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„Es ist wirklich erschreckend“Baumgart-Aus: Hitzige Diskussion um Union-Trainerin

Marie-Louise Eta folgt bei Union Berlin auf Steffen Baumgart und ist die erste Trainerin der Bundesliga-Geschichte. Die Entscheidung der Eisernen sorgte bei Social Media für vielfältige Reaktionen.

Ganz kurz vor Mitternacht ließ Union Berlin am Samstag (11. April 2026) die Bombe platzen: Trainer Steffen Baumgart (54) muss bei den Eisernen seinen Hut nehmen, auf ihn folgt in Marie-Louise Eta (34) die erste Frau als Chefin an der Seitenlinie.

Union schrieb mit dem Trainerwechsel Bundesliga-Geschichte, entsprechend viel Gesprächsstoff lieferte die Entscheidung nach der 1:3-Niederlage beim 1. FC Heidenheim. Allerdings bestanden die Reaktionen nicht nur aus Vorfreude, Neugier und Überraschung. Negative Kommentare entfachten umgehend eine Diskussion bei Social Media.

TV-Kommentator begrüßt Eta in der Bundesliga

Die Entscheidung wurde in der Hauptstadt am späten Samstagabend offenbar derart schnell getroffen, dass die Social-Media-Abteilung des Klubs eine kurzfristige Nachtschicht einlegen musste: „Digga, ich war schon im Bett“, antwortete der Admin beim Kurznachrichtendienst X auf einen Fan-Kommentar.

Das Positive vorweg: Eta darf bei ihrer bis Saisonende angesetzten Interims-Mission nicht nur auf das Vertrauen vieler Union-Fans bauen. Anhängerinnen und Anhänger anderer Vereine drückten in den Kommentaren unter der Meldung ihre Freude über den Schritt aus, den bislang noch kein Klub im Fußball-Oberhaus gewagt hatte.

„Willkommen in der Bundesliga“, schrieb DAZN-Kommentator Robby Hunke (42) bei Instagram, versah das Posting mit einem Applaus-Emoji. Eine Userin schrieb auf der Foto-Plattform: „Auf die Gefahr hin, jetzt von meinem Hertha-Fan-Vater enterbt zu werden: Das ist ja mal mega geil. Viel Glück!!“ Zahlreiche Rückmeldungen gingen in eine ähnliche Richtung.

Allerdings gab es auch Skeptiker. Die ließen sich in der Mehrzahl allerdings nicht über mögliche fachliche Defizite aus, sondern zweifelten vor allem wegen der Geschlechterfrage. Die absurde Frage, die immer wieder in den Raum gestellt wurde: Kann das mit einer Frau überhaupt gut gehen?

„Eine Frau passt nicht“, schrieb ein Nutzer bei Instagram kurz und knapp, ein anderer fragte ungläubig: „Das könnt ihr nicht ernst meinen, oder?“ Bei X witterte ein User bereits eine politische Komponente hinter der Entscheidung und ätzte wirr: „Die ÖR, die taz und andere linke Propaganda-Medien werden ins Schwärmen geraten und ihr fantastische Arbeit bescheinigen.“

Eine Userin, die im Amateurfußball selbst als Co-Trainerin arbeitet, stellte sich entschieden gegen die Nörgel-Postings. „Es ist wirklich erschreckend, wie wenig Vertrauen hier einige in eine Trainerin haben …“, beklagte sie sich in einem Instagram-Kommentar – und sprach mit diesem Gedanken vielen aus der Seele.

Fans vom 1. FC Köln schwenken ihre Schals.

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