Deutliche Worte von Lothar Matthäus! Der TV-Experte schimpft wegen eines Bundesliga-Aufregers wie ein Rohrspatz.
„Wo kommen wir denn da hin?“Matthäus tobt wegen DFB-Entscheidung

Aktualisiert:
Diese Szene hat am 2. Spieltag der Bundesliga die Gemüter erhitzt. Auch Lothar Matthäus zeigt sich erbost.
Beim 4:3-Comebacksieg der SV Elversberg bei Borussia Mönchengladbach musste Elversberg-Trainer Vincent Wagner die zweite Halbzeit von der Tribüne aus verfolgen. Der Grund: Er hatte wegen Meckerns die Gelbe Karte gesehen. Als er beim Gang in die Kabine dann nochmal beim Schiedsrichter nachfragte, zückte der sofort die Ampelkarte.
Matthäus fassungslos: „An Lächerlichkeit kaum zu überbieten“
„Wagner darf nun am Sonntag gegen den FC Bayern nach seiner Gelb-Roten Karte in Gladbach nicht mitwirken und das finde ich an Lächerlichkeit kaum zu überbieten“, schimpfte Matthäus in seiner Sky-Kolumne.
Aus seiner Sicht war die zweite Gelbe völlig überzogen. „Kurz nach dem Halbzeitpfiff ist Wagner, beinahe schon wie eine Maus, die sich nicht erwischen lassen will, ganz ruhig und ohne Aggressivität zum Schiedsrichter geschlichen und wollte ihm einfach eine Frage stellen ohne Emotionen, und dann sieht er sofort die Gelb-Rote Karte wegen Unsportlichkeit?!“, schilderte der DFB-Rekordspieler die Szene aus seiner Perspektive.
Würden die Regeln immer so streng ausgelegt, müsste jeder Trainer, der die Coaching Zone verlässt oder mit dem Schiedsrichter diskutiert, die Gelbe Karte sehen, so Matthäus: „Wo kommen wir denn da hin?“
Er findet es ‚mehr als lächerlich‘, dass an dem jungen Elversberg-Trainer ein Exempel statuiert werde und fordert: „Wenn das DFB-Gericht ein bisschen Spielraum lässt, dann kann es für mich nur eine Entscheidung geben: Wagner muss gegen den FC Bayern auf der Trainerbank sitzen dürfen.“ Ähnlich hatte sich bereits Bayerns Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen im Sport1-„Doppelpass“ geäußert.
Der DFB aber bleibt hart. Trotz eines Einspruchs der SV Elversberg bleibt Wagners Ein-Spiel-Sperre bestehen. Das Sportgericht schrieb in seiner Begründung, dass es „keine Anhaltspunkte für einen offensichtlichen Irrtum des Schiedsrichters gemäß § 11 Nr. 3 der DFB-Rechts- und Verfahrensordnung und damit für eine ausnahmsweise Aufhebung der automatischen Sperre“ gebe.
Matthäus hofft, dass sich ein solcher Fall nicht wiederholt. „Wir wollen ein vernünftiges Miteinander haben und vernünftiger als Wagner kann man ja kaum zum Schiedsrichter gehen. Das war ein Vorbild, wie man versucht, mit einem Schiedsrichter ins Gespräch zu kommen. Das sind so Sachen, wo ich sage: ‚Der Fußball macht keinen Spaß‘. Bitte lasst das und lasst uns ein bisschen Spaß am Fußball haben“, fordert er.

