Riesen-Fight des Schlusslichts Bochum ringt Spitzenreiter Union nieder – Schalke nun Letzter

Andras Schäfer kämpft mit Kevin Stöger um den Ball

Zweite Saison-Pleite, aber immer noch Tabellenführer der Bundesliga: Union Berlin um Andras Schäfer (r.) musste am Sonntag (23. Oktober 2022) beim VfL Bochum mit Kevin Stöger eine überraschende Pleite hinnehmen.

Der VfL Bochum hat für eine dicke Überraschung in der Bundesliga gesorgt und am Sonntag gegen Tabellenführer Union Berlin den zweiten Saisonsieg gefeiert.

Tief im Westen sind die Bundesliga-Überflieger von Union Berlin ins Trudeln geraten. Nach fünf Pflichtspielsiegen in Folge unterlag der Tabellenführer am Sonntag (23. Oktober 2022) beim bisherigen Schlusslicht VfL Bochum mit 1:2 (0:1).

Nach der zweiten Saisonniederlage in der Bundesliga schrumpfte der Vorsprung der „Eisernen“ auf den wiedererstarkten Rekordmeister FC Bayern München auf einen Punkt. Philipp Hofmann mit einem Kopfballtor (43.) und der eingewechselte Gerrit Holtmann nach einem perfekten Konter (71.) sorgten für den zweiten Bochumer Dreier der Spielzeit – und neue Hoffnung im Kampf gegen den Abstieg.

Bundesliga: VfL Bochum mit Überraschungs-Coup gegen Union Berlin

Nach dem Rauswurf von Trainer Thomas Reis (49) holten die Westfalen aus drei Heimspielen sieben Punkte. Die Berliner, die am Donnerstag in der Europa League gegen Braga um den Einzug in die K.o.-Runde spielen, ließen ihre gewohnte Effektivität vermissen. Milos Pantovic (78.) scheiterte gegen seinen Ex-Klub mit einem Foulelfmeter an VfL-Keeper Manuel Riemann. Zu spät gelang Pantovic dann der Anschlusstreffer (90.+3).

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Vier Tage nach dem Pokal-Achtelfinaleinzug rotierte Trainer Urs Fischer (56) zurück zur Bundesliga-Startelf. Nach sechs Veränderungen gegenüber dem 2:0 gegen Heidenheim spielte Union auch beim Abstiegskandidaten Union-Fußball – und überließ dem Gegner zunächst den Ball und die Initiative. Bochums neuer Coach Thomas Letsch (54), der sein Team „eklig“ sehen und die Eisernen mit ihren eigenen Waffen schlagen wollte, tauschte nach dem 1:0 im Pokal beim Drittliga-Tabellenführer SV Elversberg nur einmal. Jordi Osei-Tutu stürmte auf dem Flügel und fiel sofort mit unermüdlichem Anlaufen gegen die Berliner Dreierkette auf.

Kompakte Defensive und schnelles Umschaltspiel hatte Letsch gefordert, doch die Eisernen ließen nur wenige Pässe in die Spitze zu. Ein Kopfball von Hofmann in die Arme von Union-Keeper Frederik Rönnow (27.) war lange die einzige nennenswerte Offensivaktion. Fischer musste früh umstellen, weil Janik Haberer nach einem rüden Foul von Iwan Ordez bereits in der 20. Minute ausgewechselt werden musste. Der Ukrainer hatte Glück, dass er für seine Grätsche gegen Haberers Fuß nicht die Rote Karte sah.

Union verzeichnete den ersten Torschuss nach einer Standardsituation: Jordan Siebatcheu scheiterte nach einer Ecke mit einem Flachschuss an Riemann (37.). Nach diesem Berliner Rezept gelang Bochum die nicht unverdiente Führung: Nach einer Förster-Ecke traf Hofmann per Kopf. Sekunden zuvor hatte Rönnow einen Schuss von Osei-Tutu über die Latte gelenkt.

Nach dem Seitenwechsel hatte zunächst der Ex-Bochumer Milos Pantovic den Ausgleich auf dem Fuß (60.), doch die Gastgeber blieben die aktivere Mannschaft: Osei-Tutu setzte den Ball an die Latte (62.). Dann sorgte der schnellste Angriff des Spiels – quasi nach Union-Vorbild – für das 2:0. Dabei blieb es. Und Bochum gab die Rote Laterne durch den Dreier an den FC Schalke 04, der danach (17.30 Uhr) bei Hertha BSC gastierte, vorübergehend ab. (sid)

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