4

Aus Köln nach HamburgNeuer Job und neue Sportart für Ex-FC-Boss

Markus Rejek neben Thomas Kessler auf der Tribüne.

Copyright: Herbert Bucco

Markus Rejek (2.v.l.), hier neben Thomas Kessler, hat beim HSV Handball eine neue Herausforderung gefunden.

Überraschung in der Hansestadt! Ein Top-Manager aus der Fußball-Bundesliga heuert beim Handball an. Seine erste Reaktion: „schockverliebt“.

Der HSV Hamburg richtet sich in der Handball-Bundesliga neu aus und setzt dabei auf einen bekannten Kopf aus der Welt des Profifußballs. An die Spitze rückt Markus Rejek (58), der bis zum vergangenen Jahr noch für den 1. FC Köln gearbeitet hat und nun als kaufmännischer Geschäftsführer agiert.

Zusammen mit dem neuen Präsidenten Niklas Weller und Sport-Geschäftsführer Johannes Bitter formt er die neue Führungsspitze. Ihre Mission: Den Klub sicher durch finanziell schwieriges Fahrwasser zu lotsen.

Krisen-Manager: Von Dortmund über München bis Bielefeld

Für Rejek, der die Nachfolge von Christian Hüneburg (ging zum 30. Juni) antritt, geht ein lang gehegter Traum in Erfüllung. „Es war immer mein Wunsch, im Handball zu arbeiten“, offenbarte der 58-Jährige am Montag.

Seine Begeisterung für den Sport ist tief verwurzelt: 20 Jahre stand er selbst auf der Platte, bevor eine Verletzung ihn stoppte: „Dann habe ich mir meine beiden Knie zerdeppert.“

Die neue Herausforderung in Hamburg hat ihn nach der Auszeit im Anschluss an sein Engagement in Köln sofort gepackt, er sei direkt „schockverliebt“ gewesen. Das berichtet die „Hamburger Morgenpost“.

Der gebürtige Mülheimer hat schon einiges mitgemacht. Seine Laufbahn im Fußballgeschäft führte ihn zu namhaften Stationen: Bei Borussia Dortmund (1999 bis 2013) war er an der Entwicklung des Mottos „Echte Liebe“ beteiligt, danach folgten Engagements beim TSV 1860 München (2014 bis 2017) und bei Arminia Bielefeld (2017 bis 2022), bevor er nach Köln wechselte.

Dass Rejek mit heiklen Lagen umgehen kann, beweist er mit einem Zitat: „In Dortmund hatten wir eine schwere Krisenzeit, in der wir morgens teilweise nicht wussten, ob unser Chip noch funktioniert und die Türen aufgehen.“ Die Zeit bei 1860 München beschreibt er als „zweieinhalb Jahre Krise“.

Und auch die Situation bei Arminia Bielefeld war dramatisch. Der Kassenstand, so Rejek, hätte ihm „beinahe den Teppich unter den Füßen weggezogen, wenn denn noch einer dagelegen hätte. Es gab aber gar kein Geld für einen Teppich.“

Genau diese Härtefälle sollen ihm jetzt beim HSV Handball zugutekommen. Der Klub hat nach dem nervenaufreibenden Kampf um die Lizenz und einem Schuldenschnitt eine schwere Zeit hinter sich. „Wir reden nicht über einen Verein, der alles mit Geld zubomben kann“, stellt Rejek klar. Der Schuldenschnitt im Dezember sei wie eine zweite Chance gewesen, man habe „noch mal ein Leben geschenkt bekommen“. (red)

Füchse Berlin - FC Barcelona
„Wir kommen definitiv zurück“
Füchse Berlin nach Final-Pleite in Köln mit Kampfansage.