Jogi riskiert seinen Job Havertz kann für Löw zum Problem werden

Havertz-Boden

Kai Havertz enttäuscht am Boden beim Spiel gegen die Türkei am 7. Oktober. Der Mittelfeld-Star sucht noch seinen richtigen Platz im DFB-Team.

Köln – Der erste Sieg bei einem Länderspiel im Jahr 2020, der erste dreifache Punktgewinn in der Nations League. Nach dem 2:1-Sieg in der Ukraine herrschte etwas Erleichterung im deutschen Lager. Dennoch kehrt längst noch nicht Ruhe ein rund um die DFB-Auswahl. Ein Kommentar zu den Gründen.

Die immer lauter werdende Kritik an seiner Arbeit versuchte Joachim Löw (60) nach dem Sieg in der Ukraine mit einem exakt vier Minuten und 25 Sekunden dauernden Monolog wegzuwischen. „Ich sehe das große Ganze auf dem Weg zur EM. Wir haben einen klaren Plan. Wir wissen schon, was wir machen“, lauteten seine Aussagen.

Doch dann folgte ein gefährlicher Satz des Bundestrainers, der gleichzeitig viele seiner Probleme offenbarte: „Ich stehe über den Dingen“. Seit Juli 2004 wirkt der Bundes-Jogi bei der Nationalmannschaft, seit 2006 alleinverantwortlich.

Joachim Löws Zukunft hängt von der EM 2021 ab

Egal, wie die noch ausstehenden sieben Länderspiele bis zur EM im kommenden Sommer laufen, wird Löw definitiv das Turnier als Verantwortlicher der DFB-Auswahl erleben. Aber ob er seinen Vertrag danach bis zur WM 2022 erfüllen kann, hängt vom Abschneiden in acht Monaten ab.

Löw-Ukraine

Joachim Löw versucht das Geschehen beim Spiel in der Ukraine von der Seitenlinie aus zu dirigieren.

Löw lässt sich nicht gerne in seine Arbeit reinreden und gefällt sich als Revoluzzer, der die fußballerische Konkurrenz aus aller Welt mit seiner Genialität in die Knie zwingen will. Dabei hat er sich verrannt. Das sture Festhalten an einem System, das nicht zum Kader passt, kann für ihn zur Sackgasse werden.

Joachim Löw muss die Dreierkette einmotten

Sinnbildlich für Löws Zukunfts-Krise ist Kai Havertz (21). Für den 100-Millionen-Mann ist derzeit kein Platz. Einen Ballkontakt hatte der so Hochbegabte in der Ukraine, als er eingewechselt wurde, um Zeit zu schinden. Der Bundestrainer muss über seinen Schatten springen und auf ein bewährtes Gerüst im 4-2-3-1 zurückgreifen, zudem Joshua Kimmich auf die Rechtsverteidiger-Position zurückbeordern. In dieser Formation wäre auch Platz für Havertz.

Der Pool an außergewöhnlich starken offensiven Kräften ist in Deutschland deutlich größer als in der Defensive. Daher sollte Löw sein Team dort stärken, wo es anderen Nationen überlegen ist: im Angriffsspiel.

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