Die SV Elversberg legt nach der umstrittenen Ampelkarte Protest ein. Die große Hoffnung: Ihr Trainer soll im Duell mit dem FC Bayern wieder coachen dürfen.
Platzverweis-ÄrgerElversberg legt Einspruch gegen Schiri-Entscheidung ein
Jetzt kommt doch Bewegung in die Sache! Wegen der Gelb-Roten Karte für Trainer Vincent Wagner (40) geht die SV Elversberg nun offiziell in den Widerstand. Anfangs schien es noch, als würde der Verein die Strafe akzeptieren und auf ein mildes Urteil des DFB hoffen.
Eine juristische Beratung brachte jedoch die Wende: Der Klub ist der Meinung, es habe keine Unsportlichkeit vorgelegen. Sollte der Protest Erfolg haben, wäre die automatische Ein-Spiel-Sperre hinfällig. Das große Ziel ist klar: Wagner soll am Sonntag (13. September, 17.30 Uhr) im Top-Spiel gegen den FC Bayern wieder an der Seitenlinie stehen. Das berichtet „bild.de“.
Bundesliga: SV Elversberg legt Einspruch ein
Was war genau geschehen? Beim spektakulären 4:3-Erfolg in Gladbach bekam Wagner die Karte in der Halbzeit von Schiri Martin Petersen gezeigt, als sein Team 1:2 zurücklag. Der Auslöser für die Aufregung war das Tor zum 1:2, dem eine klare Fehlentscheidung vorausging. Das Schiedsrichter-Team bewertete einen Einwurf falsch, was Gladbachs Tim Kleindienst blitzschnell ausnutzte und den Treffer gegen die verdutzten Elversberger einleitete.
Die erste Verwarnung erhielt der Coach, weil er sich etwa einen Meter auf dem Spielfeld befand. In der Pause folgte dann der Platzverweis: Wagner bewegte sich völlig ruhig auf das Schiri-Gespann zu – für Petersen war das anscheinend eine Provokation zu viel, woraufhin er Gelb-Rot zückte.
Wagner selbst äußerte sich am späten Abend im ZDF-Sportstudio und hofft auf einen Freispruch. Seine Argumentation: „Der Schiedsrichter hat ja selbst gesagt: Ich bin in seine Richtung gegangen und ich habe ihn nicht konfrontiert.“ Für die erste Gelbe Karte zeigte er jedoch Einsicht: „Die erste Gelbe Karte habe ich verdient, das war ein stiller Protest.“
Auch Sportdirektor Christian Weber (42) bewertete die Situation. „Die erste Gelbe Karte war legitim“, sagte er. Bei der zweiten Karte hätte er sich aber mehr Fingerspitzengefühl erhofft: „Der Schiedsrichter hat dann das auf ihn Zugehen als Affront wahrgenommen und Gelb-Rot gegeben. Ich finde, da kann man noch mal ein Auge zudrücken.“ Der Klub werde für die Zukunft seine Lehren daraus ziehen.
Der ganze Trubel geschieht inmitten eines echten Fußball-Märchens. Elversberg ist als Sensationsaufsteiger grandios in die erste Bundesliga-Saison gestartet. Auf den überraschenden 3:2-Auftaktsieg gegen Leverkusen folgte der wahnsinnige 4:3-Erfolg in Gladbach nach einem 1:3-Rückstand.
In der Tabelle schlägt sich das mit einem unglaublichen vierten Platz nieder – damit liegt das Wunderdorf sogar zwei Ränge vor dem nächsten Gegner, dem großen FC Bayern. (red)

