Ransford Königsdörffer spielte lange für den Hamburger SV. Für seinen neuen Klub Mainz schießt er beim Wiedersehen ein Tor und jubelt. Aktuelle und ehemalige Mitspieler sagen, was dahinterstecken kann.
Jubel-ProvokationEx-DFB-Torwart sauer auf Bundesliga-Stürmer

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Ransford Königsdörffer sorgte beim HSV nach seinem Torjubel für Ärger. Ex-Kollege Fabio Vieira stellte den Mainzer zur Rede.
In der vergangenen Saison trug Ransford Königsdörffer noch das Trikot des Hamburger SV, wurde am Sonntag (6. September 2026) vor dem Spiel gegen Mainz 05 sogar offiziell verabschiedet. Doch ein versöhnliches Wiedersehen war es am Ende nicht.
Königsdörffer hatte nach seinem Treffer zum 5:0-Endstand in der Nachspielzeit provozierend zum Hamburger Anhang gejubelt, er brüllte seine Freude in Richtung Fans und hielt sich die Hände an die Ohren. Nicht nur HSV-Kapitän Nicolai Remberg machte seinem Kumpel klar, was er davon hielt.
HSV-Kapitän Remberg: „Das gehört sich nicht“
„Ich mag ihn unfassbar gerne“, sagte Remberg. „Aber ich bin Kapitän von dem Verein. Wenn er vor unseren Fans so jubelt, dann gehört sich das nicht für mich. Dann muss ich dahin gehen, das muss ich dann sagen. Und habe ich dann auch.“
Auf dem Weg zur Mittellinie habe Königsdörffer noch mit ihm abklatschen wollen, meinte Remberg. „Ich glaube, da hat er gemerkt, es war ein bisschen drüber.“ Nach der Partie ging Königsdörffer noch einmal in die HSV-Kabine zu den alten Teamkollegen. Mit den Medien wollte der 24-Jährige nicht sprechen.
Der frühere deutsche Nationaltorhüter René Adler (41), der für beide Vereine gespielt hatte, kommentierte die Gesten verärgert bei Instagram: „Auspfeifen hin und her. Das macht man nicht! Was soll so ein Jubel? Egal was vorgefallen ist! Kann sein, dass ich da oldschool bin, aber ich habe auch gegen Ex-Vereine gespielt und da gab es immer Respekt von beiden Seiten.“
Rückendeckung für Königsdörffer gab es von Doppel-Torschütze Phillip Tietz. „Das, was er für Nachrichten bekommen hat, ist unter der Gürtellinie“, erklärte Königsdörffers neuer Angriffskollege. „Und es tut mir halt für den Jungen extrem dolle leid.“
Er glaube, Königsdörffer habe auch nur die gemeint, die ihm wirklich solche Hassnachrichten geschickt haben, sagte Tietz. Er habe weder etwas zu den Ultras gemacht noch zur Vereinsführung. „Er hat es wirklich, glaube ich, aus Frust den Leuten gewidmet, die ihm wirklich solche, tut mir leid, Scheißnachrichten geschickt haben. Das geht nicht. Und da verstehe ich ihn komplett.“
Remberg weiß ebenfalls von den Botschaften gegen Königsdörffer, gerade in der vergangenen Saison. Die Beleidigungen seien schlimm gewesen. „Deswegen muss ich vielleicht jetzt nicht sagen, ich kann ihn verstehen, aber es war schon manchmal echt unter der Gürtellinie, was ich da mitbekommen habe.“
Der Stürmer wollte den HSV vor einem Jahr eigentlich schon verlassen, war beim erhofften Transfer zu OGC Nizza allerdings durch den Medizincheck gerasselt. So spielte er weiter für die Hanseaten, wo er bei vielen Fans allerdings Kredit verspielt hatte.
Der erste Besuch an alter Wirkungsstätte hatte für Königsdörffer freundlich begonnen. Der im Sommer nach vier Jahren ablösefrei nach Mainz gewechselte Angreifer erhielt ein nachträgliches Geschenk zum Abschied und später Applaus von den HSV-Fans.
Dass der Stürmer mit 14 Toren maßgeblich mit zum Aufstieg 2025 beigetragen hatte, hatten nicht alle HSV-Anhänger vergessen. Doch als er in der 68. Minute eingewechselt wurde, gab es erstmals Pfiffe. Nach dem Torjubel war die Stimmung endgültig gegen ihn gekippt – und der Ärger da. (dpa/bc)

