieder in das ECA-Board gewählt wird, führte aber auch an, er verurteile es nicht, wenn Spieler den Schritt gehen würden.

„Ich kann nur für mich sprechen“, sagte er: „Ich würde das nicht machen, ich finde das nicht gut und ich verstehe das nicht. Aber jeder Einzelne kann so entscheiden, wie er will.“ (dpa/kma)